Gute Laune und stets für einen kurzen Schwatz zu haben, das ist Markus Widmer, auch wenn er soeben den Finaleinzug in der Disziplin «American» verpasst hat. Lachend schreitet er von der Abwurfstelle nach vorne, zwinkernd mit den Augen und freut sich, hat er doch soeben einen Sechspunktewurf geschafft. Das heisst, beide Hufeisen umschliessen den sich im Ziel befindenden, Distanz 11.27 Meter, Stab. Der Hufeisen-Klub 86 SG wurde 1986 von einige Schriftsetzern gegründet und war damals der allererste in der Schweiz. «Offiziell sind es heute noch drei Vereine in der Schweiz, nachdem es vor einigen Jahren noch deren sechs bis sieben waren», sagt Werner Helfenberger. Der Präsident des hiesigen Klubs schaut an diesem Wochenende für das gute Gelingen am Qualifikationsturnier zur Schweizer Meisterschaft am 10. September in Niederuzwil. Mit dabei sind am Samstag rund zwölf Werferinnen und Werfer aus Deutschland und 25 Werfer aus der Schweiz.

Schwieriger als es aussieht

Der Hufeisen-Klub 86 SG bezweckt die Pflege, Verbreitung sowie die Förderung des Hufeisens-Werfsports. Regelmässige Treffen zum Training oder an Spieltagen festigt die Kameradschaft, welche sowieso schon immer grossgeschrieben wird. «Hufeisenwerfen ist für jeden geeignet. Nützlich sind dabei aber sicher, wenn man einen guten Wurfarm besitzt, gewillt ist, seine Wurftechnik stets zu verbessern und sich konzentrieren kann. Zudem sollte man das 1,2 Kilogramm schwere und genau genormte Hufeisen über die verschiedenen Distanzen werfen können», sagt Werner Helfenberger. Neben ihm steht zu dieser Zeit ein äusserst verdienstvolles Vereinsmitglied. Hans Engler ist Ehrenpräsident und ist heute noch tatkräftig mit dabei, wenn das Metall in den Sand geworfen wird. «Ich war 20 Jahre lang Vereinspräsident und verbringe heute noch gerne viel Zeit mit den Hufeisen und unseren Kameraden.»


Disziplinen und Punkte

Das Hufeisenwerfen besteht aus zwei Disziplinen: German und American. Im German wirft eine Person 36 Eisen hintereinander. Wer am meisten Punkte erreicht, gewinnt. Im American werfen zwei Personen, im Cupsystem, abwechslungsweise zwei Eisen viermal hin und zurück, sogenannte Innings. Erzielen beide Werfer einen Dreier, heben sie sich auf und es werden keine Punkte vergeben. Ansonsten zählt das nächst gelegene Eisen, aber nur, wenn es nicht mehr als eine Hufeisenbreite vom Stab entfernt liegt.

3 Punkte: Ein «Ringer» ist, wenn die beiden Schenkelspitzen durch eine Gerade, die hinter dem Stab durchführt, verbunden werden kann.

2 Punkte: Das Hufeisen muss Kontakt mit dem Stab haben.

1 Punkt: Gewertet werden Würfe, die im Sandkasten liegen.

Das Hufeisen muss die Norm von 1,190 Kilogramm, 19,368 cm Länge, 18,415 cm Breite und eine Öffnung von 8,890 cm haben.