Es ist eine alte Weisheit: Man(n) sollte dann als Spitzensportler aufhören, wenn es am schönsten ist. Schön war es sicherlich auch am Samstagnachmittag, als auf dem Areal der Mehrzweckhalle Thurzelg in Oberbüren Hunderte von Pablo Brägger-Fans zusammenkamen, um ihrem Idol einen würdigen Abschied vom Spitzensport zu bereiten.

Brägger – beliebt bei Klein und Gross

Als der 28jährige bei schönstem Herbstwetter im feschen, offenen Oldtimer vorfuhr, brandete Applaus auf. Und als jemand sagte, dass das «PB» auf den Fanartikeln hier wohl populärer als das weltbekannte «RF» von Roger Federer sei, erhob sich zustimmendes Gemurmel in der Menge. Kurz: dieses Fest, das vom ebenso umsichtigen und umtriebigen OK unter der Leitung von Kosmas Brühwiler organisiert worden war, war keineswegs ein «Pflichtveranstaltung», sondern ein echtes Bedürfnis für viele Oberbürerinnen und Oberbürer. Denn Pablo Brägger ist, auch wenn er jahrelang in Magglingen trainierte und viel Zeit mit Reisen und Wettkämpfen auf der ganzen Welt verbrachte, immer der volksnahe «Bub aus Oberbüren» geblieben, als welcher er als Achtjähriger zum ersten Mal in einer Kunstturnhalle stand, und damals im Turnen «die Liebe auf den ersten Blick» fand und fortan lebte.


Steter Support von Familie von Fans

Kein Wunder, kam er schnell zu Erfolgen, später zu ganz grossen Triumphen wie dem EM-Gold am Reck im Jahr 2017 oder zum sechsten Platz mit der Mannschaft an den Olympischen Spielen von Tokio in diesem Jahr. Diese wären jedoch ohne die Unterstützung vieler Freunde – und ganz besonders der eigenen Familie – nie möglich gewesen. Diese stand auch immer hinter ihm, hielt ihm den Rücken frei, auch wenn, wie Schwester Martina in einer sehr persönlichen Ansprache erklärte, sie es anfangs nicht verstanden habe, warum der Bruder «im Sommer in die dunkle Turnhalle und nicht in die Badi wollte».

Regierungsratspräsident Mächler gratulierte

Auch Regierungsratspräsident Marc Mächler liess es sich nicht nehmen, die besten Grüsse des gesamten Regierungsrates zu überbringen. Er sei stolz darauf, dass die Kunstturnhalle in seinem Wohnort, Zuzwil, der Startpunkt für Bräggers Karriere dargestellt habe. So gesehen hätten sie im gleichen Dorf ihrer Karrieren begonnen, so Mächler.

Ganz auf den Flug durch Luft muss der nun ehemalige «König der Lüfte» aber noch nicht verzichten. Denn vom St. Galler Turnverband bekam Pablo Brägger ein passendes Geschenk: der Verantwortliche fürs Ressort Spitzensport, Roland Brändle, überreichte Pablo Brägger einen Gutschein für einen Akrobatikflug. 

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Die ganze Familie Brägger auf einem Bild.