Zur Begrüssung spielte die Trachtenmusik Familie Good aus Mels auf dem Vorplatz des Fürstenlandsaales auf. Den Delegierten, die fast aus der ganzen Schweiz angereist waren, bot sich nun endlich wieder einmal die Gelegenheit Gleichgesinnte persönlich zu treffen und dabei die jeweilige Tracht wieder einmal zu präsentieren. Ein buntes Bild. Und bei einigen wohl ein paar Schweissperlen mehr, wurde doch die eine oder andere Bekleidung aus Wollstoff verarbeitet und dies gab warm - bei den ohnehin hohen Aussentemperaturen. Aber das Organisationskomitee der St. Gallischen Trachtenvereinigung unter der Leitung von Roman Bärtsch hatte mit genügend Getränken und Schattenplätzen vorgesorgt.

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Langjährige solide Verbandsarbeit

Und trotzdem, es mussten ein paar Traktanden abgearbeitet werden. Jahresberichte und Jahresrechnung wurden ohne Wortmeldungen und meist einstimmig genehmigt. Etwas mehr Zeit nahm das Traktandum Wahlen in Anspruch. Aus der fünf-köpfigen Geschäftsleitung traten mit Roland Meyer-Imboden (Präsident während 12 Jahren) und Hans Ulrich Sturzenegger-Wyss (Vizepräsident und Finanzen) zurück. Mit Roland Meyer-Imboden verlässt ein allseits geschätztes Mitglied die Geschäftsleitung. Da er während der Zeit im STV von seiner Familie grosse Unterstützung erfuhr, wurden die Töchter und die Enkelin heimlich nach Gossau zur Verabschiedung eingeladen. Die grossen Verdienste wurden gewürdigt und Roland Meyer-Imboden einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt. Er selbst wusste einige Anekdoten aus seiner Präsidialzeit zu erzählen. Bei Hans Ulrich Sturzenegger-Wyss waren die Finanzen in besten Händen. Der abtretende Vizepräsident wurde als stiller Schaffer gewürdigt. Er steht zukünftig der Gönnervereinigung als Präsident zur Verfügung.

Denise Hintermann (bisher Kommunikation) wurde als neue Präsidentin glanzvoll gewählt. Unumstritten waren auch die Wahlen von Christian Kathriner und Quirin Hänggli in die Geschäftsleitung. Franziska Reber-Stettler (Ressort Programme) wurde für eine weitere Amtszeit bestätigt. Unverändert wird die Geschäftsstelle, die sich in Bubikon befindet, durch Johannes Schmid-Kunz geführt. Durch die beiden jungen Männer (offensichtlich kennt man in diesem Verband keine Nachwuchsprobleme) wurde das Durchschnittsalter deutlich gesenkt.

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Erhalt von Traditionen

Die Delegierten hiess Regierungspräsident Fredy Fässler im «wilden Osten der Schweiz» herzlich willkommen. Er bedankte sich bei den Anwesenden für deren Engagement, sich dem Erhalt von Traditionen und der Kultur zu verschreiben. Fässler hatte sich im Vorfeld bereits mit Trachten beschäftigt, wie seine Rede aufzeigte. Nun bekam er zum Dank ein Geschichtsbuch über das Trachtenwesen, mit dem er sein Wissen vertiefen kann. Wolfgang Giella, der Stadtpräsident von Gossau, freute sich darüber, dass seine Stadt nur wenige Wochen nach dem Eidgenössischen Gesangsfest schon wieder zum Mittelpunkt der Schweiz wurde. Er pries Gossau und dessen Umgebung als erlebnisreiche Gegend und forderte die Delegierten auf, die Ostschweiz auch später wieder einmal zu besuchen.

Der Mitgliederbeitrag wurde einstimmig bei 18 Franken belassen. Nachdem 2020 der Walliser Kantonalverband aus der STV ausgetreten war, hat sich die Trachtengruppe Naters als Mitglied beworben. Der Zentralvorstand hat beschlossen, die Mitgliedschaft des Vereins wieder zu aktivieren. Das Durchführen von Veranstaltungen wie etwa der Brauchtumswoche Fiesch, des Jugendweekends oder diverser Trachtenfeste in der ganzen Schweiz sind nun wieder möglich. Die nächste DV findet am 10. Juni 2023 in Zürich und das Eidgenössische Trachtenfest vom 28. bis 30. Juni 2024 ebenfalls in Zürich statt. Und auch für das Jubiläumsfest vom 06. Juni 2026 (100 Jahre STV) werden die Vorbereitungen demnächst beginnen. Genaueres ist unter www.trachtenvereinigung.ch zu finden.

Delegierte erfreuten sich an St. Galler Darbietungen

Nach der erfolgreich absolvierten Versammlung konnte bei einem Apero (organisiert von der Trachtengruppe Mosnang) wieder das Gespräch untereinander gepflegt werden. Ein Glas Wein, ein Stückchen Käse oder Schlorzifladen oder etwas vom köstlichen Mandelfisch, dazu angeregte Gespräche, liessen die Delegierten die Gluthitze ein wenig vergessen. In der Zwischenzeit haben unzählige Helfer im mit Herzen festlich dekorierten Fürstenlandsaal alles für das Festbankett und die Abendunterhaltung vorbereitet. Das OK konnte auf ganz viele Helfer aus dem gan-zen Kanton zählen. Aber auch auf unterschiedliche Darbietungen. Musikalisch standen die «Türmlibuebe» aus Bütschwil auf der Bühne, um entweder allein zu unterhalten oder die verschiedenen Tanzaufführungen zu begleiten. Die gemischte Kinder-Tanzgruppe aus dem Kanton St. Gallen unter der Leitung von Elisabeth Eggenberger eröffnete den bunten Reigen, bevor die einheimische Trachten- und Volkstanzgruppe ihr Können zeigte. «Mir sind s Trachtechörli aus Thal», so stellten sich etwas mehr als ein Dutzend Frauen in Tracht gesanglich vor. Mit jedem Lied, das es sang, kam das Chörli unter der Leitung von Rosi Zeiter mehr in Schuss, so dass es schliesslich zu einer Zugabe aufgefordert wurde. Auch die Kantonalgruppe überzeugte bei ihren Tanzvorführungen. Mit dem «Pilgermarsch» gab es gar eine Uraufführung. Für diesen Tanz, der beim Publikum sehr gut ankam und eine Wiederholung verlangte, waren zwei Anwesende verantwortlich. Die Musik stammt aus der Feder von Adrian Koller, einer der «Türmlibuebe» und die Choreografie von Bernadette Strassmann, OK-Mitglied und Verantwortliche des Programmes. Schnellere Musik und auch schnellere und akrobatische Vorführungen brachten schliesslich die Flying Penguins, ein Rock’n Roll Club aus Ebnat-Kappel, auf die Bühne. Obwohl die Anwesenden selbst meist ruhigere Töne bevorzugen, gefielen die Darbietungen der jungen Tänzerinnen und Tänzer so sehr, dass auch hier eine Zugabe gefordert wurde.

Roman Bärtsch, OK-Präsident aus Krinau, zeigte sich am Abend sehr zufrieden. Dank der guten Organisation, die das OK geleistet hat und der vielen unermüdlichen Helfer während des Anlasses war die Delegiertenversammlung ein voller Erfolg. 

Beatrice Bollhalder, 19.6.22