Sogenannte «Sprinter»-Züge haben zwei klar definierte Ziele: Sie sollen grössere Schweizer Städte – wie beispielsweise St. Gallen, Winterthur und Zürich – miteinander verbinden und die entsprechenden Strecken sollen innerhalb von einer Stunde erreicht werden. Der St. Galler «Sprinter», der ohne Halt bis nach Winterthur durchfährt, löst bei so manchem Wiler Kopfschütteln aus. Auch wenn dieser Zug nicht in der Äbtestadt hält und durchfährt, schafft er die Strecke von Zürich bis nach St. Gallen eben nicht in einer Stunde. Er braucht genau zwei Minuten länger. In St. Gallen angekommen, steht genau dieser Zug 50 Minuten auf dem Abstellgleis bis er wieder nach Genf reist.

Und deshalb wollte hallowil.ch in einer Umfrage (siehe auf der Seite ganz unten) von seinen Lesern wissen: Soll der «Sprinter» abgeschafft werden? Die Teilnehmer konnten zwischen drei Antworten wählen: «Ja, dies braucht es nicht», «Nein, eine schnelle Verbindung Zürich – St. Gallen ist sinnvoll» und «Weder noch, aber der ‘Sprinter’ soll in Wil anhalten». Das Ergebnis der Umfrage ist wie folgt ausgefallen: So haben sich 61 Prozent der Umfrage-Teilnehmer für die dritte Antwort entschieden. Ihrer Meinung nach soll der «Sprinter» einfach in Wil anhalten. 21 Prozent der teilnehmenden Leser denken, dass es diesen Zug nicht braucht und man ihn deshalb abschaffen soll. Lediglich 18 Prozent sagen, dass man den «Sprinter» lassen soll, weil eben eine Verbindung zwischen Zürich und St. Gallen sinnvoll ist. (red)

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So berichtete hallowil.ch am 3. Januar:

Der öffentliche Verkehr sorgt in Wil immer wieder für Diskussionen. Vor allem der so genannte «St. Galler Sprinter», welcher ohne Halt zwischen Winterthur und St. Gallen verkehrt, stösst in der Äbtestadt bei manch einem auf Unverständnis. Zumal das Hauptziel, die Strecke Zürich – St. Gallen in einer Stunde zu bewältigen, auch mit dem Sprinter nicht erreicht wird. Es fehlen zwei Minuten. Dies wiederum hat zur Folge, dass der Zug in St. Gallen aufs Abstellgleis gefahren wird, um dann 50 Minuten später die Rückreise nach Genf unter die Räder zu nehmen.

«Der Zug wurde eingeführt, um einer angeblichen Bundesweisung Folge zu leisten, wonach die grösseren Städte der Schweiz innert einer Stunde zu verbinden seien. Wenn das aber nicht geschafft werden kann und auch kein Bedarf für zusätzliche Beförderungskapazität besteht, führt man doch nicht einfach einen neuen Zug ein», so Urs K. Scheller, der bis vor gut einem Jahr Präsident der IG Öffentlicher Verkehr (IGöV) Region Wil war. Und weiter zum Thema Bedarf: «Ausser einem Kurs am frühen Morgen ist kein Zug einigermassen besetzt, wie sich bei vielen Augenscheinen erwiesen hat. Die Belegungszahlen sind sicherlich bereits erhoben worden, werden aber wie üblich unter Verschluss gehalten.»

«Beinahe nutzlosen Zug besser auslasten»

Kommt dazu, dass dieser «Sprinter» teilweise weiter bis nach München geführt wird. «Das ergibt unnötige Komplikationen in der Personal- und Materialplanung», so Urs K. Scheller. Seine Forderung ist unmissverständlich: «Den Zug abschaffen oder, wenn er unbedingt beibehalten werden sollte, zur besseren Auslastung Halte in Wil und Gossau vorsehen. Die zusätzlichen 4 bis 6 Minuten

könnten sogar dazu führen, dass der Zug in St. Gallen nicht weggestellt werden müsste. Die reduzierte Wartezeit könnte er mit guter Gleisplanung im Bahnhof abwarten.»

Laut Scheller ist geplant, dass der Zug ab dem Jahr 2035 wieder in Wil und Gossau hält. «Mit gutem Willen und vor allem Verständnis für die Forderung nach diesen Halten sollte es möglich sein, einen jetzt beinahe nutzlosen Zug besser auszulasten und zwei wichtige Ostschweizer Regionen besser zu bedienen. Ab Fahrpanwechsel 2021 wäre dies angezeigt», so Scheller.

Uns nimmt nun Wunder, was die Leser von hallowil.ch von dieser Idee, den «Sprinter» abzuschaffen, halten. Machen Sie mit bei der untenstehenden Umfrage.