Der Gemeinderat Lütisburg hat im März 2018 die Sanierungsmassnahmen in der Höhe von insgesamt 1,277 Millionen Franken, verteilt auf 10 Jahre, gutgeheissen. Die geplanten Erweiterungsmassnahmen in der Höhe von 2,57 Millionen Franken wurden hingegen abgelehnt. Dies mit dem Hinweis, dass die in der Gemeinde bevorstehenden grossen Investitionsvorhaben wie Schulhauserweiterung prioritär zu behandeln seien. «Trotz des negativen Entscheids des Gemeinderates Lütisburg hat der Verwaltungsrat des Hallenbades die Planungsarbeiten fortgesetzt. Unsere Beschlüsse wurden ignoriert», schreibt die Gemeinde Lütisburg im aktuellen Mitteilungsblatt.

Nachdem der Projektierungskredit in der Höhe von 180'000 Franken von den Delegierten gesprochen wurde, hat die von Verwaltungsrat eingesetzte Baukommission ihre Arbeit aufgenommen. «Erstaunlicherweise stellte die Baukommission fest, dass die im Jahr 2018 erstellte Studie die Bedürfnisse, welche aus der Nutzung abgeleitet werden können, nicht abzudecken vermag. Dies trotz der Tatsache, dass diese Studie das Ergebnis der Umfrage berücksichtigte und auf einer Potenzial- und Nutzeranalyse beruhte. Das Projekt nahm in der Folge andere Dimensionen an», schreibt die Gemeinde Lütisburg.

Erweiterung um mehr als 100 Prozent teurer

Im Juni 2019 wurde den Gemeinderäten der Verbandsgemeinden das Vorprojekt vorgestellt. Bei den Kosten für die Sanierungsarbeiten gab es keine Veränderung. Diese wurden auch im Vorprojekt wieder mi 1'277'000 Franken angenommen. «Hingegen stiegen die Kosten für die Erweiterungsmassnahmen um über 100 Prozent von 2,57 Millionen Franken auf 5,187 Millionen Franken. Die Gesamtkosten wurden mit 6,464 Millionen Franken veranschlagt», steht im Mitteilungsblatt.

Der Gemeinderat Lütisburg hat im August 2019 nochmals auf seinen Beschluss vom März 2018 hingewiesen und diesen bestätigt. Die geplanten Sanierungsmassnahmen in der Höhe von insgesamt 1,277 Millionen Franken, verteilt auf 10 Jahre, wurden gutheissen. Das vorliegende Vorprojekt für die Erweiterung im Umfang von 5,187 Millionen Franken wurde vom Gemeinderat Lütisburg abgelehnt. Der Gemeinderat Lütisburg hat in seinem Beschluss festgehalten, dass zu einem späteren Zeitpunkt allenfalls über eine massvolle Erweiterung – rund 2,5 Millionen Franken – diskutiert werden könne. «Der Gemeinderat Lütisburg ist der Meinung, dass das Hallenbad in seiner heutigen Form die Grundbedürfnisse der Einwohner der Verbandsgemeinden abzudecken vermag», so die Haltung der Behörde. Insbesondere können die im Lehrplan geforderten Schwimmkurse angeboten werden. Sollten Bedürfnisse und Anforderungen von weiteren Gemeinden abgedeckt werden müssen, wäre eine finanzielle Beteiligung dieser Gemeinden ernsthaft zu prüfen.

Wiederkehrend mit roten Zahlen

Das Hallenbad Bütschwil wurde im Jahr 1979 eröffnet und anfänglich von einer Genossenschaft betrieben. Die Politische Gemeinde Lütisburg hat sich damals an den Baukosten beteiligt. Bereits nach kurzer Zeit resultierten Verluste aus dem Betrieb. Seit dem Jahr 1987 leistet die Politische Gemeinde Lütisburg Defizitbeiträge an den Betrieb des Hallenbads Bütschwil. Auf den 1. Januar 1992 wurde der Betrieb des Hallenbades dem neu gegründeten Zweckverband Hallenbad Bütschwil übertragen, welchem seit Beginn auch die Politische Gemeinde Lütisburg angehört.

Im Jahr 2014 wurde das neue Hallenbad im Sportpark Bergholz eröffnet. Dies führte beim Hallenbad Bütschwil zu einem nicht unerheblichen Rückgang der Besucherzahlen. Der Betriebs- bzw. Defizitbeitrag der Verbandsgemeinden wurde im Jahr 2014 von 250'000 Franken pro Jahr um 50'000 Franken erhöht, schreibt Lütisburg. Auf das Jahr 2016 erfolgte nochmals eine Erhöhung um 50'000 Franken. Aktuell leisten die Verbandsgemeinden einen Betriebs- bzw. Defizitbeitrag von total 350'000 Franken pro Jahr. Der Anteil der Politischen Gemeinde Lütisburg beträgt rund 50'000 Franken pro Jahr. (gk/red)

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Hallenbad Bütschwil soll saniert werden (5.4.19)

Seit 41 Jahren gibt es das Hallenbad Bütschwil. Besonders bei den Lüftungs-, Heizungs-, Sanitär- und Elektroanlagen ist mittlerweile Sanierungsbedarf gegeben. Die Kosten für die Sanierung belaufen sich geschätzt auf rund 1,27 Millionen Franken und jene der Erweiterung auf 2,57 Millionen Franken. Vorerst wurde an der Delegiertenversammlung der beteiligten Zweckverbandsgemeinden mal einen Projektierungskredit von 180'000 Franken gutgeheissen, damit vertieft geplant werden kann.

Heute bietet das Hallenbad ein Schwimm- und Nichtschwimmerbecken, eine 76-Meter-Wasserrutschbahn, einer Sprungbucht sowie dem Saunaangebot. «Das Hallenbad muss sich jedoch auch für kommende Bedürfnisse wappnen, sich modernisieren und auf weitere 40 Jahre rüsten. Es besteht keine Absicht, das Hallenbad in einen Wellness-Tempel oder ein Erlebnisbad auszubauen. Dennoch bedarf es einer gewissen Attraktivitätssteigerung», teilt die Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil mit.

Kreditantrag in einem Jahr

Das Ziel ist, auch in Zukunft in erster Linie ein Hallenbad für Kinder und Familien zu bleiben. Das sind die wichtigsten Zielgruppen. Das Angebot soll im Kinderbereich Wasserspielmöglichkeiten, eine Aufenthaltsfläche beim Kinderplanschbecken für Eltern und Begleitpersonen sowie ein Multifunktionsbecken von rund 100 Quadratmeter beinhalten.

Nach der Ausarbeitung des konkreten Projekts soll im nächsten Jahr die Krediterteilung für die Sanierung und Erweiterung des Hallenbads erfolgen. (gk/red)