Binnen weniger Jahre ist die Firma Sygma auf 120 Mitarbeiter angewachsen und somit in der Facility-Services-Branche zum Primus in der Region Wil geworden. Eigentlich könnte Marc Flückiger, Geschäftsführer und Teilhaber, vollends zufrieden sein. Doch ihn stören einige Dinge. Zum Beispiel, dass er mit krankgeschriebenen Mitarbeitern nicht mehr ins Gespräch kommt.

Für hallowil.ch nennt der amtierende Wiler Parlamentspräsident ein Beispiel, das sich in seinem Unternehmen unlängst zugetragen hat: Es geht um einen Mitarbeiter, der in seinem Team die Erwartungen nicht erfüllte. Nachdem dieser das Team gewechselt hatte, die Leistungen aber nicht besser wurden, sollte der Einsatzbereich ein zweites Mal gewechselt werden. Als dann bei einem weiteren Gespräch auch über eine mögliche Kündigung gesprochen wurde, war der Mitarbeiter danach plötzlich krankgeschrieben – und es folgte ein paar Tage später ein Arbeitsunfähigkeits-Zeugnis. Es war ein Zweizeiler ohne Begründung. «Ich versuchte, den Mitarbeiter anzurufen und ihn schriftlich zu erreichen, um ihn für ein gemeinsames Gespräch zu motivieren. Aber er hat sich nicht gemeldet», sagt Flückiger.

Dreiecks-Gespräch gefordert

Auch bei der Ärztin kam der Geschäftsführer nicht weiter. Diese verwies auf die ärztliche Schweigepflicht und gab keine Auskunft. «So zahle ich heute Taggelder für eine Person, die trotz Krankheit weiterhin eine Ausbildung zum Hauswart macht und in den Ausgang geht», ärgert sich Flückiger. Er stört sich vor allem am Verhalten der Ärzte: «Sie nehmen die Sozialverantwortung nicht wahr. Man müsste miteinander an einen Tisch sitzen. Auch ich als Arbeitgeber habe eine Schweigepflicht. Man könnte das Arztgeheimnis in diesem Rahmen etwas lockern.» Flückiger ist überzeugt, dass man bei einem gemeinsamen Gespräch mindestens ein Drittel aller Fälle lösen könnte.

Alles in allem fordert der Wiler Unternehmer, dass mehr Verantwortung getragen werden muss – vor allem von den Ärzten. Denn diese würden die Verantwortung an den Patienten delegieren - und diese wiederum von einem Sozialwerk zum anderen geschoben. «Das kostet uns alle Millionen», sagt Flückiger «Der administrative Aufwand wird immer grösser und es braucht immer mehr Personal im Büro. Weder der Kunde noch der Mitarbeiter hat etwas davon, aber die Dienstleistung wird teurer.»