Mehr neue Firmen in den letzten zwei Jahren. Die Pandemie vermochte diesen Trend nicht zu brechen, im Gegenteil: Seit Ausbruch des Virus schoss die Zahl der Handelsregistereinträge nochmals überdurchschnittlich in die Höhe und ist im Begriff, dieses Jahr einen neuen Höchststand zu erreichen. Besonders markant ist die Steigerung bei den Einzelunternehmen, die in der Periode 2019- 2021 dreimal höher ausfällt als 2016-2019.

Während die vorgenommenen Eintragungen von 2016 bis 2019 um 5.5% zunahmen, beträgt die Zunahme von 2019 bis 2021 gemäss einer aktuellen Hochrechnung bereits 19.1%. Allein im Jahr 2020 wurden 6'705 Einzelunternehmen gegründet, was angesichts der Grösse des Kantons Thurgau und des Amtes eine beachtliche Anzahl darstellt.

Veranschaulichen lässt sich dies anhand der drei mit grossem Abstand verbreitetsten Rechtsformen im Kanton, nämlich jene der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), der Aktiengesellschaft (AG) und des Einzelunternehmens. Die Zahl der Einzelunternehmen ist damit in diesen Zeiträumen fast doppelt so schnell gewachsen wie jene der AG oder auch der GmbH. Am beliebtesten, Stand September 2021, bleibt jedoch die GmbH mit 6'859 eingetragenen Gesellschaften, gefolgt von der AG mit 6'467 und dem Einzelunternehmen mit 5'532 Einträgen.

Stellenetat wird kaum erhöht

Angesichts der starken Zunahme bei den Einzelunternehmen drängt sich jedoch die Frage auf, ob sich die Inhaberinnen und Inhaber der damit verbundenen Risiken bewusst sind. So haften Sie mit ihrem gesamten Privatvermögen unbeschränkt und unterliegen der Betreibung auf Konkurs.

Stark gestiegen ist mit den Handelsregistereintragungen jedoch nicht nur die Anzahl der Firmen, sondern auch jene der sogenannten amtlichen Verfahren, was für das Amt aufwandstechnisch eine enorme Herausforderung darstellt. So hat sich die Zahl der hängigen Verfahren seit Anfang 2020 mehr als verdoppelt und steht Ende September 2021 bei 179. Bei diesen Verfahren handelt es sich um Eintragungen von Amtes wegen, da die betroffene Rechtseinheit entweder nicht gewillt oder nicht (mehr) in der Lage ist, die gesetzlich vorgeschriebenen Eintragungen dem Amt selbst anzumelden. Den deutlich gestiegenen Arbeitsaufwand bei den Eintragungen wie bei den amtlichen Verfahren bewältigt das Handelsregisteramt mit kaum erhöhtem Stellenetat.