Vor zehn Jahren fand in Wil eine Umfrage statt, aus welcher eruiert werden sollte, wo die Probleme der Sportvereine versteckt sind. Im Rahmen der damaligen Planung zum IGP Sportpark Bergholz wurden die Resultate wahrgenommen und verarbeitet. Nun wollen die Stadt und die IG Wiler Sportvereine erneut eine Umfrage starten; um Veränderungen zu ermitteln. Jeder Wiler Sportverein hat Probleme, die einen grössere, die anderen kleinere, der Schuh drückt immer irgendwo. Um diese Probleme – welche vielfach Ähnlichkeiten vorweisen – zu lösen, aber auch um die Zahlen der Vereinsmitglieder, der Stimmberechtigten, der Anzahl Kinder und vieles mehr zu erfahren, lancierte die Interessensgemeinschaft Wiler Sportvereine im Jahr 2008 eine Umfrage. Aus den Resultaten und Feedbacks wurden damals Fazite und Lehren gezogen, die dann mit Bestimmtheit auch Einfluss auf den sich damals noch in Planung befindenden IGP Sportpark, auswirkten.

Martin Senn, Präsident der IG Wiler Sportvereine, betonte nun am Dienstagabend anlässlich des ersten IG Stamm 2018 (rund 30 Sportvereinsdelegierte waren anwesend), im IGP Sportpark Bergholz, dass man daran sei, eine zweite Umfrage zu lancieren. «Unser Ziel wird sein, herauszukristallisieren wie, wer und wo sich was verändert hat. Wir wissen etwa, dass Jugendliche vor 15 Jahren hauptsächlich über den Turnsport Zugang zu ihrer sportlichen Aktivität in einem Verein gefunden haben. Das hat sich bis heute markant geändert. Jungen wie auch Mädchen sind heute vielmehr im Bereich Fussball anzutreffen.»

Ein Netzwerk aufbauen
Die IG Wiler Sportvereine stehen im engen Kontakt zur Stadt Wil. Ein reger Austausch sei ihnen wichtig und unabdingbar. «Wir wissen, dass unsere 55 Vereinsmitglieder Probleme haben. Die Grösseren davon kämpfen aber mit anderen Begebenheiten als die Kleinen. Wobei es – um es vorsichtig auszudrücken – offen steht, wie lange sich wirklich kleine Vereine noch über Wasser halten können.» Martin Senn weiss, dass es auch immer schwieriger wird, Freiwillige oder Vorstandsmitglieder zu rekrutieren. Auch deshalb wird grosse Hoffnung in die erneute Umfrage gesteckt. «Daraus könnte sich ein Netzwerk entwickeln, worin man sich austauschen und auch helfen kann. Probleme bündeln und diese im Miteinander an die Verantwortlichen der Stadt Wil tragen, das könnte so manches Problem lösen», gibt sich Senn hoffnungsvoll. Es werden dabei die Vereine aus Bronschhofen und Rossrüti miteingebunden, ebenso die Vereine, die nicht Mitglied der IG sind, alle Jugendverbände und alle Oberstufenschüler der Stadt Wil.

Interessanter Vergleich
«Wir wollen mit den gleichen Fragen wie 2008 und einigen ergänzenden Fragen einen Vergleich anstellen mit den Ergebnissen von damals. Eruieren, ob sich Unterschiede in den Entwicklungslinien zwischen Zentrums- und Agglomerationsgemeinden feststellen lässt. Gegenüber der Stadt wollen wir dann mit Zahlen und Fakten sachlich argumentieren können.» Martin Senn sagt, dass nach den kommenden Herbstferien die Umfrage starten wird.