Die Idee der SVP Wil, die Jahresversammlung mit der Oberstufenfrage mit und ohne Kathi zu verbinden, ermöglichte dem Stiftungsrat nebst den Vorteilen ihres Modells auch auf die kaum diskutierten Mängel der städtischen Modelle hinzuweisen.

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Schulleiterin Corinne Alder und Stiftungspräsident Armin Eugster stellten das Kathi-Oberstufenmodell B+ vor.

Im Grundsatz gegen die Zielsetzung

Stiftungspräsident Armin Eugster nahm zum Entscheid des Stadtrates dahin Stellung, dass der Vorschlag gegen eine Kathi-Beteiligung auch gegen die eigene Zielsetzung verstosse. Der Lenkungsausschuss habe das Projekt «Schule 2020» mit dem klaren Ziel «Die Kinder im Zentrum» gestartet.

Den Entscheid ohne Kathi habe die Stadt jedoch mit «Mehr Planungssicherheit» begründet. Seitens des Stiftungsrates könnten sie belegen, dass ihr Modell B+ die Kinder im Zentrum halte und zudem pro Schüler auch finanziell für die Stadt günstiger zu stehen komme.

Umfrage bestätigt Bevorzugung «Reine Mädchenschule»

Kathi-Schulleiterin Corinne Alder wies auf die jährlichen Umfragen bei den Schülerinnen und den Eltern hin. Die grösste Zustimmung nebst Werteschule und Leistung falle mit 70% auf den Begriff «Reine Mädchenschule», was auch bei den Eltern den grössten Prozentsatz einnehme.

Das Modell der Stadt mit drei gleichen Oberstufenschulen mit selbstorientiertem Lernen im Fokus bezeichnete Alder als Einheitsbrei ohne jegliche Variationen. Unrealistisch, für den Stiftungsrat weil wirtschaftlich nicht tragbar, komme das Modell B der Stadt daher. Mit den maximal 60 Knaben über drei Klassen müssten sie in Kleinklassen unterrichten, wollte man Sekundar und Real bei der Beschulung unterscheiden.

Tiefere Kosten pro Schüler am Kathi

Woher der 25%-Anteil für das Kathi komme, sei nicht nachvollziehbar. St. Gallen biete schon 30% und Gossau gar 50% Anteil. Das Kathi wolle mit dem Modell B+ 30% zugestanden erhalten. Das heisse 120 Mädchen und 120 Knaben, beides mit Real- und Sekundarschüler.

Dank den seitens der Stadt zur Verfügung gestellten Kosten pro Schüler konnte der Stiftungsrat eine Gegenüberstellung erstellen zu den Kosten beim Kathi. Die Zahlen zeigen sichtbar tiefere Kosten pro Schüler beim Kathi. Eugster fügte dazu bei, dass im Falle ohne Kathi Schulbauten in wohl 3-stelliger Millionenhöhe zu erweitern wären.

Kathi muss sich gleichfalls Risiken stellen

Seitens des Stiftungsrates ist man bemüht, die vorberatende Kommission des Parlaments mit den Details ihres Modell B+ zu beliefern. Das Parlament sei befähigt, im Falle der Überzeugung den Stadtrat mit der Realisierung des Modell B+ zu beauftragen. Falls es zum Entscheid ohne Kathi komme, erhofften sie ein Ratsreferendum, um eine Volksabstimmung herbei zu führen. Sie hofften auf eine Zustimmung, müssten aber auch ein Nein akzeptieren, was dann wohl zur Schliessung der Klosterschule führen würde.

Armin Eugster gab zu Risiken zu verstehen, dass sie zwar auf genügend Knaben setzten, aber auch mit dem Risiko kleiner Klassen rechnen müssten. Noch bevor die Klassengrössen bekannt seien, müssten sie entsprechend Lehrkräfte anstellen. Ihre Gründe für das Modell B+: Chancengerechtigkeit, Durchmischung und Nachhaltigkeit könnten auch Knaben für das Angebot ansprechen.

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Wenig Brisantes zu den HV-Traktanden

Zu Beginn der Hauptversammlung erhielt der SVP-Kandidat für den Ständerat, Mike Egger, ein weiteres Mal Gelegenheit für eine Vorstellung. Er griff mit der nationalen Mai-Vorlage «Rahmenabkommen» ein neues Thema auf, um auf deren Mängel hinzuweisen.

Aus dem Jahresbericht von Präsidentin Ursi Egli wurde bekannt, dass die SVP für ihre Anlässe ganz gern religiöse Örtlichkeiten aussucht. Nach dem Kapuzinerkloster vom Vorjahr bot sich ideal die Gelegenheit bei der Klosterschule Kathi Halt zu machen. Im Ausblick ging Egli bereits auf das Wahljahr 2020 ein, dass sie nicht nur im Parlament ihre Sitze halten wollten, sondern auch einen Sitz im Stadtrat anvisierten.

Noch vorher werde die Wiler Bevölkerung am kommenden 10. März nicht nur zur Nachfolge im Ständerat Stellung nehmen, sondern auch über die 2-prozentige Steuerfusssenkung für die Stadt abstimmen. Die Regionalpartei will zukünftig jeden letzten Montag im Monat einen SVP-Höck einführen. Der erste Höck findet kommenden Montag im Landhaus Niederuzwil statt.