Der Kanton zwingt die Gemeinde, den Bereich Siedlungsabfall ab 1. Januar 2022 als Spezialfinanzierung in ihrer Buchhaltung zu führen. Angesichts der Tatsache, dass die Abfallentsorgung in Uzwil offensichtlich zur Zufriedenheit der Bevölkerung gelöst ist, kein allzu grosses Problem, müsste man meinen. Wenn nicht ein grundlegender Wandel verlangt würde. Die Grünabfuhr und ebenso beispielsweise die Entsorgung der öffentlichen Abfallbehälter, der Robidog-Inhalte und die aus der Altglassammlung resultierenden Kosten sind bisher über Steuermittel finanziert worden. Das aber ist ab nächstem Jahr nicht mehr erlaubt. Es muss ein neues Gebührenreglement ausgearbeitet werden.

600'000 Franken an Gebühren

Die Gemeinde schätzt, dass für die erwähnten Entsorgungen jährlich rund 600'000 Franken aufzuwenden sind. Diese Kosten müssen künftig über Gebühren finanziert werden. Als Rechtsgrundlage dazu muss die Gemeinde ein Reglement ausarbeiten. Zu berücksichtigen sind dabei auch die jährlichen Abschreibungsquoten von Investitionen in Sammelstellen und Unterflurbehälter sowie von Altlastensanierungen. Altlasten dürften Aufwendungen von sieben bis acht Millionen Franken erfordern.

Während Nachbargemeinden für die vierzehntägliche Leerung pro Container etwa 110 bis 120 Franken verlangen, sähe Gemeindepräsident Lucas Keel für Uzwil eher eine mit der Grundstücksteuer erhobene Jahrespauschalgebühr von rund 120 Franken als Lösung. Als Vorteil führt er den Verzicht auf Gebührenmarken und die buchhalterisch einfachere Abwicklung ins Feld. Die Entsorgungsgebühr für Grüngut dürfte vermutlich von der Fläche und der Zone der Parzelle abhängig gemacht werden.

2-3 Prozent Steuerreduktion

Den Uzwilern werden also ab nächstem Jahr Gebühren von rund 600'000 Franken aus der Tasche gezogen. Allerdings soll der Betrag ausgeglichen werden. Weil ein Steuerprozent rund 200'000 Franken ausmacht, könne mit einer Senkung des Steuerfusses um zwei bis drei Prozent gerechnet werden, sagt Lucas Keel.

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Aus Grüngut aus dem ganzen Einzugsgebiet des Zweckverbandes Abfallbeseitigung Bazenheid (ZAB) wird in Niederuzwil Biogas produziert.

Die Sammelmengen an Grüngut sollen trotz neuer Finanzierung unverändert hoch bleiben. Die Grünabfuhr ist die Basis für die Biogasproduktion und damit ein wichtiger Aspekt für die Energiewende.

Nach der Vorprüfung des Reglements durch den Kanton und den Preisüberwacher wird es ein Vernehmlassungs- und dann ein Auflageverfahren geben. Auf den 1. Januar 2022 soll es in Rechtskraft treten.