In der Nacht zum 1. Januar feiern die Menschen auf der ganzen Welt mit buntem Feuerwerk den Wechsel vom alten zum neuen Jahr. In vielen Teilen der Welt haben sich verschiedene Bräuche etabliert, mit welchen das alte Jahr verabschiedet und das neue eingeleitet wird. Abschiede lösen auch Wehmut aus. Am «Altjahrestag», welcher kein christliches Fest ist, wird Bilanz über die vergangenen zwölf Monate gezogen.

Im Jahr 2020 fiel vieles dem Coronavirus zum Opfer. Wenn dann in der Neujahrsnacht die Kirchenglocken zu läuten beginnen und bunte Feuerwerke am Himmel das neue Jahr begrüssen, wird’s für viele Menschen aber trotzdem stimmig.

Papst Silvester I als Namenspatron

Wieso heisst der letzte Tag im Jahr eigentlich Silvester? Diese Namensgebung hat einen kirchlichen Hintergrund und geht auf Papst Silvester I. zurück, der bis zum Jahr 335 als kirchliches Oberhaupt in Rom regierte. An einem 31. Dezember wurde dieser im Jahr 314 zum Papst ernannt. 21 Jahre später verstarb er 335 am gleichen Datum. Damals galt noch der 24. Dezember im julianischen Kalender als letzter Tag des Jahres. Einige Jahrhunderte später folgte 1582 die Ablösung zum gregorianischen Kalender, nach dem auch heute noch in den meisten Ländern der Welt gezählt wird. Damit wurde dann das Jahresende auf den 31. Dezember verlegt. Der zu jener Zeit amtierende Papst Gregor XIII bestimmte, dass dieser Endjahrestag zu Ehren des inzwischen heiliggesprochenen Papst Silvester I. in Zukunft gefeiert werden sollte.

Der Legende nach soll Papst Silvester I einst den erkrankten Kaiser Konstantin durch Handauflegen geheilt haben. Danach liess sich dieser von ihm segnen und erkannte ihn offiziell als kirchliches Oberhaupt an. Der 31. Dezember ist auch der Namenstag von «Silvester», einem männlichen Vornamen. Dabei leitet sich der Name Silvester genauso wie der weibliche Vorname Silvia vom lateinischen Wort «Silva» ab, was so viel wie «Wald» bedeutet. Der Heilige Silvester gilt auch als Schutzpatron der Haustiere.

Böse Geister vertreiben

Die Tradition, in der Silvesternacht Feuerwerke zu entfachen, geht auf einen Brauch der Germanen zurück. Diese glaubten, dass der gefürchtete Kriegsgott Wotan in der dunkelsten Jahreszeit sein Unwesen treibe. Der 31. Dezember liegt genau in der Mitte der so genannten «Rauhnächte», die besonders lang und dunkel sind. Um diese Nächte, die zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar liegen, ranken sich viele Mythen. Die alten Germanen glaubten, dass Wotan am 31.Dezember mit seinem wilden Gespenster-Heer durch die Lüfte flog. Weil die Germanen die Silvesternacht so fürchteten, liessen sie selber ein «Höllenspektakel» los. Dabei machte jeder so viel Lärm, wie er nur konnte. Um die bösen Geister zu vertreiben, zündeten sie unter anderem Holzräder an, welche sie brennend ins Tal rollen liessen. Vermutlich entstammt die heutige Tradition, in der Silvesternacht Feuerwerkskörper zu entzünden, ursprünglich diesem Kult.

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In Wil darf an Silvester Feuerwerk gezündet werden (30.12.20)

Die Stadt Wil erlässt für den Silvester keine zusätzlichen Massnahmen wegen der Corona-Situation. Trotzdem wird es nicht sein wie immer, da der traditionelle Laternen-Umzug abgesagt wurde. Aber was bedeutet die Corona-Situation in Bezug auf das Abbrennen von Feuerwerk? Diese Woche machte die Meldung die Runde, dass eben solches auf dem St. Galler Klosterplatz verboten ist (allerdings nicht erst seit diesem Jahr). In Wil gibt es bezüglich Feuerwerks keine spezielle Einschränkung. Es gilt somit das Immissionsschutz-Reglement der Stadt Wil, welches im Februar dieses Jahres nach einem juristischen Intermezzo in Kraft gesetzt worden ist. Ohne eine Bewilligung ist das Abbrennen von Feuerwerk in Wil nur am 1. August und in der Silvesternacht erlaubt. Zudem sind die Verwendung von Knallkörpern am Gümpeli-Mittwoch und am Schmutzigen Donnerstag sowie am Fastnachts-Sonntag von 13 Uhr bis 18 Uhr gestattet.

Heisst konkret: Feuerwerk darf in der Silvesternacht gezündet werden, so die anderen geltenden Regeln eingehalten werden. Öffentliche Veranstaltungen sind vom Bundesrat verboten und bei privaten Treffen maximal zehn Personen zugelassen worden. Auch Kinder werden mitgezählt. Die Landesregierung empfiehlt, Treffen im Privaten auf zwei Haushalte zu beschränken. Gegen eine Silvesterfeier im kleinen Rahmen samt Feuerwerk spricht also nichts.