Für die Schweizer Badis verlief der Start in die aktuelle Saison nicht wie gewünscht. Wegen des Lockdowns konnten die Schwimmbäder in der Region den Betrieb erst Anfang Juni wieder aufnehmen. Danach litten die Badis nicht nur unter den strengen Corona-Auflagen wie etwa den Besucherbeschränkungen und den vorgeschriebenen Abstandsregeln, sondern auch unter den tiefen Temperaturen. Nun dürfen sich die Betreiber der regionalen Badis auf die kommenden Tage freuen. Denn am Donnerstag wurde die 30-Grad-Marke geknackt. Und in den kommenden Tagen soll es noch heisser werden. Gehen die verschiedenen Badeanstalten in der Region rund um Wil nun von einem Ansturm aus? «Wir erwarten eine gute Auslastung unserer Anlage», sagt Sabin Rickenbach, Geschäftsführerin der Wiler Sportanlagen AG (WISPAG), auf Anfrage von hallowil.ch. Denn die Betreiber des Sportparks Bergholz haben festgestellt, dass viele Menschen über die Sommerferien in der Region geblieben sind. «Deshalb erwarten wir ein paar gute Tage», begründet Rickenbach ihre Einschätzung. Leider sehen die Wetteraussichten Anfang nächster Woche nicht mehr so vielversprechend aus. «Wir warten also noch immer auf eine stabile Phase mit schönem Wetter», betont Rickenbach.

Sollte es am 1.-August-Wochenende tatsächlich zu einem Ansturm kommen, dann ist der Sportpark Bergholz laut Geschäftsführerin Rickenbach gut vorbereitet. Und das trotz Coronavirus. «Dank unseres Schutzkonzeptes, das wir erstellt haben», sagt sie. Denn vor allem neuralgische Orte wie der Eingangsbereich, die Umkleidekabinen, der Kassenbereich und das Restaurant, wo sich Besucher eben auch näher kommen können, stehen im Fokus des Personals. So werden die Sportpark-Besucher mit Tafeln auf die Hygiene- und Verhaltensmassnahmen aufmerksam gemacht. «Wir appellieren aber auch an die Eigenverantwortung und Vernunft der Badegäste», führt Rickenbach weiter aus.

Keine Angst vor einem grösseren Ansturm

Weil sich die Corona-Regeln des Sportparks Bergholz nach dem Schutzkonzept des Schweizer Verbandes für Hallen- und Freibäder richtet, befürchtet Rickenbach keine Überforderung bei einem grösseren Ansturm über das Wochenende. «Denn laut Empfehlung des Verbandes können wir eine Person auf fünf Quadratmeter Fläche aufnehmen», erklärt Rickenbach. Das heisst, dass beispielsweise das Freibad Bergholz auf dem 26'000 Quadratmeter grossen Areal 5200 Personen zur gleichen Zeit reinlassen darf. «Unser Besucher-Rekord liegt bei etwa 3000 Personen», sagt sie. In diesem Sinne sei das Freibad mit einem 50-Meter-Schwimmerbecken, einem Nichtschwimmer- und Tummelbecken, einem beschatteten Kinderspielzone mit Planschbecken und einem Warmwasser-Aussenbecken gut auf die bevorstehenden Hitzetage vorbereitet.

Die eine oder andere Herausforderung

Nach Angaben von Geschäftsführerin Rickenbach halten sich die Badegäste seit der Eröffnung nach dem Corona-Lockdown im Juni mehrheitlich an die vorgeschriebenen Hygiene- und Verhaltsmassnahmen. «Es gibt einzelne Besucher, die sich den ganzen Schutzmassnahmen zu wenig bewusst sind», erklärt Rickenbach. Denn es gebe Zwischendurch einzelne Reklamationen über Badegäste, die sich beispielsweise nicht an die Abstandsregeln halten. «Ein Konfliktpunkt und damit für uns eine Herausforderung ist das Warmwasseraussenbecken mit den Sprudelliegen und den Massagedüsen», erzählt sie, «denn dort sammeln sich immer wieder zu viele Menschen an.» Es gebe in den Wasserbecken wegen des Chlors, das eine desinfizierende Wirkung hat, keine Abstandsregeln. Das Personal des Sportparks Bergholz ist also nicht verpflichtet die Personenanzahl im Wasser zu zählen. «Wir kontrollieren zur Sicherheit der Besucher aber trotzdem», so Rickenbach. Das sei sehr personalintensiv und deshalb habe das Wiler Freibad wieder mehr Abschrankungen montiert. Auf dem gesamten Freibad-Areal könne das Personal wie beispielsweise der Bademeister keine Kontrollen durchführen. «Deshalb arbeiten wir auch mit der Polizei zusammen, die eine gewisse Präsenz zeigt.»