Der Präsident der Regio Wil, der Uzwiler Gemeindepräsident Lucas Keel, zog an der 21. Delegiertenversammlung, welche am Donnerstagnachmittag im «Köhlerfest»-Zelt auf der Hochwacht in Sirnach vonstattenging, eine positive Bilanz übers Jahr 2021.

Mehr private Gelder gesammelt

Insbesondere die Tatsache, dass das WirtschaftsPortalOst (WPO) im pandemiebedingt schwierigen Umfeld «mehr private Gelder sammeln konnte als es aus der Kasse der Regio Wil erhielt», stufte Keel als «äusserst erfreulich» ein. Damit habe man «das Finanzierungsziel schon übertroffen, dass man erst in einem Jahr hätte erreichen müssen», tischte Keel den 30 Delegierten und im Beisein des St. Galler Finanzministers, Regierungsrat Marc Mächler, erfreuliche Tatsachen auf.

Doch auch sonst verlaufe vieles positiv, so Keel. Zwar musste man im Jahr 2020 im Betriebsergebnis einen Verlust von über 364‘900 Franken hinnehmen – doch war dieser geringer als gedacht, ging doch der Voranschlag 2020 von einem Minus von 489‘700 Franken aus. Die Delegierten beschlossen einstimmig, den Verlust den allgemeinen Reserven zu belasten.

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Die Geschäftsführerin der Regio Wil, Anne Rombach, präsentiert das Jahresprogramm.


AP 4: 21 Gemeinden haben Ja gesagt

Gut sei auch die Stimmung in der Regio Wil was die vierte Generation des Agglomerationsprogramms Wil (AP 4)anbelange. Im Rahmen eines zweijährigen Prozesses seien über 500 Eingaben eingegangen. Alles in allem sei deren Bearbeitung eine «Herkulesaufgabe» gewesen, doch habe sich die Arbeit, so Keel, gelohnt, denn: «von den 23 Mitgliedergemeinden haben 21 den AP4 zugestimmt, Lommis hat sich enthalten und Niederbüren hat sich noch nicht geäussert. Das ist ein sehr erfreuliches Ergebnis», fasste der Regio Wil-Präsident zusammen.

Als nächstes folgen im August 2021 die Beschlussfassungen der Regierungen der Kantone Thurgau und St. Gallen. Bis zum 15. September soll dann die Übergabe des Programms an den Bund erfolgen und am 9. Dezember wird das AP 4 vorgestellt und Fragen beantwortet werden. Ab Juli 2022 wird mit dem Entwurf der Prüfberichte gerechnet. Die Fachgespräche zu diesen sind für den Zeitraum August/September 2022 vorgesehen. Geht alles glatt, so wird der Bunderat im März 2023 und das Schweizer Parlament im Herbst 2023 einen positiven Beschluss fällen.

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Die 21. Delegiertenversammlung der Regio Wil fand im Zelt des Köhlerfestes auf der Hochwacht in Sirnach statt.


«Nur» Kernaufgaben oder doch auch was Neues?

Auch über die eigene, zukünftige Ausrichtung und die damit verbundenen Aufgaben will sich die Regio Wil zeitnah Gedanken machen. Mit ThurKultur (Kultur) und WPO (Wirtschaft) habe man für zwei wichtige Bereiche schon erfolgreich regionale Strukturen geschaffen. Die Frage, die man sich jetzt stellen müsse, so Keel, sei, ob man in der Zukunft vor allem wieder auf die «klassischen» Arbeitsbereiche der Regio Wil, nämlich der Raum- und Verkehrsplanung, fokussieren solle, oder ob man auch neue Bereiche gemeinsam regional entwickeln könnte.

Keine Gedanken machen muss sich aktuell die Regio Wil über ihre eigene Handlungsfähigkeit, denn der gesamte Vorstand um Lucas Keel wurde nicht nur einstimmig für weitere vier Jahre wiedergewählt, sondern er erhielt in der Person des neuen Eschlikoner Gemeindepräsidenten Bernhard Braun sogar noch Zuwachs.