Für den Grünen-Stadtparlamentarier Guido Wick ist klar, was bei öffentlichen Beschaffungen und auch bei anderen Vergabeverfahren berücksichtigt werden muss. Genau zu beäugen sind aus seiner Sicht die Umweltleistung der Anbieterin und der gelieferten Ware, die soziale Leistung der Anbieterin und deren gesellschaftliches sowie kulturelles Engagement. Der Preis soll künftig nicht mehr höher als 70 Prozent bei Standardprodukten ab der Stange und maximal 30 Prozent bei komplexen Produkten und Dienstleistungen gewichtet werden.

Um dies umzusetzen, hat Guido Wick eine Motion lanciert, die ein entsprechendes Vergabereglement fordert. Ob dieser Vorstoss für erheblich erklärt wird, entscheidet sich kommende Woche am Mittwoch an der nächsten Sitzung des Wiler Stadtparlaments. Die Motion wurde «nur» von den sechs Parlamentariern der «Grünen» Prowil unterzeichnet. Zur Erheblicherklärung braucht es mindestens 21 der 40 Parlamentarierstimmen.

Darum will die Stadt zuwarten

Und wie steht der Stadtrat zu dieser Motion? Kritisch. Und das nicht wegen der Grundidee des politischen Vorstosses. Zum einen bestünden bereits entsprechende städtische Richtlinien. Zum anderen würden sowohl auf Ebene Bund wie auch auf Ebene Kanton Revisionen und Harmonisierungsprozesse im Bereich des Beschaffungswesens laufen, schreibt die Stadt in einer Mitteilung. Darum will der Stadtrat mit der Ausarbeitung klarer Vorgaben für den kommunalen Beschaffungsprozess zuwarten, bis der übergeordnete gesetzliche Rahmen festgelegt ist.

hallowil.ch berichtet am kommenden Mittwoch (20. November) ab 17 Uhr wie gewohnt mit einem Liveticker aus dem Stadtparlament.