«Pyrotechnische Gegenstände enthalten mindestens einen Zünd- oder Explosivsatz. Ihre Energie ist dazu bestimmt, Licht, Wärme, Schall, Rauch, Druck, eine Bewegung oder ähnliche Wirkungen zu erzeugen.» So schreibt es die Kapo SG auf ihrer Website in der Rubrik «Sprengstoff / Pyrotechnik». In der Schweiz unterscheidet man zwischen «pyrotechnischen Gegenständen zu Vergnügungszwecken» und solchen zu «gewerblichen Zwecken». Bei Letzteren handelt es sich zum Beispiel um Hagelabwehrraketen, Notsignal resp. Handfackeln oder auch Schiesspulver. Diese gewerblichen Gegenstände sind grundsätzlich bewilligungspflichtig und dürfen nicht einfach so gezündet werden.

Feuerwerks-Kategorien

Das Feuerwerk zum Vergnügen wird zudem in vier Kategorien eingeteilt, und zwar in F1, F2, F3 und F4. Die Kategorie F1 ist dabei die ungefährlichste und auch jene, die kaum Lärm verursacht. Wunderkerzen oder Tischbomben zum Beispiel, wie die Schweizerische Koordinationsstelle für Feuerwerk (SKF) erläutert. Diese dürfen denn auch das ganze Jahr über ohne Bewilligung abgebrannt werden. Diese Feuerwerkskörper dürfen an Personen ab 12 Jahren verkauft werden.

Feuerwerkskörper aus den Kategorien F2 bis F3 sind ausserhalb von Nationalfeiertag und Silvester bei den Gemeinden bewilligungspflichtig. Für den Erwerb von Produkten der Kategorie F4 benötigt es zudem einen «Verwenderausweis für Kat. FWA/FWB», man muss also eine Ausbildung machen und mindestens 18 Jahre alt sein. Zu welcher Kategorie eine Rakete oder ein Vulkan gehört, kommt gemäss dem Bundesamt für Polizei fedpol auf verschiedene Dinge an, etwa darauf, wie viel «Nettoexplosivstoffmasse» vorhanden ist. Auch weil dies nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist, werden die im Handel erhältlichen Produkte von entsprechenden Stellen geprüft und etwa auf ihre Sicherheit hin getestet. Feuerwerkfans können sich so darauf verlassen, dass sie ihre bei Schweizer Händlern gekauften Produkte kommenden Sonntag zünden dürfen. Nie zum Vergnügen abgebrannt werden dürfen Gegenstände, die für den gewerblichen Gebrauch vorgesehen sind, Handfackeln zum Beispiel.

Vorsichtsmassnahmen

Vorsicht ist allerdings geboten, immerhin wird im wahrsten Sinne mit Feuer hantiert. So komme es denn auch jedes Jahr zu Unfällen mit Feuerwerkskörpern, wie die Beratungsstelle für Unfallverhütung BFU in einer Medienmitteilung von 2017 meldet. Jährlich käme es demnach zu 280 Unfällen durch Feuerwerk, dabei würden allerdings nur die Unfälle mit Erwachsenen gezählt. Für die Unfälle mit Kindern gäbe es keine Zahlen.

Das BFU hat allgemeine Vorsichtsmassnahmen aufgestellt:

  • Beim Verkaufspersonal über den Gebrauch informieren und die Gebrauchsanweisung befolgen
  • Feuerwerk auf stabilem Untergrund platzieren, und zwar mit den vorgeschriebenen Sicherheitsabständen zu Menschen, Tieren und Gebäuden
  • Kinder vom Feuerwerk fernhalten resp. nur Personen mit dem entsprechenden Alter und unter Aufsicht Feuerwerk zünden lassen
  • Sich Blindgängern erst nach zehn Minuten nähern und niemals nachzünden
  • Löschmittel (z. B. Feuerlöscher, Löschdecke oder einen Kübel Wasser) bereithalten

Tiere und Feuerwerk

Wenn es darum geht, Tiere zu schützen, ist es am besten, auf Feuerwerk grundsätzlich zu verzichten. Tiere reagieren etwa auf den Lärm empfindlich. Will man sich dennoch an den Feuerkwerken erfreuen, so kann man sich an die Verhaltensempfehlungen des Schweizerischen Tierschutzes STS halten. So schreibt der STS:

  • Lieber bunt als laut: Laute Knalleffekte von Feuerwerken versetzen viele Tiere in Angst und Panik. Den Tieren zuliebe nur buntes Feuerwerk ohne Knalleffekte abbrennen (Vulkane, Sonnen etc.)
  • Bis zum Feiertag warten: Zahllose Knallkörper und Raketen werden Tage vor und nach der Bundesfeier oder Silvester entzündet. Zum Tierwohl Feuerwerke nur am Feiertag zünden
  • Brandgefahr: Feuerwerk nicht in unmittelbarer Nähe von Ställen, weidenden Tieren oder Wäldern zünden, so werden die empfindlichen Ohren von Nutz- und Wildtieren geschont und die Brandgefahr reduziert
  • Unfälle vermeiden: Die meisten Tiere hören wesentlich besser als und reagieren mit Panik und kopfloser Flucht auf die Knallerei. Bei einer Flucht können sie sich zum Beispiel an Zäunen erheblich verletzen oder kopflos auf die Strasse rennen, wo sie Verkehrsunfälle auslösen können
  • Heimtiere schützen: Jedes Jahr werden nach dem 1. August und Silvester Hunde und Katzen als verloren gemeldet, weil sie in Panik ausrissen. Heimtiere während des Feuerwerks bei geschlossenen Fenstern im Haus halten