In der kalten Jahreszeit treffen Polizisten immer wieder auf Fahrzeuge, aus deren vereisten Scheiben man keine freie Sicht hat. Wer nur Sichtlöcher auskratze, der handelt fahrlässig und gefährdet neben sich selbst auch die anderen Verkehrsteilnehmer, hält es die Kantonspolizei St. Gallen fest. Die Ausrede «keine Zeit» lassen die Ordnungshüter nicht gelten. Denn man wisse, dass man im Winter mehr Zeit einrechnen müsse.

Am einfachsten sei es, das Fahrzeug in einer Garage zu parkieren. So vereisen die Scheiben gar nicht erst. Da dies aber nicht immer allen möglich sei, rät die Kantonspolizei dazu, das Auto unter einem Unterstand zu parkieren oder die Scheiben wenigstens mit einer Plane zu bedecken. Sind die Fahrzeugscheiben dennoch vereist, so gilt: «Die Frontscheibe und die vorderen Seitenscheiben müssen ganz freigekratzt werden. Auf das Enteisen der hinteren Seitenscheiben und der Heckscheibe kann verzichtet werden, wenn zwei Aussenspiegel am Fahrzeug angebracht sind, die nicht beschlagen oder vereist sind und man so gut nach hinten sieht. Zudem müssen Rückspiegel, Front- und Rücklichter sowie Blinker und Kontrollschilder von Schnee und Eis befreit werden. Zu enteisen sind weiter das Fahrzeugdach sowie die Motorhaube, da während der Fahrt oder während eines Bremsmanövers Eis oder Schnee herunterfallen andere Verkehrsteilnehmende gefährden könnten.» Dasselbe gelte auch für Lastwagenblachen und sei auf langen genauso wie auf kurzen Strecken zu beachten.

Vorsicht mit warmem Wasser

Vom Einsatz warmen Wassers wird abgeraten, denn dabei sei Vorsicht geboten: Das Wasser könne anfrieren und im schlimmsten Fall gar die Scheiben zerspringen lassen. Auch den Motor solle man nicht laufen lassen, das sei nämlich gemäss Strassenverkehrsrecht verboten. Die sicherste und günstigste Variante bleibe daher der Eis-Schaber. Dieser zerkratze das Glas nicht, es sei denn, das Glas ist stark verschmutzt.

Verfehlungen werden bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht. So geschehen in Bütschwil, wo Dienstag ein Lenker kontrolliert wurde. In leichten Fällen wird eine Busse zwischen 300 und 600 Franken, in schwereren Fällen eine Geldstrafe sowie eine «Verbindungsbusse» ausgesprochen. Letztere führt zu einem Eintrag im Strafregister. Zudem werde das zuständige Strassenverkehrsamt in jedem Fall benachrichtigt und prüft den Führerscheinentzug.