Im Geschäftsbericht 2016, der kürzlich veröffentlicht wurde, erzählt die Stiftung Heimstätten Wil von ihrem vielseitigen Wirken in und für die Region. Mit verschiedenen Projekten, die im Berichtsjahr lanciert wurden, schaffen die Heimstätten Wil zusätzliche Möglichkeiten der Teilhabe und der Begegnung.Als Politikerin und Stiftungsratspräsidentin, die in Wil lebt, ist es Barbara Gysi ein Anliegen, das Thema „Menschen mit einer Beeinträchtigung“ politisch und gesellschaftlich eingebettet zu sehen. So setzte sich die Stiftung auch 2016 dafür ein, als Teil der Gesellschaft wahrgenommen zu werden und mit ihren Angeboten den Klientinnen und Klienten den direkten Austausch mit der Bevölkerung der Stadt und der Region Wil zu ermöglichen.

In Werte investiert
Damit es allen Beteiligten im Unternehmen gelingt, gemeinsam für die Stiftung zu denken und mitzugestalten, werden Werte wie Vertrauen, Kooperation und Wertschätzung gepflegt. „Denn“, so ist CEO Paul Schmid überzeugt, „bringen nur sinnstiftende Werte eine Unternehmenskultur hervor, die auf vielen Ebenen nachhaltig und zugunsten der Klientinnen und Klienten wirkt.“

So investierten die Heimstätten Wil 2016 nicht nur in Maschinen und die Renovation von Küchen, sondern auch in Werte wie Bildung, Kommunikation und moderne Zusammenarbeitsformen.

Für die Stadt und die Region Wil
Eines der Projekte, das 2016 umgesetzt wurde, ist das „Supported Employment“: Sogenannte Job Coaches unterstützen Menschen mit einer Beeinträchtigung dabei, sich (wieder) mit dem ersten Arbeitsmarkt vertraut zu machen. Das Angebot entspricht den Zielen einer teilhabeorientierten Behindertenpolitik wie sie der Kanton St.Gallen anstrebt und wird von Wirtschaftsunternehmen in der Region Wil genutzt.

In Zusammenarbeit mit Pro Infirmis St.Gallen-Appenzell und der Stadt Wil hat die Stiftung die Stadt auf die barrierefreie Zugänglichkeit von öffentlichen Bauten geprüft. Ziel des Projektes ist eine Website für die gesamte Schweiz mit interaktiven Stadtplänen bezüglich Tauglichkeit der jeweiligen Stadt für Menschen mit einer Beeinträchtigung.

„Wiler Kiste“ als Ergänzung im Programm
Das ebenfalls im Berichtsjahr lancierte Angebot der Wiler Kiste sieht sich als Ergänzung zu den Verkaufsstellen in der Region und spricht Menschen an, die sich gesund ernähren wollen und oft keine Zeit haben einzukaufen. Die verschiedenen Abo-Kisten können auf der Website www.wilerkiste.ch bestellt werden. Als Einstieg oder Geschenk für gesundheitsbewusste Menschen eignet sich das Probeabo. Die Wiler Kiste wird einmal in der Woche nach Hause geliefert.

Sichtbares Wirken
Mit der Stiftungsgründung 2015 war auch der Auftrag verbunden, als Unternehmen Erfolg zu haben. Denise Centorame, Leiterin Finanz- und Rechnungswesen, wurde für den Geschäftsbericht 2016 befragt. In diesem Interview erzählt sie, welche Veränderungen sich durch das neue Denken für die Rechnungslegung ergaben und blickt zurück auf ein erfolgreiches Jahr mit sehr guten Belegungs- und Produktionszahlen.

Als Wertschätzung für das gemeinsame Wirken wird die Jahresrechnung 2016 so aufbereitet, dass sichtbar wird, welchen wichtigen Beitrag alle Beteiligten im Unternehmen zum guten Ergebnis beigetragen haben.

Für die Zukunft wünscht sich Barbara Gysi, „dass sich Grenzen vermehrt auflösen und unterschiedliche Lebensweisen noch besser ineinandergreifen“.

Erlebnisse der Menschen, die in den Heimstätten leben
Dem Geschäftsbericht liegen Geschichtenkarten in Form von Schreibkarten bei. Es sind verdichtete Gedanken und Erlebnisse der Menschen, die in den Heimstätten Wil leben und arbeiten. Die Karten können, wie auch der Geschäftsbericht, unter info@heimstaettenwil.ch bestellt oder auf der Website www.heimstaettenwil im Downloadbereich gelesen werden.

gebärden weiten die welt.
fremden. begegnen.
wenn das leben das tempo ändert.
mit licht schreiben.
lehren. lernen. und entfalten.
auszeit vom alltag.
Text Geschichtenkarten: gabriele clara leist. teufen a.rh.

Über die Stiftung Heimstätten Wil
Die Stiftung Heimstätten Wil stellt Wohn- und Arbeitsräume zur Verfügung, die rund 400 Menschen mit einer psychischen oder kognitiven Beeinträchtigung nutzen und mitgestalten können. In Zusammenarbeit mit Unternehmen des ersten Arbeitsmarktes bieten sie zusätzlich externe Arbeitsplätze an.

Es ist der Stiftung ein Anliegen, dass die Klientinnen und Klienten möglichst selbstbestimmt und selbstverantwortet an einem normalisierten Leben teilhaben können. Deshalb setzen sich rund 150 Fachpersonen für eine Assistenz ein, die den individuellen Bedürfnissen der Klientinnen und Klienten entspricht.

In den Abteilungen Holz, Industrie und Textil stellt die Stiftung Einzelanfertigungen und Grossserien für Firmen- und Privatkunden her und erweitert laufend ihr Angebot an verarbeiteten Kräutern, Beeren, Früchten und anderen Produkten (Bio, ProSpecieRara, Culinarium). Die produzierten Waren werden im Verkaufslokal «präsent – Dinge zum Mitbringen», im Onlineshop, mit der Wiler Kiste und bei verschiedenen Handelspartnern zum Verkauf bereitgestellt.

Mit einer wertschätzenden Kultur, die Fähigkeiten, Talente und unternehmerisches Denken fördert, ist die Stiftung – mit ihren zeitgemässen Arbeitsmöglichkeiten – als Arbeitgeberin attraktiv. Und unter dem Aspekt «Einsatz als Freiwillige» bietet die Stiftung Menschen, die sich sozial engagieren wollen, wertvolle persönliche Erfahrungen und Einsichten.