Heidina Jordi hat sich schon immer für die Bildungspolitik interessiert. Denn sie ist der Meinung, dass Bildung jeden einzelnen betrifft und «wichtig für die Schweizer Wirtschaft ist». So ist die 20-jährige Uzwilerin für die Abschaffung der Lehrplan-21-Idee «Schreiben nach Gehör»: Dass damit Schulkindern erlaubt wird, alle Wörter so zu schreiben, wie sie diese hören, will Jordi stoppen. «Ein Kind, das sich falsch geschriebene Wörter bereits eingeprägt hat, wird es nur schwer oder gar nicht mehr richtig lernen», ist die Jungpolitikerin überzeugt. Zudem setzt sie sich stark für die duale Berufsbildung ein. «Denn sie ist das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft», betont Jordi. Gegenüber hallowil.ch erklärt sie nun in einem Interview, warum sie überhaupt in den Uzwiler Schulrat gewählt werden möchte und was sie als Schulrätin anders machen würde.

hallowil.ch: Frau Jordi, Sie wollen Schulrätin in Ihrer Heimat- und Wohngemeinde Uzwil werden. Warum?

Heidina Jordi: Bildung ist überhaupt ein sehr wichtiges Thema in der Politik. Mir persönlich liegt dieses Thema besonders am Herzen, weil die Bildung einerseits für jede einzelne Person bedeutend ist. Andererseits ist die Bildung für unsere Gemeinde, für unseren Kanton und nicht zuletzt auch für unser Land ausschlaggebend. Dass ich nun für einen Sitz im Uzwiler Schulrat kandidiere, hat sich in den letzten Wochen so ergeben: Alle der amtierenden Schulräte treten ja zurück und ich habe gerade meine Lehre abgeschlossen. Es ist der richtige Zeitpunkt, dass ich mich für eine Wahl zur Verfügung stelle.

hallowil.ch: Würden Sie sagen, dass Sie mutig und selbstbewusst sind, wenn sie mit gerade einmal 20 Jahren für das Amt als Schulrätin kandidieren?

Heidina Jordi: Ja, das würde ich sagen. Ich glaube schon, dass man als Jungpolitiker oder Jungpolitikerin Mut sowie Selbstbewusstsein braucht, um hinzustehen und zu sagen: ,Ich kandidiere für den Schulrat in der Gemeinde’. Mit Sicherheit gibt es Menschen, die sagen, dass ich viel zu jung für ein solches Amt bin.

hallowil.ch: Sind Sie es denn?

Heidina Jordi: Nein, ich sehe das überhaupt nicht so. Der Schulrat ist ein Gremium und ich finde es durchaus legitim und vorteilhaft, wenn im Schulrat auch eine jüngere Person sitzt, die näher bei den Schülern ist. Dadurch können die Schüler Uzwils, um die es in den Schulen auch geht, besser vertreten werden. Eine Durchmischung bringt auch eine Vielfältigkeit und Frische rein.

hallowil.ch: Welche Vorteile haben Sie denn im Vergleich zu Ihren Gegenkandidaten, die bedeutend älter als Sie sind?

Heidina Jordi: Den grössten Vorteil sehe ich in meiner Kandidatur, weil ich selbst noch vor zehn Jahren Primarschülerin und danach auch Oberstufenschülerin in Uzwil war. Ich kenne aktuelle Lehrer der Schule Uzwil, die auch mich unterrichtet haben. Ich weiss noch, wie es sich anfühlt, eine Uzwiler Schülerin zu sein. Ich weiss, was ich als Schülerin gut in der Organisation der Schule und was ich eher schlecht gefunden habe. Ich habe beispielsweise auch Freunde, die jüngere Geschwister im Primarschulalter haben. Ausserdem habe ich auch Nichten und Neffen im Alter zwischen ein und neun Jahren. Diese vielfältigen Einblicke haben die älteren Kandidaten nicht. Als meine Kandidatur bekannt wurde, haben mich auch viele Uzwiler angesprochen und mich ermutigt, dass ich den Schritt in den Schulrat schaffen könnte. Viele sehen meine Argumente für diese Kandidatur auch als Chance, eben auch mal eine junge Person in den Schulrat wählen zu können.

hallowil.ch: Also schätzen Sie Ihre Wahlchancen allgemein gut ein?

Heidina Jordi: Ich finde es schwierig eine solche Prognose zu machen, weil ich das erste Mal bei den Gemeindewahlen als Kandidatin antrete. Aber wenn ich es schaffe, die Uzwilerinnen und Uzwiler davon zu überzeugen, dass eine junge Person im Schulrat Vorteile mit sich bringt, dann stehen meine Chancen für eine Wahl nicht einmal so schlecht. Natürlich würde ich nicht kandidieren, wenn meine Wahlchancen nicht intakt wären.

hallowil.ch: Was bedeutet Ihnen die Tatsache, dass die SVP Uzwil so von Ihnen überzeugt ist und Sie für die Gesamterneuerungswahlen ins Rennen schickt?

Heidina Jordi: Ich schätze dieses Vertrauen meiner Partei sehr. Denn ich durfte von Anfang an eine grosse Unterstützung erfahren und das bedeutet mir wirklich viel. Denn alle diese Erfahrungen sind unglaublich schön und für diese bin ich sehr dankbar. Denn die Parteimitglieder unterstützen mich nicht nur jetzt bei den Gemeindewahlen, sondern auch bei den Kantonsratswahlen diesen März oder bei TV-Auftritten wie beispielsweise dem SRF-Format ‘Arena’.

hallowil.ch: Wie haben Sie dieses Vertrauen der Partei als Jungpolitikerin gewonnen?

Heidina Jordi: Ich investiere gerne meine Freizeit in die Partei und das merkt man. Von Anfang an bin ich gerne bei den unterschiedlichsten Partei-Veranstaltungen dabei und ich verstehe mich mit so vielen Parteimitgliedern gut. Ausserdem bin ich ein Mensch, der gerne mitanpackt und gerne freiwillig hilft.

hallowil.ch: Die Ortspartei der SVP ist von Ihnen überzeugt. Aber was werden Sie in den nächsten Wochen und Monaten tun, um die Bevölkerung von sich zu überzeugen?

Heidina Jordi: Ich habe mir natürlich schon im Vorfeld darüber Gedanken gemacht: Wichtig ist, dass die Bevölkerung mein Gesicht sieht und weiss, welche politischen Gedanken ich vertrete. Ich werde mich darum bemühen, dass die Stimmbevölkerung weiss, was meine Beweggründe sind, um als Schulratskandidatin zu kandidieren. Ich hoffe, dass die Uzwilerinnen und Uzwiler in den nächsten Wochen merken, dass mir dieses Amt sehr am Herzen liegt und dass ich reif genug bin um, um als Schulrätin tätig zu sein. Und gerade weil ich so jung bin, stehe ich ein wenig aus der Kandidatenliste heraus.

hallowil.ch: Was würden Sie als Schulrätin als erstes in Uzwil verändern wollen?

Heidina Jordi: Als Schulrätin wäre es mir wichtig, dass ich näher bei den Schulkindern bin und diese regelmässig besuche. Eben anders wie der amtierende Schulrat. Wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere, hatte ich nicht wirklich viele Besuche des Schulrates erlebt. Meiner Meinung nach ist es so wichtig, dass der Schulrat weiss, wie es den Schulkindern geht und was sie bewegt. Auch ist es entscheidend, dass man einem engen Kontakt zu den Lehrpersonen aber auch zu den Eltern steht. So ist man nahe am Puls dran und weiss, was die Menschen in der Schule und rundherum beschäftigt. Und genau das würde ich als Schulrätin anpacken. Ausserdem würde ich mich mit einer bestimmten Herausforderung besonders gerne auseinandersetzen: Es gibt immer mehr Schulkinder, die fremdsprachig aufwachsen und diese ganze Thematik muss man im Auge behalten. Denn die deutschsprachigen Kinder dürfen dabei nicht vergessen und vernachlässigt werden.