Seit der Jahrtausendwende waren 16 Sommer überdurchschnittlich heiss. Einsamer Spitzenreiter bleibt der Sommer 2003. Er war mit Abstand der Wärmste in der Region. Sein Temperaturmittel betrug 21,0 Grad. Der diesjährige Sommer (Juni bis August) war ebenfalls überdurchschnittlich warm und lieferte doppelt so viele Sommertage wie üblich. Auch wenn der meteorologische Sommer schon vorbei ist, sind Sommertage im September immer noch möglich. Mit 16 Hitzetagen (über 30 Grad) schaffte der diesjährige Sommer das Vierfache des langjährigen Durchschnitts. Die Rekorde jagen sich fast jährlich. Der späteste Hitzetag überhaupt wurde bisher am 1. September 2009 mit 31,5 Grad gemessen.

Der Ausdruck „Wüstentag“ (über 35 Grad) wurde erst vor wenigen Jahren in das meteorologische Vokabular aufgenommen. Erstmals in der langen Messreihe wurde ein solcher Tag im Hitzesommer 2003 gemessen. Seither kommt es hin und wieder zu Wüstentagen. Am 31. Juli wurde mit 35,1 Grad ein Wüstentag verzeichnet. Es ist erst der siebte in der gesamten Wetterbuchhaltung. Zu diesem Wüstentag kamen zusätzlich einige Tropennächte (nicht unter 20 Grad) dazu. Der Mittelwert verweist normalerweise auf eine Tropennacht alle zwei Jahre. Dieses Jahr waren jedoch fünf Nächte tropisch. Wenn dann noch die Luftfeuchtigkeit hoch ist, werden sie besonders schwül.

Hitzesommer werden zum Normalfall

Wenn alte Temperaturmesswerte aus umliegenden Stationen sorgfältig an die Station in Niederuzwil angeglichen werden, entsteht eine 265-jährige Messreihe. Natürlich sind solche Angleichungen mit Ungenauigkeiten von einigen Zehntelgraden behaftet. Doch auch unter dieser Berücksichtigung war es in den letzten beiden Jahrhunderten kaum einmal so heiss, wie in den letzten Jahrzehnten (siehe Grafik). Erst ab 1980 steigt die Temperaturkurve auffallend an. Und zwar innerhalb von 40 Jahren um mehr als 3 Grad.

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Die Entwicklung der Sommertemperaturen (Juni - August) zeigt in den letzten 40 Jahren einen rasanten Anstieg. Grafik: Christoph Frauenfelder.