Rauchschwaden hängen über der Strasse, an einem Fenster tappen mehrere Hände gegen das Glas, vermutlich eingesperrte Gruselfiguren, Gelächter ertönt rund ums Haus und blutverschmierte Skelette zeigen auf, hier kommt niemand ungeschoren davon. Das Halloweenhaus hat noch an den Sonntagen vom 24. und 31. Oktober für die Bevölkerung geöffnet; aber Achtung, den Ort verlassen unter Umständen nicht mehr alle lebendig. Und wer es doch da raus schafft, der wird belohnt mit feiner Kürbissuppe und Getränk, tollen Gesprächen und Eindrücken, die es in dieser Art wohl nirgends in der weithergehenden Region gibt. Eine kurze geschichtliche Reprise: Der Ursprung von Halloween, oder das Fest des Grauens, liegt bei den Kelten in Irland. In vorchristlicher Zeit begingen die Kelten jeweils am 31. Oktober Samhain, eines ihrer wichtigsten Feste. Sie feierten damit ihre Ernte, den Beginn der kalten Jahreszeit und den Start in ein neues Kalenderjahr. Vielfach wird heute der Kürbis mit Halloween in Verbindung gebracht. Das kommt daher, weil die Menschen Angst vor den Geistern der Toten, die an Halloween die Erde besuchten, hatten. Und damit die Geister ihnen nicht zu nahekommen konnten, haben sie gruselige Kürbis-Fratzen, mit Kerzen darin, vors Haus gestellt.


Zittern mit Zombies und Zitronen

Susi und Max Ammann haben ihr Haus zum dritten Mal halloweentauglich gemacht. Rund anderthalb Monate lang brauchten sie, um alles aufzustellen und in Betrieb zu nehmen. Denn das wirklich Spannende, sind die unzähligen, beweglichen Teile, vor und im Haus. Aber auch Rauchmaschinen, gespenstisch leuchtende Augen und flatternde Flügel verbreiten Angst und Schrecken. Wer vor lauter Zittern kaum mehr ruhig stehen kann, dem wird Abhilfe verschafft, im Keller des Grauens. Da werden nämlich Urinproben, Monster Mule, Spider Milk, oder Zombie mit Zitrone, angeboten. Nebenan steht der elektrische Stuhl und, ein womöglich jahrhundertealter Arzt im weissen Kittel, seziert Herz und Nieren und nascht dabei genüsslich von den Maden. Gruselfaktor 100.

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Nichts für schwache Nerven.


Die Nachbarn gruseln mit

Dass dieser riesige Aufwand von den Ammanns überhaupt erfolgreich sein kann, braucht es auch die Nachbarn dazu. Denn die Geräusche sind oft auch spätabends zu hören. «Wir haben echt super Nachbarn, die auch selber vorbeikommen und mal mehr, mal weniger, mitgruseln», sagt Susi Ammann lachend. Weitherum ist das Weingartner Halloweenhaus schon bekannt, so strömen Interessierte aus anderen Kantonen heran, um hier einen Eindruck von «richtigem» Halloween-Grusel» zu erhaschen. Vieles haben die Ammanns selber hergestellt, gebastelt, geklebt, gemalt, alles für diesen einmaligen Spuk. Halloweenspiele, Wettbewerb, Kürbissuppe; nach dem Gruseln darf genossen werden – ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Hinweis:

An den Sonntagen vom 24. und 31. Oktober ist das Halloweenhaus von 15.00 Uhr bis 21.00 Uhr geöffnet. Die Aussenanlage ist täglich offen und beleuchtet.

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Susi und Max Ammann sorgen auch in diesem Jahr wieder für ein sagenhaftes Gruselspektakel und Halloween vom Feinsten.