Im November 2020 gab ein Vorfall um den Wiler Stadtweier zu reden, nämlich hat eine Frau einen Mann beobachtet, welcher in aller Öffentlichkeit Drogen konsumiert haben soll. Dieser Vorfall warf denn auch die Frage auf, ob Wil ein akutes Drogenproblem hat, obwohl die Stadt Wil diverse Angebote für Drogenkonsumierende bereitstellt. Wir haben darüber mit Hermann Gander, Leiter der Suchberatung Region Wil (SB), gesprochen.

Substanzkonsum und die damit verbundenen Folgen gäbe es immer und überall – sowohl in städtischen als auch in ländlichen Regionen. Somit sei auch Wil davon betroffen. Die SB ist eine ambulante Beratungsstelle für Menschen mit unterschiedlichsten Suchtproblemen sowie für Angehörige von Betroffenen. Die Unterstützung findet in Form von Einzel- oder Familiengesprächen statt und ist für Personen aus dem Einzugsgebiet kostenlos.

Die SB sei zertifiziert und werde laufend von der Schweizerischen Vereinigung für Qualitäts-Management-Systeme (SQS) überprüft. Dabei werden Organisation, Arbeitsabläufe und die konkrete Arbeit mit den Klientinnen und Klienten regelmässig im Auditverfahren von einer externen Fachperson durchleuchtet und kontrolliert. Auch 2021 hätte ein solches Audit stattgefunden. Dabei sei der SB eine professionelle und fachlich sehr gute Qualität attestiert worden. Sowohl die Stellenleitung als auch die Mitarbeitenden seien für ihre Arbeit ausdrücklich gelobt worden. Um die Zufriedenheit der Klientinnen und Klienten zu eruieren, führe die SB regelmässige Kundenbefragungen durch. «Bisher sind wir bei diesen Befragungen immer sehr gut beurteilt worden», meinte denn auch Hermann Gander dazu.

Nebst einer Grundausbildung hätten alle Mitarbeiter bei der SB eine therapeutische Zusatzausbildung. «Dies ist keine Selbstverständlichkeit, aber wir legen grossen Wert darauf. In den Beratungsgesprächen sind therapeutische Interventionen oft äusserst nützlich und zielführend», führte Hermann Gander aus.

Bei der SB kämen die meisten Klientinnen und Klienten freiwillig in die Beratung. Der Anteil der freiwilligen Beratungen liege demnach bei etwa 75 Prozent. Wer nicht freiwillig komme, der werde im Zusammenhang mit Auflagen des Strassenverkehrsamtes oder einer von der Justiz verhängten Massnahme dazu verpflichtet. Der hohe Anteil freiwilliger Beratungen sei keine Selbstverständlichkeit. Die SB freue sich deshalb besonders darüber und auch über die erneut guten Rückmeldungen aus dem Audit.

Céline Streun