Der Regierungsrätin Heidi Hanselmann und der Clown Pic überraschten mit Humor und spannenden Anekdoten. Es wurde viel und herzhaft gelacht. Für beide las Helene Hohermuth traditionsgemäss das Horoskop der beiden. - Roland Poschung, Mitglied des Care Teams Kanton St. Gallen , begrüsste mit Heidi Hanselmann seine oberste Chefin, die sogleich betonte, wie wichtig und wertvoll diese Institution sei. Ebenfalls machte sie sich stark für die Vorsorgeprogramme für Senioren, durch die sich vor allem das Sturzrisiko massiv verkleinert hat.

Fussballfans
Pic, der St. Galler Clown wurde besonders bekannt durch seine filigranen Riesenseifenblase. «Im neuen Programm zeigte ich die winzigsten», erklärte er. Schnell entpuppte sich die beiderseits bestehende Leidenschaft zum Fussball. Heidi Hanselmann durfte früher zwar mit den Buben tschutten, bei den Spielen aber nur an der Bande stehen, obwohl sie sehr schnell und wendig war, es klappte erst im Firmensport. Die Vorsteherin des Gesundheitsdepartementes war wohl eine der ersten Frauen in einem Männerteam.

Naturkind
Die Tochter eines Polizisten musste zu ihrem Bedauern immer wieder umziehen, was ihr später zugute kam, lernte sie doch die verschiedensten Regionen im Kanton St. Gallen und damit verbunden unterschiedliche Menschen kennen. Sie wurde Primarlehrerin und bildete sich zur Logopädin aus. Bewegen in der Natur ist sehr wichtig. Das lebt sie besonders in Hochgebirgs- und Gletschertouren bis hinauf auf 7000m aus, ist aber ebenso fasziniert von der traumhaften Unterwelt beim Tiefseetauchen. Spannend, ihren Erzählungen zuzuhören.

Vom Politik-Pfeil getroffen
In die Politik kam sie fast wie die Jungfrau zum Kind. Nach einem Vortrag wurde sie vom damaligen SP Präsidenten gebeten, sich auf die Frauenliste des Nationalrates setzen zu lassen. Auf ihre Bedenken, sie kenne sich gar nichts aus wurde ihr gesagt: « Man kann nicht immer bemängeln, dass sich Frauen in der Politik nicht engagieren und dann selber kneifen, alles ist erlernbar» - Sie wehrte sich erfolglos, stellte sich der Herausforderung und wurde unerwartet gleich beim ersten Anlauf gewählt. Politik erfordere viel Geduld, betonte sie, man wachse mit dem Amt, wo sie sich vor allem im sozialen Bereich engagiert und sich setzt für Familien und die Betroffenen zu Beteiligten macht.

lown aus Leidenschaft
Im Alter von fünf Jahren hat Pic ein Clowntrio gesehen – und das hat ihn nicht mehr losgelassen. Mit 19 Jahren hatte er seinen ersten erfolgreichen Auftritt in der St. Galler Kellerbühne, sein Talent war offensichtlich. Dann begann er als Pausenclown im Zirkus Roncalli und begeisterte auch im Knie. Später bildete er sich an der Pariser Theaterschule Jacques Lecoq weiter, lernte das Metier von Grund auf. Sein Vater war Kunstmaler, hatte einen harten Job und war viel krank. Aber Komik und Humor halfen auch in sehr schwierigen Zeiten.

Amüsante Anekdoten
Mit seinem Buch «Komische Knochen» hat er ein sehr lesenswertes und feinfühliges Werk
Geschrieben, das auch einiges von ihm selber preis gibt. Ebenfalls sehr eindrückliches ist das Werk «nachtein - nachtaus vom Amt für Gesundheitsvorsorge, das Einblick gibt in zahllosen Arbeiten von Nachtdienstleistenden. Heidi Hanselmann war einmal beim Shampoonieren und Reinigend es Schorentunnels dabei. Unter verschiedenen Stühlen klebten Etiketten, und dafür gab es ein Buch gratis. Ausgelost wurden am Schluss auch zwei von Pic gezeichnete

Mit andern Augen gesehen
Zum Plausch aller Anwesenden brachten die Gäste diverse Anekdoten zu Gehör, davon einige Beispiele. PIC hatte einmal in Berlin grosse Zahnschmerzen und besuchte notfallmässig eine Zahnärztin, die ihm zuerst den falschen, dann den richtigen Nerv – fälschlicherweise gezogen hat. Sein St. Galler Zahnarzt war schockiert, denn im Zahn steckte das abgebrochene Stück einer Feile, was Heidi Hanselmann sofort kommentierte mit: Da lobe ich mir unser gute Gesundheitssystem. Ein anderes Mal begegnete er in der Drei Weieren einer uralten Frau. Als er näher kam, meinte sie: Bist du der Pic? Ja! Wir haben zusammen das Lehrerseminar besucht.

Die Lehrerin darf nicht verhungern
Heidi Hanselmann hatte den Kindern den Wert guten Essens erklärt. Ein Bub meinte dann: «Was essen sie am Mittag»? «Ich habe es nicht so gut wie du, wo eine Mamma ein Menu kocht, mir bleibt nur ein Pausenbrot, bin fast am Verhungern». Kurze Zeit später kam der kleine Knirps weinend mit einem Schnipo ins Klassenzimmer. Der Mutter hat er gesagt, die Lehrerin dürfe doch nicht verhungern. Auf einer ihrer Reisen ins Wallis ging ihr Partner überpünktlich in Brig auf den Bahnhof und stieg mit Billetten und Geld in den Zug. Sie – wie meist sehr knapp – kam auf die Minute, stieg in den Zug und suchte von vorne bis hinten ihren Parnet. Der Kondukteur klärte sie dann auf «sie fahren in die falsche Richtung». Ohne lange zu faseln gab er ihr einhundert Franken, damit sie ein Billett lösen konnte und dank dem – nach vielen Stunden Verspätung doch noch in Chur ankam.