Für viele Menschen ist der Hund ihr bester Freund. Doch dieser beste Freund verursacht Kosten. Denn auch die Vierbeiner müssen mal. Den daraus entstandenen Abfall entsorgen Hundehalter in der Regel im «Robi-Dog»-Abfalleimer. Doch die Entsorgung dieses Abfalls kostet – und diese Kosten steigen. Seit dem 1. Januar gilt das neue Hundegesetz im Kanton St. Gallen. Mit dem neuen Gesetz können die Gemeinden unter anderem die Hundesteuer erhöhen – hierfür steht ihnen ein Rahmen von 60 bis 200 Franken zur Verfügung. Dabei ist die Hundesteuer in jedem Kanton und jeder Gemeinde anders festgelegt. Mit der Hundesteuer sollen nämlich Kosten gedeckt werden, die Hunde verursachen. Zu den Kosten zählen unter anderem die «Robi Dog»-Stellen und deren Bewirtschaftung. Aber auch Hundesäckli und Hundekontrollen.

In Wil wurde die Hundesteuer gleich um 30 Franken erhöht: Ein Hundehalter musste in der Äbtestadt bisher jährlich 90 Franken bezahlen. Neu kostet die Taxe 120 Franken pro Jahr. Bei einem durchschnittlichen Hundeleben von zwölf Jahren muss nun ein Wiler Hundebesitzer alleine für Steuern 1440 Franken bezahlen.

«Die Erhöhung ist übertrieben»

Diese Tatsache ärgert nun die Hundebesitzer. So auch Ursula Egli aus Rossrüti. Sie selbst sei nicht dagegen, dass Hundesteuern erhoben werden. Schliesslich werde mit dem «Robi Dog»-System eine Dienstleistung genutzt, die auch gedeckt werden müsse. «Der Aufschlag ist jedoch übertrieben», sagt die Wiler Stadtparlamentarierin.

 
Im Video-Interview erklärt Stadtparlamentarierin Ursula Egli, warum sie die erhöhte Hundesteuer übertrieben findet. (Video: Magdalena Ceak) 

Ist die erhöhte Hundesteuer berechtigt?

Nun stellt sich die Frage, warum der Wiler Stadtrat die Hundesteuer gleich um 30 Franken erhöht hat? hallowil.ch hat bei der Stadt nachgefragt, weil Hundebesitzer wie Stadtparlamentarierin Egli die Kostenwahrheit fordern. «Mit dem per 1. Januar in Kraft getretenen neuen kantonalen Hundegesetz darf ab diesem Zeitpunkt keine Diskriminierung mehr in Bezug auf die Höhe der Hundesteuer des ersten sowie der weiteren Hunde im gleichen Haushalt stattfinden», erklärt Samuel Peter, stellvertretender Stadtschreiber. Die bisherigen Bestimmungen im Wiler Hundetaxe-Reglement seien somit nicht mehr anwendbar. «Die jetzige Festlegung der Hundesteuer basiert auf einer Mischrechnung zwischen den bisherigen Kosten des ersten sowie des zweiten Hundes», führt Peter weiter aus. Hinzu komme dass alle Gemeinden dem Kanton für dessen Aufwände neu zehn Franken pro Hund abgeben müssen. 

Nach Angaben von Peter verrechne der Werkhof jährlich rund 80'000 Franken für die Aufwendung im Hundewesen. «In der Stadt Wil leben derzeit 952 Hunde», weiss Peter. Somit kassiert die Äbtestadt alleine mit der Hundesteuer von 120 Franken pro Hund 114'240 Franken. Also deutlich mehr als die effektiven Kosten, die der Werkhof verrechnet. «Zu diesen Kosten kommen noch weitere Aufwendungen wie zum Beispiel die Führung des Hunderegisters», betont Peter. Aber ist die erhöhte Hundesteuer damit wirklich berechtigt? «Die erfolgte Erhöhung rechtfertigt sich aufgrund der effektiven Kosten und der Vereinheitlichung der Hundesteuer für den ersten und die weiteren Hunde», antwortet der stellvertretende Stadtschreiber. Die Höhe des Tarifs der Stadt Wil liege etwa in der Mitte der kantonalen Vorgabe und «entspricht in etwa denjenigen der umliegenden Gemeinden».