Das war knapp: 50 Stimmen Unterschied sorgen dafür, dass der Gossauer Holzverarbeitungsbetrieb Gebrüder Eisenring AG nochmals über die Bücher muss. Dieser plant seit Jahren, im Gebiet Geren in Lenggenwil den neuen Firmenhauptsitz zu bauen. Die aktuellen Pläne sehen eine 18,5 Meter hohe Werkshalle vor. Dazu wäre allerdings eine Umzonung nötig, da momentan in jenem Gebiet «nur» 15 Meter hoch gebaut werden darf.

Und dabei bleibt es auch. Das haben die Niederhelfenschwiler Stimmbürger am Sonntag im Rahmen einer Grundsatzabstimmung an der Urne bestimmt – wenn auch knapp. Bei einer hohen Stimmbeteiligung von 56,9 Prozent sprachen sich 633 Personen für den Erhalt der Zone «A15» aus, während deren 583 für «A18,5» waren. Damit entfallen 52 Prozent der abgegebenen Stimmen auf die Zone «A15». In der Niederhelfenschwiler Ortsplanungsrevision wird nun mit der Arbeitszone «A15» für das Gebiet Geren weitergeplant.

Abstimmungsbeschwerde wird zurückgezogen

Für die Gebrüder Eisenring AG und auch den Gemeinderat Niederhelfenschwil ist es in dieser Thematik der zweite Rückschlag innerhalb von knapp eineinhalb Jahren. Im Sommer 2018 waren Baupläne vom Kanton zurückgepfiffen worden, da nicht Zonenplan-konform. Vor dieser Grundsatzabstimmung hatte sich der Gemeinderat dafür ausgesprochen, eine Zone mit einer maximalen Bauhöhe von 18,5 Metern zu erlassen.

Freude herrscht dafür bei der IG Lebensqualität NLZ, welche die 18,5 Meter hohe Bauzone bekämpft hat. «Das Ergebnis bei einer hohen Stimmbeteiligung zeigt, dass unsere Kritik berechtigt war. Die Grösse des Gebäudes wäre nicht passend für ein Dorf wie Lenggenwil. So ein Betrieb gehört an die Autobahn», sagt Remo Bernhardsgrütter von der besagten Interessengemeinschaft. Die Abstimmungsbeschwerde, welche die IG in der Woche vor dem Urnengang beim Kanton eingereicht hatte, wird nicht weiterverfolgt. Die inhaltlichen Vorwürfe sollen von der Geschäftsprüfungskommission der Gemeinde Niederhelfenschwil untersucht werden.

Im Video: Stimmen zur Geren-Abstimmung

 
Gemeindepräsident Simon Thalmann (Bild) und Patrick Mathis von der IG Lebensqualität NLZ nehmen Stellung zum Abstimmungsergebnis - und zur Zukunft.

Über 77 Prozent wollen Schwimmbecken erhalten

Viel klarer ist das Ergebnis bei der zweiten Grundsatzabstimmung ausgefallen. Dabei waren die Stimmbürger gefragt worden, ob die Planungen für den Erhalt des Lernschwimmbeckens an der Oberstufe Sproochbrugg fortgeführt werden sollen. Das Bassin ist in die Jahre gekommen und muss saniert werden. Eine erste Schätzung geht von einem Investitionsbedarf von 1,7 Millionen Franken aus, welcher auf die Steuerzahler Niederhelfenschwils entfiele. An der Urne sprachen sich 77,3 Prozent dafür aus, die Planungen voranzutreiben. 974 Personen sagten ja, nur 286 nein. Die Stimmbeteiligung war mit 57,7 Prozent gar noch etwas höher als bei der Geren-Abstimmung.

Das heisst aber noch nicht, dass das Lernschwimmbecken definitiv erhalten bleibt. Nun wird ein detailliertes Sanierungsprojekt mit Kreditantrag ausgearbeitet. Über diesen hat der Souverän dann neuerlich zu befinden und die Sanierung definitiv gutzuheissen – oder eben abzulehnen.

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Vorschau auf die Abstimmungen:

Die Oberuzwiler Gemeinderätin Caroline Bartholet ist im Frühjahr zur Gemeindepräsidentin von Niederbüren gewählt worden, Ende September ist die FDP-Politikerin als Oberuzwiler Gemeinderätin zurückgetreten. Sie war seit 2009 Mitglied des Gemeinderates. Als Kandidatin für die Ersatzwahl vorgeschlagen ist die Oberuzwilerin Ingrid Markart. Dass sie das Rennen macht, ist wahrscheinlich: Es sei der einzige eingereichte Wahlvorschlag, sagte Gabriela Hollenstein, Leiterin der Gemeindekanzlei gegenüber des St. Galler Tagblatts.

Grundsatzentscheide in Niederhelfenschwil

Am Sonntag wird sich auch entscheiden, ob die Basis gelegt wird, dass im Lenggenwiler «Geren» der Hauptsitz der Gebrüder Eisenring AG gebaut werden kann. Schon seit Jahren will der Gossauer Holzverarbeitungsbetrieb seinen Hauptsitz nach Lenggenwil verlegen und dabei auch eine Produktionshalle bauen. Doch dagegen gibt es Widerstand, die Gegner der «IG Lebensqualität NLZ» haben gar eine Abstimmungsbeschwerde eingereicht.

Abgestimmt wird morgen auch über das Lernschwimmbecken an der Oberstufe Sproochbrugg in Zuckenriet. Das Bassin ist in die Jahre gekommen, sanierungsbedürftig und mit vielen Emotionen verbunden. Viele wollen das Lernschwimmbecken erhalten, so wird denn auch morgen in einer ersten Abstimmung die Frage beantwortet, ob das Planungsvorhaben vertieft werden soll. Konkret wird beantwortet werden, ob ein Antrag für eine Kreditabstimmung ausgearbeitet werden soll.