Wer zwischen dem 16. und dem 27. Juli mit dem Auto von Wil ins Toggenburg fährt, braucht mehr Zeit als gewohnt – und womöglich gute Nerven. Die Hauptverkehrsverbindung wird auf dem Abschnitt zwischen der neuen Thurbrücke in Lütisburg und Neugonzenbach in dieser Zeit komplett gesperrt sein. Das Tiefbauamt des Kantons St. Gallen erneuert die stark verformten Beläge, ersetzt sämtliche Schachtabdeckungen und versetzt teilweise die Randabschlüsse neu. «Es ist mit Rückstau und grösseren Behinderungen zu rechnen», sagt Bruno Bulgheroni vom zuständigen Strassenkreisinspektorat.

Trotzdem hat man sich für eine Komplettsperrung entschieden. Und dies aus mehreren Gründen. Nur so können die Arbeiten in möglichst kurzer Zeit, mit einer hohen Qualität und mit der maximalen Sicherheit erledigt werden. Die Sommerferien-Zeit wurde gewählt, weil dann das Verkehrsaufkommen grundsätzlich tiefer ist. Wie sich das auf der Strecke ins Tourismusgebiet Obertoggenburg auswirkt, muss sich aber noch weisen. Mit Sicherheit sind in dieser Zeit in den Dörfern Lütisburg und Ganterschwil, durch welche der Verkehr umgeleitet wird, keine Schüler unterwegs.

Mindestens doppelt so viel Verkehr für Lütisburg und Ganterschwil
Um die Sicherheit möglichst hoch zu halten, wird der Verkehr beim Restaurant Rössli in Lütisburg und der evangelischen Kirche in Ganterschwil speziell gesteuert: nachts mittels Lichtsignalanlage, untertags durch Verkehrskadetten der Firma Securitas. Der Verkehr soll möglichst flüssig gehalten werden, um die Nerven der Autofahrer nicht zusätzlich zu strapazieren. Trotzdem kommt da einiges auf die beiden Dörfer zu. Immerhin verkehren auf der zu sanierenden Strasse an einem durchschnittlichen Tag rund 20'000 Fahrzeuge und der Schwerverkehrs-Anteil ist hoch. Bulgheroni geht davon aus, dass in den beiden Dörfern mit mindestens doppelt so viel Verkehr gerechnet werden muss. «Das gibt eine Mehrbelastung und ist schmerzhaft. Wir wollen es aber möglichst kurz und schmerzhaft machen.» Eine einspurige Verkehrsführung auf der Kantonsstrasse wurde nicht in Betracht gezogen, weil dann manch ein Autofahrer wegen des Rückstaus gleichwohl über die beiden Dörfer ausgewichen wäre und diese trotzdem eine Mehrbelastung erfahren hätten.

Beim Strassenkreisinspektorat ist man überzeugt, dass es kein Verkehrschaos geben wird. «Wir hatten das geplante Verkehrsregime schon einmal aufgezogen, als der so genannten «Hirschen»-Rank» saniert wurde. Damals hat es gut geklappt. Nun kommt zusätzlich noch der Verkehrsdienst in Lütisburg und Ganterschwil dazu. Eine Situation wie vor ein paar Wochen in Rickenbach wird es nicht geben», sagt Bulgheroni.

Bei schlechtem Wetter dauert es länger
Ob es bei der zweiwöchigen Sperre jener Kantonsstrasse bleibt, ist noch nicht sicher. Denn die Arbeiten sind teilweise wetterabhängig und können bei ungünstiger Witterung länger dauern. Bulgheroni ist aber mehr als nur zuversichtlich, dass die Arbeiten bis zum Schulstart im August abgeschlossen sind.