Im November 2018 hatten die Lütisburger Stimmbürger Ja gesagt zur Erweiterung ihrer Primarschule für rund 4,6 Millionen Franken. Doch es kam ordentlich Sand ins Getriebe. Zuerst gingen sechs Einsprachen ein, später überwarf sich die Baukommission mit dem beauftragten Architektur-Büro. Es gab Differenzen in finanzieller und ideeller Hinsicht. Als Folge daraus wurde auch die stillgelegte Baueingabe zurückgezogen (siehe Artikel unten).

Doch nun scheint das Ziel in Sichtweite zu rücken. Die Baukommission, zu der Vertreter der Lehrer, des Kindergartens sowie des Elternrates gehören, hat das Projekt in den vergangenen Wochen und Monaten weiterentwickelt. Es gab danach eine Informationsveranstaltung mit den Nachbarn der Neudorfstrasse. «Aufgrund der Rückmeldungen der Anwohner geht der Schulrat von keinen Einsprachen aus. Die Baueingabe steht kurz bevor. Geplant ist der Spatenstich auf August», lässt Schulpräsidentin Marianne Burger Studer im aktuellen Mitteilungsblatt der Gemeinde Lütisburg verlauten. Das wäre dann genau ein Jahr später als ursprünglich vorgesehen. Das umgebaute Schulhaus würde somit per Beginn des Schuljahres 2021/2022 zur Verfügung stehen.

Alte Halle wird nicht mehr saniert

Und wie geht es mit der alten Turnhalle weiter? Pläne für einen Neubau waren im November 2018 von den Stimmbürgern bachab geschickt worden. «Klar ist, dass die Aufgleisung des Projektes Sporthalle erst nach dem Spatenstich für den Schulerweiterungsbau beginnen kann. Im Budget der Schule für das Jahr 2020 ist dafür ein Betrag vorgesehen», lässt die Schulpräsidentin verlauten. Obwohl an der bestehenden Halle dringliche Sanierungsarbeiten zum Beispiel beim Pissoir notwendig wären, ist im Budget für das Jahr 2020 kein Betrag dafür vorgesehen. «Durch das zeitnahe Angehen dieses Projektes möchte der Schulrat Ausgaben für die bestehende Hallenanlage vermeiden», so Marianne Burger Studer.

_______________________________________________________________________________

Eclat: Zusammenarbeit mit Architekten beendet (19.12.19)

«Gut Ding will Weil haben.» So umschreiben Schulrat und Schulleitung die aktuelle Situation, wenn es um die geplante Erweiterung der Primarschule Neudorf in Lütisburg geht. Man könnte auch sagen: Es ist Sand im Getriebe. Doch worum geht es? Für rund 4,6 Millionen Franken soll ein Anbau an das bestehende Schulhaus erfolgen, um die Platzknappheit zu beheben. Im November des vergangenen Jahres haben die Stimmbürger an der Urne grünes Licht gegeben und den dafür nötigen Kredit gesprochen. Bagger sind in der Zwischenzeit aber noch keine aufgefahren, obwohl der Baubeginn für August 2019 vorgesehen war.

Dies hat mehrere Gründe. Es sind sechs Einsprachen eingegangen, welche vor allem den Verkehr betrafen. Dies ist bei einem Millionen-Bauprojekt allerdings nicht allzu aussergewöhnlich. Viel mehr lässt aufhorchen, dass der Schulrat nun die Zusammenarbeit mit dem Architekten beendet hat. «Es gab diverse Differenzen in finanzieller und ideeller Hinsicht zwischen dem Architekten und der Baukommission. Nach Vermittlungsgesprächen entschied der Schulrat nach reiflicher Prüfung der Situation, die Zusammenarbeit mit dem Architekten aufzulösen», schreiben Schulrat und Schulleitung im aktuelle Mitteilungsblatt von Lütisburg. Hoppla. Weitere Angaben zu den Gründen werden nicht gemacht.

So geht es nun weiter

Im neuen Jahr soll nun mit dem bestehenden, angepassten Projekt weitergearbeitet werden. Die Änderungen am Projekt haben den Schulrat dazu bewogen, die stillgelegte Baueingabe zurückzuziehen. Die Neuauflage mit dem optimierten Projekt erfolgt im kommenden Jahr. Davor werden die Anstösser der Schule zu einer Information über die Projektanpassungen eingeladen. «Der Schulrat möchte damit den Weg für eine gelungene Schulraumerweiterung ebnen und danach den Erweiterungsbau zügig umsetzen, damit endlich die nötigen Schul- und Gruppenräume zur Verfügung stehen werden», schreibt die Schulbehörde.

_______________________________________________________________________________

Sechs Eisprachen eingegangen (7.5.19)

Die Schulraum-Erweiterung in Lütisburg kommt nicht vom Fleck. Eigentlich war geplant, eine neue Mehrzweckhalle zu bauen und die Schulanlage Neudorf zu erweitern – und zwar für gesamthaft rund 13 Millionen Franken. Doch die Stimmbürger verwarfen im vergangenen November an der Urne die neue Turnhalle mit 322:392-Stimmen einigermassen deutlich. Für den Ausbau des Schulhauses Neudorf für 4,6 Millionen Franken gab es zwar mit 404:303-Stimmen grünes Licht. Doch noch ist der Weg nicht frei. Denn während der öffentlichen Auflage sind sechs Einsprachen eingegangen. Dabei geht es vornehmlich um die Verkehrssituation rund um das Schulhaus. «Schulrat und Gemeinderat werden das nun gemeinsam angehen», schreibt die neue Schulratspräsidentin Marianne Burger Studer in einer Mitteilung.

Mittlerweile ist mit allen Einsprechern ein Gespräch geführt worden. Diese seien «sehr konstruktiv» verlaufen. Dem Schulrat sei es ein Anliegen, mit den Nachbarn einvernehmliche Lösungen zu finden. Marianne Burger Studer stellt «Anpassungen am Projekt» in Aussicht. «Im Wissen darum, dass eine Bauverzögerung nicht nur Auswirkungen auf den Schulalltag, sondern auch Kostenfolgen hat, ist es mir und dem Schulrat wichtig, die Chance des Be- und Überdenkens zu nutzen», lässt die Schulpräsidentin weiter verlauten.