Klemens Müller, Projektleiter HWS Region Wil, vom Amt für Umwelt Thurgau (Wasserbau und Hydrometrie) begrüsst die Anwesenden zur Veranstaltung. Er lässt in Bildern das Hochwasser vom 14./15. Juni 2015 in Kradolf-Schönenberg, Wil A1 und Rickenbach Revue passieren. Jonas Hänseler von der Firma Preisig AG referiert über die Aufgabestellung und stellt Vorprojekt-Variante vor.

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Klemens Müller, Projektleiter Hochwasserschutz Region Wil, vom Amt für Umwelt Thurgau

Fünf Massnahmen als Gesamtpaket

Fünf Massahmen sollen die Hochwassersituation bei einem Ereignis entschärfen. Es soll mehr Raum für die verschiedenen Gewässer geben, sei es mit vergrössern der Abflusskapazität, Revitalisierung der Bäche, grössere Leitungen bei eingedolten Bächen, kontrollierte Auslaufflächen und das Schützen von Objekten und Gebieten. Dieses ganze Projekt bedeutet ein Mehrwert für die ganze Region Wil. Die Kosten belaufen sich auf rund 28 Mio. Bund und Kantone übernehmen 18 Mio Franken, die Gemeinden 10 Mio Franken: Wil 3.61 Mio,Rickenbach 2.64 Mio, Wilen 3.80 Mio und Private 0.21 Mio.

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Entlang dieser Strasse soll dereinst der offen gelegte Meienmättelibach dahinplätschern.

Rickenbach ist von allen Massnahmen betroffen

Laut Gemeindepräsident Ivan Knobel wird Rickenbach im Ereignisfall grosse Mengen an Wasser durchleiten müssen. Das bringt der Ausbau des Krebsbachdükers und die Ableitung des Hubbachs mit sich. Es ist für den Gemeinderat Rickenbach wichtig, dass die Wassermenge beim Düker begrenzt werden soll und dies auch vertraglich geregelt wird.

Alle Gemeinden Wil, Wilen und Rickenbach unterstützen gemeinsam das umfassende Projekt.

Fragerunde wird rege benützt

Alois Wiesli gibt zu bedenken, dass nicht Regen aber der Bruch des Schlammweiers der Abag in Kirchberg den Alpbach zum Überlauf gebracht hat. Auch der Meienmättelibach und der Hubbach bergen kein so grosses Gefahrenpotential, dass sich die Kosten von 3.8 Mio rechtfertigen würden. Auch Hase Rombach findet das Projekt leicht übertrieben, hätte er es doch in den letzten 19 Jahren nur gerade einmal erlebt, dass der Meienmättelibach überlief. Der Grund dafür war ein zu gross dimensioniertes Gitter und diesem Problem hätte man abgeholfen.

Max Ruckstuhl möchte wissen, ob die grösseren Wassermengen, die dannzumal von der ARA Freudenau in Richtung Thur fliessen auch genügend Platz hätten. Gemeinderat Norbert Rüthemann kann ihn beruhigen, man hätte schon vor Jahren vorausschauend grössere Rohre verlegt.

Nachdem auch Gemeindepräsident Kurt Enderli, Wilen sich für das Projekt stark machte, übernahm Klemens Müller wieder für das Schlusswort. Dieses Projekt sei wichtig um Bevölkerung und Sachwerte zu schützen, meinte er. Jetzt müsse man die Sache anpacken und gemeinsam handeln. Nur so kann das ehrgeizige Ziel, Baubeginn ab Herbst 2020 erreicht werden.