Sieben, so heisst die Ausstellung

Die Co-Kuratorinnen Gabrielle Obrist und Claudia Reeb teilten sich für einmal die Laudatio.

Im Wechsel erklären sie in treffenden Worten die Ausstellung und stellen den Künstler Werner Widmer vor. Ob "sieben" einen Wert bedeutet, einen Bezug zu den sieben Zwergen herstellen soll, oder gar die sieben Weltwunder anspricht, zu dieser Frage soll es keine Antwort geben. Die Kunsthalle stellt nicht einfach Bilder, Installation oder Skulpturen aus. Nein, wenn ein Künstler eingeladen wird, ist gewünscht, dass dieser sich mit Wil, mit der Kunsthalle, mit den speziellen Räumlichkeiten auseinandersetzt. Dies ist Werner Widmer wahrlich gelungen. Das Hauptwerk, ein grosses Bild aus braunem und weissen Zucker symbolisiert ein Berg. Ein Berg aus der Churfirstenkette vom Walensee her gesehen - aber wenn man dieses Bild länger betrachtet, kann man auch einen Hai erkennen mit seinen spitzen Zähnen.

Post inside
Das "Hai-Light" der Ausstellung eine Art Pixel-Bild aus braunem und weissem Zucker

Hundebilder, Sand-Häufchen und streitende Berge

In der Halle verlaufen sieben Linien aus Sandhäufchen und deuten die Wanderwege zu den sieben Churfirsten an. Werner Widmer hat vom Chäserrugg bis zum Selun jeden Gipfel erklommen. Die sieben Hundezeichnungen sind quasi als Höhenkurve der Churfirsten an der Wand platziert. Im Obergeschoss lauscht man einer Art Streitgespräch zwischen den Churfirsten um zu erfahren, dass im Toggenburg aber eigentlich der Säntis der "Chef" ist.

Post inside
Gipfel-Treffen: streitende Berge unter sichDer in Wil aufgewachsene Werner Widmer besinnt sich auf seine Wurzeln

Darf man mit Lebensmitteln spielen?

Auf diese provokante Frage musste Werner Widmer schon öfters Auskunft geben. Seine Werke aus Zucker sind zum Teil begehbar und werden so zerstört, aber auch unvergänglich. Unvergänglich, weil grössere Werke wie der Berg-Hai in der aktuellen Ausstellung nach einer gewissen Zeit zurückgebaut wird und der Zucker vollumfänglich zu einem Imker geht, der seine Bienen im Winter damit füttert. Der Kreislauf des Lebensmittels Zucker ist somit geschlossen und nicht verschwendet worden.

Steht man vis-à-vis der Kunsthalle und betrachtet das Gebäude, fällt auf, dass am Giebel eine Art Medaillon hängt. Dieses Kameen-artige Amulett trägt den Titel "GipfelWipfelZipfel" und verweist auf die vielseitige Vergangenheit der Kunsthalle, die schon als Viehhalle oder als Militärküche ihren Dienst tat.b

"sieben" vom 10. Juni bis 15. Juli

Werner Widmers Ausstellung dauert vom 10. Juni bis 15. Juli und ist jeweils

Do - So von 14 - 17 Uhr offen. Am Mittwoch 27. Juni findet ab 19 Uhr das Künstlergespräch statt. Werner Widmer berichtet dann von seiner Faszination für die Churfirsten und weiss auch Anekdoten zu seinen Werken zu erzählen.