Rund 90 Musikliebhaber hatten sich in den beiden Salons des Baronenhauses eingefunden. Darunter auch Kinder und Jugendliche. Es waren Lernende der drei Musiklehrkräfte Kim Maria Bischof, Violine, Hanspeter Schneider, Klavier und Johannes Pfister, Violine und VIola. «Es ist angerichtet.» Mit diesem Worten begrüssten Andrea und Roland Bosshart, die im Namen der Ortsgemeinde Wil die Barnonenhauskonzerte planen und durchführen, das Publikum.

Ein Klangmenu aus 13 Gängen mit verschiedensten Klangnuancen wurde aufgetragen, zusammengestellt aus klassisch-romantischen bis zu unterhaltenden Musikstilen, gekocht und serviert von drei Musikern, die ihre gemeinsame Liebe zur Salonmusik entdeckt haben. Ein Genre, das sich aus den Kammermusikkonzerten des Adels entwickelt hatte und vor allem im 19. Jahrhundert in bürgerlichen Kreisen gepflegt wurde. Dabei ging es damals jedoch nicht primär um den Musikgenuss. Den Darbietungen wurde nur oberflächlich gefolgt. Musikalisch handelte es sich oft um Bearbeitungen von Opernmelodien und Tänzen, andererseits glänzten aber auch Musiker wie Franz Liszt und Jacques Offenbach in den Salons ihrer Zeit.

Schweizer Tänze
Das Trio de Salon Suisse durfte sich jedoch der vollsten Aufmerksamkeit seines Publikums gewiss sein. Es bot ein facettenreiches Spiel. Transparent und wunderbar spröde das „Pleurs d’Or“ des Französischen Impressionisten Gabriel Fauré, spritzig dagegen eine Polka von Dimitri Schostakowitsch, ein schwungvoller Schlager von Fred Raymond und ein Galopp von Johann Strauss, der eher an einem eleganten Trab erinnerte. Zwei Schweizer Tänze reihten sich in dieses Menu ein.

Kurzweilig für alle Altersgruppen
Kim Maria Bischof und Johannes Pfister ergänzten sich mit einem charaktervollen Spiel. Sie traten in den Dialog zweier eigenständigen Individuen oder verschmolzen zu einem homogenen Klangbild, wo es die Vorlage erforderte. Hanspeter Schneider verstand es, Klangbilder aus den Tasten des Bösendorf-Flügels hervorzuzaubern, von den elegantesten Arpeggien bis zu den frechsten Staccati. Von meditativer Ruhe dagegen war sein Solovortrag –«Gymnopédie Nr. 1» von Eric Satie. (pd)