Am diesjährigen Schüeli-Freitag war die Hitze auf dem Fussballfeld beinahe unerträglich, sodass die Mannschaften nach ihrem zehnminütigen Match unverzüglich den Schatten aufsuchten und nach der Getränkeflasche griffen. In der Nacht auf den Samstag kühlte es zum Glück ab, so dass am zweiten Spieltag ausgezeichnete Bedingungen für tolle Spiele gegeben waren. Wie immer feuerten vom Spielrand her mitfiebernde Eltern und Kolleginnen oder Kollegen die einzelnen Spielerinnen oder Spieler an, was diese jedoch keineswegs besonders beeindruckte... Wetterglück
Schon seit Tagen hatte eine Hitzewelle sich breitgemacht. Die Luft war auch am Freitagnachmittag flirrend, die Wärme fast unerträglich. Am Abend konnte dafür bei angenehmen Temperaturen noch lange gehöckelt werden. Der Wetterbericht hatte für Samstag Abkühlung versprochen, gleichzeitig aber auch Regen prophezeit. Und tatsächlich war der Himmel am Samstagmorgen wolkenverhangen, allerdings fielen nur einige Regentropfen. So konnten bei absolut idealen Bedingungen alle Spiele durchgeführt werden. Der Rasen hielt der Beanspruchung ebenfalls problemlos stand.

Digitalisierung- auch bei den Namen
Hashtags – auf Deutsch „Gartenhag“ genannt – waren gleich in mehreren Gruppennamen zu lesen. Während die ersten und zweiten Klassen noch viele Namen aus dem Tierreich wählten – Schlaufüchse, Füürvogel, Wilde Löwen, Froschhüpfer, Feuerpfoten, Black Tigers, Füürdrache, Kugelfische -, hielten sich schon die Dritt- und Viertklässler mehr an Englisch und Abkürzungen und verursachten damit bestimmt bei manchen Fans mehr der weniger verständnisloses Stirnrunzeln.

In der Oberstufe waren dann kreative Wortschöpfungen, Abkürzungen und Dialektwörter in unkonventioneller Schreibweise die Regel – „ShwyzerShlüüch“ etwa, auch #fresherthan'u" oder „#CHRÄTZTÜSNÖD!“. Den Vogel abgeschossen hat allerdings ein Team der 5./6.Klassbuben mit „@#!“… Am Speakertisch waren die Zuständigen jedenfalls mehr als einmal beim Ausrufen der Namen äusserst gefordert…

Abkühlung
Roger Lindenmann, Oberuzwiler Feuerwehrkommandant, hatte die glänzende Idee, der Schule eine Art Springbrunnen aus Feuerwehrschläuchen anzubieten, was dankend angenommen wurde. Und so tanzten schon bald Buben und Mädchen um die hochschiessenden Wasserfontänen herum und liessen sich anspritzen. Wem das noch zu wenig nass war, der – oder die - schnappte sich ein PET-Fläschchen und begoss Kameradinnen und Kameraden mit ausgiebigen Wasserschwällen. Auch Oberstufenschüler und –schülerinnen wurden da gesichtet, allerdings eher etwas verschämt, schliesslich ist so eine „Götschete“ doch nach landläufiger Meinung eher etwas für die Kleineren…

Smartphone-Generation.
Nicht nur die heutigen Kinder und Jugendlichen informieren sich über das Smartphone, auch Eltern und Grosseltern halten sich gerne damit auf dem Laufenden. Schüeli-Chef Pascal Germann hatte – zum ersten Mal überhaupt - den ganzen Spielplan digital aufgelegt und vom Speakertisch her auch ständig die neuesten Daten erhalten. Dank farbiger Balken war das Verfolgen des Klassements ein Leichtes. Zudem wurde alles auch an die Wand im Zwischengang projiziert, so dass man auch gut ohne ein solches Gerät informiert war.

In der Nähe des Speakertisches sass ein verliebtes Oberstufenpärchen – sie eng an ihn gelehnt, dazu auf dem Smartphone eifrig die neuesten Nachrichten eintippend und abcheckend, während er sie selig umfangen hielt und die Nähe genoss. Auch sonst wurden bei den Jugendlichen vielerorts solche Apparätchen gesichtet. So ändern sich die Zeiten…

Kindergartentanz mit Herzschlagmusik
Für viele ist der Höhepunkt der Schüeli der Tanz der vielen Kindergartenkinder. Diesmal hiess das Motto „Heartbeat“, welches mit riesigen, herzförmigen Ballonen schon vor Beginn angezeigt worden war. Auch jedes schwarzgekleidete Kind trug ein rosarotes (Plastik-) Herz mit sich und bewegte dieses im Rhythmus der Musik. Eines der Musikstücke - Beatrice Eglis Schlager „Mein Herz, das brennt“- war zwar textlich nicht unbedingt kindergartentauglich, aber der Rhythmus riss mit und gefiel bestimmt vielen rund um den Platz.

Und wie immer sah man hier die forschen Buben oder Mädchen, aber auch die verträumten, die erst dann merkten, was sie machen sollten, wenn bereits ein neues Tanzmuster angesagt war. Immer wieder wurde auch diesmal Ausschau nach Mama und Papa gehalten und vor lauter Winken dann vielleicht ein Einsatz verpasst. Allerliebst und einfach wohltuend, wie sich die Jüngsten jeweils einbringen.

Mitmachen seit Beginn die Hauptsache
Für die mitmachenden Kinder und Jugendlichen ist aber das Mitmachen seit der ersten Schüeli – damals noch ein kleines Grümpelturnier – das Wichtigste. Natürlich hat sich in den Jahren seit 1980 auch das Eine oder Andere geändert. Manche Väter – es wurden da auch Mütter gesichtet – verstehen sich als Coach einer Mannschaft. Und manche Mama kann kaum zusehen, wenn ihr Sprössling – ob Bub oder Mädchen – einfach nicht genau dort steht, wo dieser ihrer Meinung nach hingehören würde. Doch die spielenden Schülerinnen und Schüler lassen sich davon wenig beeindrucken und spielen die kurzen zehn Minuten pro Match meist ganz selbstbestimmt durch.

Das Siegen hat in den letzten Jahren aber an Bedeutung gewonnen, was sich auch diesmal wieder an den Freudentänzen nach gewonnenem Spiel zeigte – oder an den Tränen, die bei einer Niederlage flossen. Und kaum je zuvor wurden wohl so viele Schnappschüsse der kickenden Kinder gemacht wie an diesem Dorffest.

Fantasievolle Tenues
Jahr für Jahr verwandeln Kinder gewöhnliche T-Shirts zu kunstvollen Bekleidungsstücken. Seit Jahren werden diese auch bewertet. Weniger sportliche Kinder können hier als Ausgleich ihre Kreativität einbringen und sich bereits mental auf den Anlass vorbereiten. Bei den vom runden Leder Angefressenen braucht es zwar diesen Kick nicht, ihnen tut dafür das eher beschauliche Tun beim textilen Werken gut. Da sich ein Team auf ein einziges Sujet einigen muss, hat die Suche danach auch eine soziale Komponente.

Diesmal war es schwierig, Fotos der Sieger beim „Pokal um das schönste Tenü“ zu schiessen, weil sich ein riesiger Pulk vor den beiden Juryfrauen aufgebaut hatte, der ein gutes Föteli unmöglich machte. Aber die Freude bei den Siegerinnen und Siegern war dafür sehr gut hörbar…

Lehrermatch
„Beat it“ hiess das diesjährige Motto. Fussballspielen war da aber nur die Nebensache. Denn die beiden Gruppen – Hiphopper und die Jacksons – traten mit riesigen Wasserpistolen auf und bespritzten damit wahllos die Zaungäste rund ums Feld. Die Kleidung war nicht unbedingt für die heissen Temperaturen gedacht, auch rutschten die glänzenden Pluderhosen hier und dort bedrohlich nach unten und mussten immer wieder an den richtigen Ort gerückt werden. Aber so richtige Fussballkämpfe sah man kaum – es heisst ja schliesslich auch völlig zu Recht „Plausch-Match“. Dem Publikum gefiel es jedenfalls, und die Abkühlung aus den Wasserpistolen kam auch nicht ungelegen.

Wichtiger Termin in der Agenda des Dorfes
Auf dem Schüeli-Platz kommen Alt und Jung, Einheimische und Fremde zusammen, unterstützen den eigenen Nachwuchs oder freuen sich einfach an packenden Spielen. Die Festwirtschaft lässt kaum Wünsche offen. Und so sitzen im Zelt oder im Zwischengang der Schützengarten-Anlage Menschen zusammen und freuen sich an den Begegnungen. Da und dort sieht man immer auch Ehemalige, die fachkundig die Spiele kommentieren und sich an die eigene Schulzeit und „ihre“ Schüeli erinnern. So bringt die Schüeli – fast wie die Oberuzwiler Chilbi – Menschen zusammen, ist ein Fest für alle.

Rahmenprogramm
Diesmal war vor allem Musik gefragt. Die Kinder aus allen Kindergärten der Gemeinde genossen eine Stunde mit dem Beatboxer CAMERO, welcher den Kindern zeigte, wie man einzig mit dem Mund – und einer Verstärkeranlage – Geräusche erzielen kann. Einige Kinder kamen dabei zu einem eigenen Auftritt. Das junge Publikum war jedenfalls begeistert. Am Abend zeigte CAMERO dann seine Kunst vor grossem Publikum, lieferte sich sogar eine Schlacht – einen sogenannten „Battle“ – mit Michael Schmid, welcher früher selber an der Schüeli mitgemacht hatte. Auch die einheimische Band THE FACTORY – möglicherweise so genannt nach Vorbildern gleichen Namens aus England und Schweden – freute sich, am Anlass ihrer ehemaligen Fussballkünste mit ihrer Musik zur Feststimmung beizutragen.

Gesund?
Fragen darf man sich allerdings, ob es wohl gesund ist, wenn die musikalischen Angebote auf der Bühne derart laut sind, dass das arbeitende Personal kaum mehr in der Lage ist, seine Kunden zu verstehen. Die Personen an der Kasse, am Grillstand und auch am Getränketisch hatten jedenfalls eine starke Lärmquelle zu erdulden. Auch im Zelt war in dieser Zeit kein Gespräch möglich. Dabei tummeln sich immer kleine Kinder vor der Bühne. Gerade sie haben noch ein feines Gehör und können durch hohe Lautstärke Schaden nehmen. Vielleicht gibt es im nächsten Jahr verbindliche Dezibel-Messwerte, die den Musizierenden immer noch Gehör verschaffen, aber auch die Ohren der Umherstehenden und –sitzenden schonen.

Grosseinsatz aller an der Schule Beteiligten
Ohne den Einsatz aller Lehrkräfte, der Elternräte und aller andern an der Schule Arbeitenden wäre ein derartiger Grossanlass nicht zu bewältigen. Allein schon die Einsatzlogistik ist nicht zu unterschätzen. Um die Mittagszeit ist der Andrang an den Verpflegungsständen riesig. Die Kinder haben zum Glück jeweils ihre eigene „Fassstrasse“. Am Speakertisch ist während der Spiele volle Konzentration gefragt. Denn da wird genau geschaut, dass die Resultate auch richtig verbucht werden. Die Teams werden für ihren Auftritt vorbereitet, damit der Einsatzplan reibungslos läuft.

Natürlich muss auch alles wieder abgeräumt und entsorgt werden. Viele Leute nehmen ihren Abfall mit und werfen ihn in einen Kübel, aber leider eben nicht alle. Und nach dem grossen Anlass geht es dann ums grosse Aufräumen auf der Fussballwiese. So schlimm wie in früheren Jahren sah es diesmal auf dem Platz allerdings nicht aus. Hoffnung besteht also, dass all die Bemühungen der Schule um Eindämmung von Littering wenigstens hier ein wenig greifen…



Schulen Oberuzwil

Spielpläne und Rangliste

Feuerwehr Oberuzwil

Hier gibt es genauer Angaben zum Unterhalter am Freitagabend

Camero – Beatboxer

Für Interessierte an dieser Art Musik ein Beispiel eines Australiers, der mit dieser Kunst fasziniert…

Tom Thume – australischer Beatboxer

…und Martin O. ein ganz besonderer Stimmenkünstler aus der hiesigen Gegend

Martin O. – Stimmenkünstler aus der Ostschweiz