Die Aktionärinnen und Aktionäre wurden – wie seit Jahren schon – mit sanften Flügelklängen von Simon Hofer auf die Versammlung eingestimmt. Natürlich hatten Zahleninteressierte den Geschäftsgang schon zuhause studieren können, aber so eine Banknacht hat eben auch eine gesellschaftliche Komponente, da geht man einfach hin. Es gibt auch jedes Mal ein kulturelles „Highlight“, diesmal war dies ein stündiges Konzert mit dem Hackbrettvirtuosen Nicolas Senn sowie drei „zugewandten“ Musizierenden aus dem Appenzellerland. Der gute Geschäftsgang des Jahres 2017 trug ein Übriges zu einer guten Stimmung in der MZA-Halle bei. Wunderbare Ambiance
Wie immer war die Breitehalle wunderbar geschmückt mit Blumen auf festlich gedeckten Tischen. Die Verantwortlichen hatten mit Bilderkästen eine Art Illusion geschaffen. Denn auf beiden Längsseiten der Halle konnte man auf den Bettenauer-Weiher blicken oder sich an wunderbaren Apfelblüten erfreuen. Man hatte überhaupt nicht den Eindruck, in einer geschlossenen Halle zu sitzen. Auf der hinteren Hallenwand lief zudem zu Beginn in Zeitraffer eine Dokumentation über den Baufortschritt am neuen Bankgebäude über die Leinwand. Organisiert hat den ganzen Anlass Geschäftsleitungsmitglied Patrick Schiegg mit seinem motivierten Bankteam.

Geschäftlicher Teil
VR-Präsident Heinz Jost kam in seinen Ausführungen zum Geschäftsgang 2017 schnell auf die verschiedenen „Baustellen“ zu sprechen, die nicht nur den Bankneubau betreffen. Es weht noch immer ein eher rauer Wind im Finanzsektor. Die politische Weltlage ist heute eher unsicherer als auch schon. Ganz viele neue Technologien kommen Schlag auf Schlag auf die Gesellschaft zu. Wie soll eine Bank mit diesen Herausforderungen umgehen?

Schlagworte, die die Zukunft betreffen
In Zukunft wird das Wort DIGITALISIERUNG noch an Wichtigkeit zunehmen. Immer mehr Geschäfte werden auf elektronischem Wege erledigt werden können. Bargeldlostes Bezahlen ist für viele schon heute Wirklichkeit, wie neue Apps für Smartphones beweisen. Die FINMA – Finanzmarktaufsicht – regelt gesetzeskonform immer strikter das ganze Bankengeschäft. Über FACEBOOK, TWITTER, INSTRAGRAM und andere Programme, aber auch über YOUTUBE oder die grossen digitalen Firmen wie AMAZON oder GOOGLE gibt es ständig neue Angebote. UBER, dieses Taxiunternehmen aus den USA, versucht den Taxibetrieb auch in der Schweiz aufzumischen. Nicht alles, aber vieles davon betrifft auch direkt oder indirekt den Umgang mit der Kundschaft einer Bank.

Herausforderungen verschiedenster Art
Heute genügt es nicht mehr, Kundeneinlagen in ein Sparbüchlein zu schreiben und dann dieses Geld für einen höheren Zins an kreditwürdige Kunden wieder auszuleihen. Das Zinsgeschäft ist stark geschrumpft, es müssen neue Gewinnmöglichkeiten gesucht werden. Der technologische Wandel erlaubt zudem ganz neue Finanzflüsse an denen einer Bank vorbei. KRYPTOWÄHRUNGEN dringen in den Finanzsektor ein. Das macht einerseits manchen Gang zur Hausbank überflüssig. Andrerseits wird gerade deswegen auch von vielen Menschen der persönliche Umgang mit dem Bankpersonal vor Ort eher verstärkt ebenfalls geschätzt.

Gutes Betriebsergebnis
Adrian Müller, Vorsitzender der Geschäftsleitung, ergänzte in seinen kurzen Ausführungen einige Geschäftszahlen aus dem Geschäftsbericht der Bank. Die Bilanzsumme hat die halbe Milliarde überschritten. Auch die Kundengelder und die Kundenausleihungen stiegen um mehrere Prozente. Die Bank ist kontinuierlich gewachsen. Die Liquiditätsvorgaben werden durch die FINMA jährlich erhöht. So musste die Bank 2017 sogar mehrmals kurzzeitig Negativzinsen bezahlen, weil die Nationalbank die Freigrenze auf dem Stand von 2014 bis heute belassen hat. Wer sich genauer in die einzelnen Geschäftszahlen einlesen möchte, kann dies auf der Homepage der Bank – siehe Link im Kasten – problemlos tun.

Neues Leitbild
Die Bank hat sich ein neues Leitbild gegeben. Es zeigt auf, wie sich die Kundschaft und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bank gegenseitig zu guten Lösungen anspornen. Das Kugelstosspendel von Newton diente dabei als „geistiger Impulsgeber“. Es sind Schubkräfte, die Bewegung erzeugen. Kunden und Kundinnen sind für die Bank Impuls und Motivation. Die Mitarbeitenden der Bank versprechen im Gegenzug Mehrwert und Partnerschaft bei allen finanziellen Angelegenheiten. Beratung und persönliche Kontakte werden in Zukunft noch einen viel höheren Stellenwert bekommen, ja überlebenswichtig werden.

In diesem Zusammenhang dankte Jost auch allen Angestellten der Bank für ihren kompetenten Einsatz zugunsten von Kundschaft und Bankinstitut. Gut ausgebildete Fachleute sind das Aushängeschild jeder Firma. Im Bankengeschäft ist es dies jedoch besonders wichtig, wachsen doch die Anforderungen an Fachwissen wegen der Komplexität heutiger Finanzabwicklungen laufend.

Bankneubau
Ein Thema war natürlich auch der bereits äusserlich weit fortgeschrittene Bankneubau. Er wird einen modernen Akzent in die Dorfmitte setzen. Die Wiesentalstrasse sieht bereits jetzt völlig anders aus als früher. Die Baufortschritte sind auf Kurs. Wenn nichts Gravierendes dazwischen kommt, sollte der Neubau Ende November 2018 bezugsbereit sein. Im Mai 2019 ist dann ein „Tag der Offenen Tür“ mit einem kleinen Frühlingsfest geplant. Das jetzige Bankgebäude wird abgerissen werden und ebenfalls einem Neubau weichen.

Richtiges Volksfest mit fetziger Musik
An der GV der Clientis Bank Oberuzwil wird auch immer etwas Überraschendes aus dem Bereich von Musik oder auch Kabarett geboten. Diesmal beschenkte der Hackbrettvirtuose und begnadete Unterhalter Nicolas Senn mit zwei Musikerkolleginnen und einem Kollegen die Aktionärsversammlung. Es gab viel zu lachen. Anfänglich klopfte er mit einer gewagten Begrüssungsformel die Gäste im Saal heraus. Nachdem er sein Stück „E wörzigs Bröckli Chäs“ gespielt hatte, sandte er einen Willkommensgruss an „den oberen Teil von Uzwil“ – und dies in Anwesenheit der beiden Gemeindepräsidenten von Cornel Egger, Oberuzwil, und Lucas Keel , Uzwil! - , begleitet von starkem Raunen im Saal, dabei bezog er auch die Gäste aus der „Weltstadt Algetshausen“ mit ein und versprach allen eine musikalische Weltreise.

Vom Ländler zum Rock’n’Roll
Viele Hackbrettspieler haben es in früheren Jahren nicht gern gesehen, wenn andere Rhythmen und Melodien als die der traditionellen Volksmusik auf ihrem Instrument gespielt wurden. Doch neue Ideen lassen sich nur schlecht bis gar nicht aufhalten. Es war eine absolute Freude, den vier Musizierenden zuzuschauen und natürlich zuzuhören. Als Nicolas Senn meinte, nun wolle er einmal zeigen, dass man auch auf einem Hackbrett schnell spielen könne, wunderten sich viele. Schon bis dahin war man doch manchmal kaum nachgekommen mit Schauen, wenn seine Ruten – die „Hämmerchen“ für den Saitenanschlag – nur so über die Saiten flogen. Doch es konnte tatsächlich noch schneller, noch atemloser kommen! Fast blieb einem beim Zuhören der Schnauf weg – unweigerlich kam da der Gedanke an Helene Fischers Grosshit „ATEMLOS“ auf. Und zu diesem atemberaubenden Spiel fand Nicolas Senn noch immer mal die Zeit, um einen schelmischen Blick zu seinen Mitmusizierenden zu schicken.

Die Geigerin Maja Steingruber aus Rehetobel war für manchen speziellen Akzent zuständig, aber auch für typisch appenzellische „schlärzige“ Melodien und Rhythmen. Auch der Akkordeonist Adrian Dörig aus Weissbad ist für Experimente zu haben. Das war sehr gut im Stück „Töbi in Caracas“ zu hören. Da solle man sich Wellnessferien am Bettenauer Weiher vorstellen, schlug Nicolas Senn vor – grosses Gelächter!

Am Kontrabass setzte Madleina Küng aus der Musikerfamilie Küng aus Appenzell wuchtige Kontrapunkte.
Sie studiert an der Hochschule Luzern Kontrabass und macht bald ihren Masterabschluss. Seit Kindheit ist sie in Musik eingebunden mit der Familienkapelle Küng, die gerade in diesen Tagen mit der Begleitung des Tanzstückes SCHLAFES BRUDER im Stadttheater St.Gallen brilliert. Man hätte noch lange, lange zuhören mögen. Mit diesem so vergnüglichen Konzert hat die Bankleitung ihren Aktionärinnen und Aktionären ein grosses Geschenk gemacht.

Tücken der Akustik
Wie die jungen Techniker an der Soundmaschine oben auf der Galerie verrieten, war es gar nicht einfach, einen Kompromiss für die Lautstärke in der Halle zu erreichen. So war die Musik für etliche im vorderen Teil fast etwas zu laut, während sie in den hinteren Reihen in gerade einigermassen richtiger Lautstärke ankam. Für einen ausgeglichenen Mix hätte es noch zusätzliche Lautsprecherboxen in der Mitte der Halle gebraucht, was einen zusätzlichen und nicht unerheblichen finanziellen Aufwand erfordert hätte. Die Mehrzweckhallte ist schliesslich auch nicht für Konzerte, sondern für Sportanlässe gebaut worden. In diesem Zusammenhang wies Bankleiter Adrian Müller auf den grossen Badminton-Sportanlass am drauffolgenden Sonntag hin. Halbfinal in Uzwil!

Kulinarisches Erlebnis
Neben guten Geschäftszahlen und begeisternder Musik kamen auch lukullische Genüsse zum Zug. Schon die Aufzählung all der Köstlichkeiten auf dem Vorspeisenteller war fast ein Roman zu lesen. Alles schmeckte wunderbar, der Service durch ein riesiges Team unter der Leitung von Vreni Hautle vom Mido-Party-Service Zuzwil war speditiv wie immer, zudem freundlich und aufmerksam. Natürlich kam auch das Gespräch nicht zu kurz, es herrschte eine angeregte, wohltuende Stimmung in der Halle. Auf den Heimweg gab es beim Ausgang noch ein „Bhaltis“, ein Hufeisen – allerdings nicht aus Schokolade, sondern aus einer kleinen Dauerwurst geformt.


Für die Agenda: 5. April 2019 um 19:00 Uhr in der MZA Breite, Oberuzwil

Auf der Homepage der Bank sind alle wichtigen Informationen nachzulesen.

Clientis Bank Oberuzwil AG

Geschäftsbericht 2017der Clientis Bank Oberuzwil AG

Clientis Beratungsszentrum Uzwil

Simulation des Newton-Pendels

Nicolas Senn

Wer gerne etwas nachhören möchte, freut sich bestimmt am Stück QUÖLLFRISCH
Quöllfrisch

Zirkus Renz – aus früheren Tagen mit Nicolas Senn

Geschwister Küng

Seit längerer Zeit moderiert Nicolas Senn die volkstümliche Sendung POTZMUSIG auf SRF 1 am TV.

Potzmusig

KENNZAHLEN PER 31.12.2017

Kundengelder 370‘854‘000 Franken / + 7,1 % gegenüber dem Vorjahr

Bilanzsumme 523‘000‘000 Franken / + 4,8 % - die halbe Milliarde ist damit überschritten

Kundengelder 370‘854‘000 Franken

Kundendeckungsgrad 77‘572‘000 Franken

Kunden-Ausleihungen 478‘077‘000 Franken

Hypothekenausleihungen 448‘659‘000 Franken

Jahresgewinn 1‘458‘000 Franken

Dividendenausschüttung 326‘000 Franken

Eigenkapital vor Gewinnverwendung 39‘917‘000 Franken

Steuern 304‘000 Franken

Eigenkapitalrendite 6,988 %

Aktienkapital nach Kapitalerhöhung 3‘264‘000 Franken