Es hätte besser laufen können. Das lässt sich für erstaunlich viele Fussball-Teams der Region Wil nach der Hälfte der Saison sagen. Aber der Reihe nach:

2. Liga interregional:

- FC Uzwil: (13 Spiele/21 Punkte, Platz 5): Das ist in Ordnung, ja gar zwei Punkte besser als vor Jahresfrist. Und vor allem stimmt die Formkurve. Von den letzten sieben Pflichtspielen des Jahres ging nur noch eines verloren. Berücksichtigt man aber, dass dem FC Uzwil deutlich mehr Mittel zur Verfügung stehen als zum Beispiel dem FC Bazenheid, so soll der Blick durchaus nach oben gerichtet werden. Das zweitplatzierte Seuzach liegt nur drei Punkte entfernt. Der Aufstiegsplatz, von Chur gehalten, ist aber schon neun Zähler entfernt. Das lässt sich wohl nicht mehr aufholen.

- FC Wil U20 (13 Spiele/16 Punkte, Platz 11): Im Gegensatz zu den Uzwilern stimmt die Formkurve nicht. Nach einem blitzsauberen Start mit neun Punkten aus den ersten drei Spielen kamen in den zehn verbleibenden Partien nur noch zwei Vollerfolge dazu. Der Vorsprung auf die Abstiegszone ist auf einen Zähler zusammengeschmolzen. Im Vergleich mit anderen Jahren stehen die jungen Wiler bei Saisonhälfte zwar besser da. Trotzdem muss es im Frühjahr darum gehen, möglichst schnell dem Abstiegsstrudel zu entkommen.

- FC Bazenheid (13 Spiele/13 Punkte, Platz 13): Bei den Toggenburgern muss etwas gehen in der langen Winterpause. Sechs Pflichtspiel-Niederlagen gab es zum Jahresende, wobei die 0:9-Pleite bei Uzwil in der Cup-Qualifikation ein Fehltritt war, der Fragen aufwirft. Der im Sommer vollzogene Umbruch bekam dem Team nicht gut. Vor allem defensiv besteht Handlungsbedarf. Klammert man das zu Saisonbeginn inferiore United Zürich aus, hat Bazenheid die schlechteste Abwehr der Liga. Das Cup-Debakel fliesst in diese Wertung noch nicht einmal mit ein. Immerhin: Der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt nur drei Punkte. Das lässt sich aufholen.

2. Liga regional:

- FC Uzwil Serben (11 Spiele, 14 Punkte, Platz 6): Vier Punkte beträgt die Reserve auf den FC Schmerikon unter dem Strich. Das ist aus Uzwiler Sicht deutlich besser als vor Jahresfrist, als man im Winter abgeschlagen Letzter war. Allerdings ist das Abstiegsgespenst noch nicht von der Rüti vertrieben.

- FC Sirnach (11 Spiele, 13 Punkte, Platz 7): Trotz vieler roter Karten vor allem in der ersten Phase der Saison waren die Hinterthurgauer eine graue Maus der Liga. Sie bewegten sich praktisch während der ganzen Hinrunde im Mittelfeld. Daran änderte auch nichts, als zum Jahresende sechs Spiele ohne Sieg resultiert hatten. Immerhin gab es in dieser Phase vier Unentschieden. Auch auf der Kett gilt im Frühling: Blick gegen hinten richten.

- SC Bronschhofen (11 Spiele, 12 Punkte, Platz 9): Nach einem miserablen Start mit nur einem Sieg aus den ersten sieben Pflichtspielen hat sich der Wiler Vorstadt-Klub etwas gefangen und über den Strich gekämpft. Doch die Reserve auf die Abstiegszone beträgt nur zwei Punkte. Bei Bronschhofen bestätigt sich, dass die zweite Saison noch dem Aufstieg die schwierigere ist.

3. Liga:

Die Mannschaften der Region Wil sind auf zwei Gruppen aufgeteilt. In Gruppe 3 ist der FC Zuzwil die positive Erscheinung. Sieben der elf Hinrunden-Spiele wurden gewonnen. Mit 23 Punkten sind die Zuzwiler erster Verfolger von Leader Tägerwilen, haben nur einen Zähler Rückstand auf den Tabellenführer und dürfen gar von der 2. Liga träumen. Zuletzt wurden sechs Pflichtspiele hintereinander gewonnen. Und der Zuzwiler FCZ ist in der Cup-Qualifikation auch noch dabei (siehe unten). Der FC Henau befindet sich nach einer Hinrunde mit 14 Punkten aus 11 Spielen zwar in der unteren Tabellenhälfte, hat aber immerhin schon acht Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone.

In der Gruppe 4 dürfte es für den FC Flawil wohl wieder nichts werden mit dem langersehnten Aufstieg. 26 Punkte aus 11 Spielen und Platz zwei sind eigentlich eine gute Ausbeute. Allerdings spielte Leader Herisau in einer eigenen Liga, hat 31 von 33 möglichen Punkten geholt und erst sechs Gegentore zugelassen. Fünf Punkte liegt Flawil hinter dem Leader. Im gesicherten Mittelfeld befinden sich der FC Tobel-Affeltrangen (16 Punkte, Platz 5) und der FC Münchwilen (12 Punkte, Platz 9). Aufsteiger FC Dussnang isst ganz hartes Brot. Nur fünf Punkte wurden in der gesamten Hinrunde geholt und acht Tore erzielt. Die Dussnanger liegen am Tabellenende mit schon sechs Punkten Rückstand auf das rettende Ufer.

Cup-Qualifikation:

Zwei Mannschaften der Region Wil dürften sich noch Hoffnungen machen, nächsten Sommer im nationalen Hauptfeld zu stehen und das ganz grosse Los zu ziehen. Einerseits ist es der FC Uzwil (2. Liga interregional), der noch zwei weitere Vertreter der 2. Liga interregional zu eliminieren hat, um wie schon 2018 in den Lostöpfen mit den Profiteams zu sein. Auch der 3.-Liga-Klub FC Zuzwil ist noch im Rennen. Er muss alles in allem sieben Qualifikationsspiele gewinnen, um im nationalen Feld zu stehen. Vier Erfolge sind schon einmal eingefahren und Zuzwil steht im Viertelfinal des OFV-Cup. Wer nächster Gegner ist, steht noch nicht fest. Mit dabei sind alles in allem noch drei 2.-Liga-Klubs, drei weitere Vertreter der 3. Liga und 4.-Ligist Flums.