Was war das für eine Zitterpartie. Als Cédric Noger mit der Nummer 45 und 2,87 Sekunden Rückstand ins Ziel kam, war er auf Platz 26 klassiert. Doch es wurde eng. Bald lag er auf Position 30. Und am Start war mit Nummer 67 noch der starke Österreicher Marco Schwarz, der aufgrund schlechter Resultate in der vergangenen Saison und somit wenigen FIS-Punkten weit hinten starten musste. Tatsächlich zeigte Schwarz sein Können und fuhr auf Position 14. Aus der Traum vom zweiten Lauf für Noger. Hatte es im Dezember in Saalbach wegen einer Hundertstel-Sekunde gereicht, so fehlten dieses Mal 0,02 Sekunden.

Die Zeit war im Mittelteil liegen geblieben. «Ich habe eine Welle nicht richtig erwischt und danach ist ein Schwung lang geworden», sagt Noger. Da dies just in einer eher flacheren Passage passierte, kostete es Zeit. «Im zweiten Teil des Laufes ging es plötzlich nicht mehr so einfach und die Handbremse war angezogen», sagt Noger. Zu erwähnen ist aber auch, dass die Fahrt bis zur zweiten Zwischenzeit höheren Ansprüchen genügte. Das ist der Grund, warum Noger trotz verpassten zweiten Laufs Positives mitnahm und nicht von einer Enttäuschung sprechen wollte. «Das Tempo stimmt, die Entwicklung auch. Es sind noch einige Details», so Noger.

Konzentration auf den Europacup

Klarkommen musste der Wiler auch mit der eigenen Nervosität, die ihn rund eine halbe Stunde vor dem Start befiel. «Da habe ich schwere Beine bekommen. Als ich dann aus dem Starthaus ging, war diese Nervosität allerdings weg», sagt Noger. Er spürte auch die Unterstützung seines ins Berner Oberland gereisten Fanklubs, der mit Transparent und T-Shirts dabei war – und sogar Pyrotechnik zündete. Feuer war also allemal drin, bei Fans und Fahrer.

Nun geht es für Noger im Europacup weiter. Am Montag findet auf der Reiteralm in Österreich ein Riesenslalom statt, am Donnerstag ein nächster im italienischen Kronplatz. Das Abschneiden bei diesen Rennen ist von Bedeutung. Schafft es der Wiler unter die Top 3 in der Europacup-Gesamtwertung, hat er nächstes Jahr einen Fix-Startplatz im Weltcup auf sicher. Derzeit ist er an vierter Stelle klassiert. Zudem geht es darum, mit guten Ergebnissen zusätzliche FIS-Punkte zu sammeln, um sich in der Weltcup-Startliste nach vorne zu arbeiten. Im Weltcup steht der nächste Riesenslalom Anfang Februar in Garmisch auf dem Programm.

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Auch die Unterstützung des eigenen Fanklubs brachte Noger nicht in den zweiten Lauf. Dafür blieb Zeit für ein gemeinsames Erinnerungsfoto am Chuenisbergli.

Hirscher siegt zum achten Mal

Der Sieger des Riesenslaloms von Adelboden hiess wenig überraschend Marcel Hirscher, der im zweiten Lauf den Halbzeit-Führenden Norweger Henrik Kristoffersen noch überflügeln konnte. Der Österreicher siegte zum achten Mal am Chuenisbergli - und zum achten Mal in dieser Saison. Marco Schwarz, der Noger aus der Entscheidung geworfen hatte, verbesserte sich noch auf den beachtlichen siebten Schlussrang. Somit war Schwarz besser als Gino Caviezel, der als bester Schweizer Neunter wurde.

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Der Liveticker aus Adelboden:

So, das soll es gewesen sein vom Liveticker. Wir versuchen noch eine Stimme von Noger zu bekommen, sobald dieser die erste Enttäuschung verdaut hat. Vorerst mal vielen Dank für das Interesse - und ein schönes Wochenende.

War ihm das Hundertstel-Glück in Saalbach hold, so macht Nogers Glücksgöttin Fortuna heute Pause.

Eine ganz bittere Pille. Um zwei Hundertstel reicht es nicht. Ausser es wird noch jemand disqualifiziert, wie das in Saalbach der Fall war. Aber es ist wohl nicht immer Weihnachten.

Und dann ist es passiert. Mit der Nummer 67 fährt der Österreicher Marco Schwarz auf Platz 14. Das war's für Noger.

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Es hat nicht sollen sein: Cédric Noger verpasst den Finaldurchgang ganz knapp. (Bild: Screenshot FIS)

Und dann ist der Deutsche Linus Strasser gut unterwegs. Aber er schafft es nicht, Noger zu verdrängen.

Wenn es reicht für Noger, dann um vier Hundertstel-Sekunden. Wenn es nicht reicht, dann wohl wegen 0,02 Sekunden. Vor der Nummer 64 ist das Rennen unterbrochen. Gleich geht es weiter.

Man hält es kaum aus. Wie schon ist Saalbach ist Noger auf dem Schleudersitz. Hält der seidene Faden?

Mit der Nummer 60 war übrigens ein Italiener nahe an Noger dran - aber schliesslich acht Hundertstels hinter ihm.

Die Nummer 62 ist jetzt am Start. 75 Läufer sind gemeldet.

Noch hält Platz 30. Aber es darf jetzt keiner mehr vor Noger fahren. Riesenspannung aus Wiler Sicht vor mittlerweile fast leerer Tribüne.

Und auch ein Österreicher ist vor Noger. Platz 30 ...

Noch ein Schwede vor Noger. Noch Platz 29 ...

Und dann fährt auch ein frecher Finne vor Noger. Noch Platz 28. Es wird knapp ...

Und dann fährt Andreas Zampa auf Platz 24. Noger ist aktuell auf Rang 27.

Aber ich würde mal sagen: Es schaut gut aus. Das müsste doch reichen - und dann eine gute Ausgangslage geben im zweiten Lauf.

Ai, schon wieder so eine Zitterpartie. Das war schon im Dezember in Saalbach so. Dort war Noger 30. und musste zittern. Jetzt ist es immerhin Platz 26. Wir bleiben dran.

Jetzt ist Noger auf der Piste. Oben ganz stark. Im Mittelteil dann über eine Sekunde verloren. Dann aber wieder gut. Aktuell Platz 26 mit 2,87 Sekunden Rückstand. Das grosse Zittern geht los ...

Derzeit darf man sich 3,5 Sekunden Rückstand erlauben, um sich zu qualifizieren. Allenfalls dann aber auch weniger.

Daumen drücken. Gleich kommt Cédric Noger.

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Dürfen Sie Noger zweimal anfeuern? Gleich wissen wir es.

Mal schauen, ob es Noger zum zweiten Mal in den zweiten Lauf reicht.

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Die Fans von Cédric Noger sind bereit.

Die ersten 30 sind durch. Nun wird der Start-Intervall verkürzt. Es dauert also nur noch wenige Minuten, bis Noger mit der Nummer 45 auf das Chuenisbergli gelassen wird.

Nochmals der Hinweis: Das SRF wird gleich die Liveübertragung aus Adelboden beenden. Wir bleiben aber selbstverständlich live dran und vermelden, wie es Noger gegangen sein wird.

Derzeit kein Schweizer in den Top 10. Caviezel auf 11, Meillard auf 12 und Odermatt auf 15 sind die besten Schweizer. Da hat man sich natürlich mehr erwartet.

Besser geht es Marco Odermatt. Er verliert zwar zuerst kontinuierlich. Im Zielhang nimmt der Leader Kristoffersen aber sogar etwas ab. Ergibt derzeit Rang 15.

Nun das nächste Schweizer Doppelpack - beginnend mit Elia Zurbriggen. Aber auch da läuft die Zeit durch. Gut drei Sekunden Rückstand ergibt derzeit Rang 21. Ist das eine Marke für Noger?

Wir sind bei Nummer 24. Die Entscheidung an der Spitze des Klassements scheint gefallen. Langsam aber sicher können wir uns zu fragen beginnen, wie gross den wohl Nogers Rückstand sein darf, um sich zu qualifizieren. Die eine oder andere Sekunde ist schon drin. Wie viel genau, lässt sich noch nicht recht sagen.

Die nächsten beiden Schweizer kommen dann mit den Nummern 26 und 27. Und dann werden wir schon wissen, wie die "Schweizer" Ausgangslage vor dem Start Nogers sein wird. Es ist noch Luft drin aus Schweizer Sicht, um es mal positiv zu formulieren.

Direkt danach Gimo Caviezel. Immerhin: Mit genau einer Sekunde Rückstand fährt er über die Ziellinie und ist derzeit Elfter - und somit bester Schweizer.

Der nächste Schweizer ist dran. Aber auch für Thomas Tumler läuft es nicht nach Wunsch. Nach einem verkorksten Start scheidet er schon vor der zweiten Zwischenzeit aus.

Die Top 15 sind im Ziel. Und bereits jetzt lässt sich sagen: Es wird heiss im zweiten Lauf. Die ersten Fünf sind durch nicht einmal eine halbe Sekunde getrennt. Es führt der mit Nummer 1 gestartete Kristoffersen vor Hirscher.

Der nächste Schweizer ist dann mit Nummer 17 am Start.

Es ist schon eine Wahnsinns-Sache, was in Adelboden zelebriert wird. Das Zielstadion gleicht einem Fussball-Stadion. Zu gern würde Noger zweimal in dieses hineinfahren. Hat er die Lockerheit? Er kommt wie gesagt mit der Nummer 45. Derzeit sind die ersten Zehn im Ziel. Weiterhin Kristoffersen vor Hirscher.

Huiii, das war knapp: Hirscher schafft es zwar nicht, den Norweger aus der Leaderbox zu verdrängen. Allerdings holt der Österreicher im Zielhang noch auf und liegt nur 0,12 Sekunden hinter Kristoffersen. Das verspricht Spannung für den zweiten Lauf.

Nun kommt der jahrelange Dominator Marcel Hirscher aus Österreich. Noch immer führt Kristoffersen.

Der erste Schweiz ist m Ziel. Und es ist eine Enttäuschung. Loic Meillard verliert auf den derzeit führenden Norweger Henrik Kristoffersen über 1,5 Sekunden.

Das Rennen ist eröffnet bei guten Bedingungen. Noger wird zwar nach dem Ende der SRF-Liveübertragung starten. Auf hallowil.ch erfahren Sie ab sofort, wie es dem Wiler gegangen ist.

Es ist ja erst der dritte Einsatz Nogers im Weltcup. Im Dezember hat er beim Debüt auf der Gran Risa von Alta Badia den zweiten Lauf um gut eine halbe Sekunde verpasst. Drei Tage später in Saalbach hat es dann geklappt – mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung auf den 31. – und nur wegen einer nachträglichen Disqualifikation von Teamkollege Marco Odermatt. Egal: Im zweiten Lauf verbesserte sich der Wiler auf Platz 18, womit die ersten 13 Weltcuppunkte fix waren. Zwischen diesen beiden Rennen lag der erste Sieg in einem Europacup-Bewerb. Wenn das mal nicht Motivation genug ist?

«Die Erwartungen an mich selber sind gestiegen», sagt Cédric Noger vor dem Rennen. Er habe eine «riesige Vorfreude» und es gehe darum, die Lockerheit reinzubringen. Er wird mit der Nummer 45 ins Starthaus fahren.

Es ist angerichtet. Tausende sind ins Berner Oberland gepilgert und haben Abelboden in Beschlag genommen. Eine einzige Festhütte. Können auch die Wiler mitfeiern? Herzlich willkommen zum hallowil.ch-Liveticker vom Riesenslalom am «Chuenisbergli». Simon Dudle tickert für sie durch den Samstagvormittag.

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Die Vorschau:

Der Rummel wird grösser um Cédric Noger. Nachdem er bis anhin jeweils der lokalen Wiler Presse Auskunft zu geben hatte, standen diese Woche Interviews «TVO» und «Radio SRF» an. Zudem galt es, sich auf den nächsten Karriere-Höhepunkt vorzubereiten. Das «Chuenisbergli» von Adelboden steht an. Bei der Startnummern-Auslosung am Freitagabend wurde ihm die Nummer 45 zuteil. «Die Erwartung an mich selber ist gestiegen. Mein Ziel ist, das beste Skifahren abzurufen und den zweiten Lauf zu erreichen», sagt Noger gegenüber hallowil.ch zu seinen Zielen.

Den Vorschaubericht gibt es hier.