Regierungsrätin Susanne Hartmann betonte, dass bei Wil West das Gesamtbild überzeuge und durch die kantonsübergreifende Zusammenarbeit Vorbildcharakter geniesse. Der Kanton St.Gallen ist Haupteigentümer auf dem Areal Münchwilen und nimmt die Rolle als Investor ein. Auf der anderen Seite steht der Thurgau als Standortkanton, welcher als Behördenkanton die Gestaltung definiert und für die Qualität verantwortlich ist. Sie ist überzeugt, dass Wil West die Region und den Kanton als Wirtschaftsstandort stärkt und schnelle und sichere Wege für alle Verkehrsteilnehmenden schafft. 

Ebenso ging sie auf die Kosten ein: Den zu erwartenden Erträgen (z.B. Verkauf Bauland) von 36,4 Millionen Franken stehen Kosten für die Angebotsentwicklung und Arealvermarktung im Umfang von 32,6 Millionen Franken gegenüber, womit ein Erfolg von 3,8 Millionen Franken resultiert. Der Bund investiert 35 Prozent der Gesamtkosten via Agglomerationsprogramm, das Bundesamt für Strassen plant und finanziert den Autobahnanschluss. «Wir setzen hohe Ansprüche in Bezug auf Architektur, Städtebau, Ökologie, Freiraum und Nutzung sowie bezüglich CO2-Neutralität und Energieautarkie», hob Susanne Hartmann hervor. Läuft alles nach Plan, könnte im Jahr 2025 der Baustart für die Arealerschliessung sein.

Lucas Keel seinerseits unterstrich, dass die Region Wil grosses Potenzial hat, gleichzeitig aber die gesamte Ostschweiz im Wettbewerb zu anderen Regionen stehe. Sie sei gefordert, attraktiver zu werden, um im Standortwettbewerb bestehen zu können. «Das heisst, die Region muss bestehenden Unternehmen Perspektiven bieten und jungen Menschen und Fachkräften eine Zukunft in der Region ermöglichen, um sie nicht an Städte wie Zürich zu verlieren.» Voraussetzung dafür sei, dass die Region attraktive Bedingungen für die Ansiedlung von neuen Unternehmen und damit neue Arbeitsplätze schaffe. Im Westen der Stadt Wil soll mit dem Entwicklungsschwerpunkt Wil West in den nächsten 30 bis 40 Jahren ein attraktiver Standort für Gewerbe- und Industriebetriebe geschaffen werden.

Auf die Frage des Verlusts von Fruchtfolgeflächen sagten beide Referierenden, dass dieser in den umliegenden Gemeinden kompensiert werde und dass die Regio-Gemeinden zugunsten der konzentrierten Entwicklung in Wil West auf Einzonungen für neue Firmen verzichten.

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