Mit Alphorn- und Jodelklängen und Gästen aus der Politik zelebrieren Pfarrer Marcel Ruepp und Pfarrerin Christa Heyd den traditionellen Gottesdienst am 1. August im Festzelt auf dem Nollen.
Das Wetter ist dem Schweizer Geburtstag wohlgesonnen und die Sonne strahlt vom blauen Himmel herunter. Das Festzelt, wo die Andacht gefeiert wird, ist schon vor 10 Uhr ziemlich voll.

Der Name Jesus sei Euer Gruss
Pfarrer Marcel Ruepp begrüsst die grosse Schar mit herzlichen Worten und erinnert an das Zitat von Niklaus von der Flüe, auch Bruder Klaus genannt: Der Name Jesus sei Euer Gruss.
Nach dem Eingangsgebet und dem Lied „Grosser Gott wir loben Dich werden die Osterkerzen von Schönholzerswilen und Wuppenau angezündet. Matthias Zbinden liest den Psalm 100 und das Jodelduett Roman Duering und Bernadette Müller intoniert das erhabene Lied „Wie gross bist du“.

Der Rat eines Liestaler Bauern an Niklaus von der Flüe ist auch heute noch aktuell
Pfarrerin Christa Heyd versucht in ihrer Besinnung das eher schlechte Bild von Bruder Klaus gerade zu rücken und dies gelingt ihr sehr gut. Bruder Klaus ist im Volksmund oft als der verschrieen, der seine Frau und die zehn Kinder im Stich liess. Christa Heyd zeigt und aber ein ganz anderes Bild von Bruder Klaus. Als Niklaus von der Flüe auszog, tat er dies mit dem Segen seiner Frau. Auf seiner Reise traf er kurz vor der Grenze einen Liestaler Bauer der ihm folgenden Rat gab: „Wenn du Gott dienen willst, dann geh nicht ins Ausland und falle dort den Leuten zur Last, sondern gehe dahin zurück wo du herkommst, denn dort brauchen sie dich“. Von diesem Rat und anderen Visionen kehrte er zurück und liess sich im Ranft nieder. Dort war er auch seiner Familie nahe, die ihn auch jederzeit besuchen und Rat holen konnten. Der Rat des Bauern hat auch heute noch seine Berechtigung.
Für Christa Heyd ist das „Flüeli Ranft“ eine Art Rütli, die geistige Mitte der Schweiz und bedeutet ihr sehr viel.

Fürbitten für Land und Kanton
Nach der Landeshymne, bei der alle aus voller Inbrunst mitsingen sind die Politiker an der Reihe. Brigitte Häberli, Ständerätin TG, bittet um Nächstenliebe, Respekt und Anstand. Sie bittet das Volk dem Land Schweiz Sorge zu tragen und dass wir dankbar sind für unseren Wohlstand und unsere Freiheit. Lukas Reimann Nationalrat SG liegt es am Herzen, dass die Jugend in der Zukunft die Kraft hat, das Land zu leiten und das Symbol des Schweizer Kreuzes in weltlicher und christlicher Hinsicht zu vereinigen und zu stärken. Nach dem Wetter- und Erntesegen von Pfarrer Ruepp und dem Vaterunser singen alle Anwesenden sämtliche sechs Strophen des Thurgauer Liedes. Der Segen am Schluss beendet den offiziellen Teil der morgendlichen 1-August-Feier und der Duft der Grillwürste schwebt schon in der Luft. Brigitte Häberli wird in Pfyn TG am Abend eine Rede halten, während Lukas Reimann seinen Feiertag „redefrei“ geniessen darf.