Der Schwerpunkt der Bauarbeiten in der dritten Bauetappe liegt im zweiten und dritten Obergeschoss sowie im Dachstock des Hofs. Zudem steht das Haus «Roter Gatter» vor einer Gesamt-Renovation. Dazu sind vielschichtige und von Raum zu Raum differenzierte Strategien notwendig. Diese wurden vom Architekten Thomas K. Keller in St. Gallen ausgearbeitet.

Das Nutzungskonzept sieht im zweiten Obergeschoss den Schwerpunkt Arbeiten vor. Im dritten Obergeschoss sollen Museumsräumlichkeiten eingerichtet werden. Auch das Dachgeschoss soll der Geschichtsvermittlung dienen. Im Haus «Roter Gatter» liegt der Schwerpunkt beim Thema Wohnen mit eventuell partiell touristischer Nutzung. Die Dienerschaftskapelle soll als spezieller, multifunktional sowie sakral nutzbarer Raum das Angebot im Hof ergänzen. 

So sieht der Kostenteiler aus
Damit der Hof als Ort der Zusammenkunft von Menschen bei unterschiedlichen Anlässen gastronomisch und logistisch gut bedient werden kann, ist im Haus Toggenburg, das mit dem Hof verbunden ist, ein neues Treppenhaus geplant. Zudem soll die barocke Treppenanlage im Hof wieder klarer als Haupterschliessung erkennbar werden.

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Architekt Thomas K. Keller erklärt, was in der letzten Sanierungsetappe alles gemacht wird.

Die dritte Bauetappe wird gemäss der ersten Kostenschätzung rund 24 Millionen Franken kosten. Die Stiftung Hof zu Wil beantragt, dass sich die Stadt Wil mit 9,3 Millionen Franken und der Kanton St. Gallen mit 5,4 Millionen Franken an den Kosten beteiligen. Die verbleibenden 9,3 Millionen Franken soll die Stiftung selbst tragen. Mit den Bauarbeiten wird nach jetzigem Planungsstand im Jahr 2021 begonnen.

200 Jahre lang Bier gebraut
Weit über die Grenzen der Stadt und Region Wil hinaus zählt der Hof mit seiner über 800-jährigen Geschichte zu den wertvollsten Kulturgütern. 500 Jahre Äbtezeit und knapp 200 Jahre Bierbrauerzeit hinterliessen Spuren. Seit 1978 steht das imposante Bauwerk unter Bundesschutz, seit 1990 ist es als Baudenkmal von nationaler Bedeutung eingestuft. Mitte 1990 übernahm die Stiftung Hof zu Wil die Verantwortung. Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, der Öffentlichkeit den Hof als Treffpunkt für gesellschaftliche und kulturelle Begegnungen zur Verfügung zu stellen. (sk)