Eine besonders knifflige Arbeit hat sich die künftige Zahntechnikerin ausgesucht. Sie verpasste einem Gebiss eine Zahnspange und durfte für diese akribisch-sorgfältige Arbeit den ersten Preis entgegennehmen.«Veränderungen sind am Anfang hart, in der Mitte chaotisch und am Ende wunderbar» - mit diesem Zitat beginnt die schriftliche Arbeit von Natascha. Genauso hat sich für sie die Zeit in der Oberstufe angefühlt, und schon beginnt wieder ein neuer Lebensabschnitt.

Zähne sind omnipräsent
Manch geflügeltes Wort weist auf die Bedeutung der Zähne hin: "Haare auf den Zähnen" sind kein Hinweis auf ein zurückhaltendes Wesen, und wenn jemandem "ein Zahn gezogen" wird, kann das mehr bedeuten, als eine zahnärztliche Leistung. Die Zähne sind mehr als Kauwerkzeuge, sie sind auch ein äußeres Zeichen für Jugend und Gesundheit. Ein breites Lächeln wirkt nur halb so sympathisch, wenn es ein lückenhaftes oder ungepflegtes Gebiss entblößt. Kein Wunder also, das ein makelloses Gebiss inzwischen zum Schönheitsideal dazu gehört.

Zahnfleisch und Zähne modelliert
Die Schlussarbeit von Natascha sollte im Zusammenhang mit ihrem künftigen Beruf als Zahntechnikerin stehen. Weil ihre Kenntnisse über Zähne noch zu wünschen übrig liessen, merkte sie schnell, dass es schwierig werden könnte. Im Internet fand sie die passende Idee und entschied sich für ein Gebiss mit dazu passendem Sockel und einem 3D-Bild mit ihrem eigenen Gebiss. Bevor sie irgendetwas zum Weitermachen bestellte, besprach sie sich mit Frau Koch, ihrer Lehrlingsausbildnerin. Diese meinte, Zähne zu modellieren brauche viel Zeit, das hiess: sofort beginnen. Figuren, Modelliermasse und alles Notwendige wurde gekauft. Da man als Zahntechniker nicht nur Zähne, Brücken und Gebisse macht, sondern auch Spangen, wollte sie dies in Angriff nehmen.

Zhntechniker/In
«Kaum jemand weiss, was ein Zahntechniker alles macht» schreibt die junge Frau in ihrer schriftlichen Arbeit. Nebst Prothesen, Kronen oder Brücken stellt er auch Spangen, Metallschienen und verschiedene Mundschütze für alle möglichen Sportarten her. Dazu werden viele Materialien und Werkzeuge benutzt, zum Beispiel: Gips, Kunststoff, Metalle etc. Auch der Computer kommt immer öfter zum Einsatz. Das Interesse an Anatomie, Chemie und Physik ist Voraussetzung, umd den Beruf zu erlernen. Zudem braucht es viel Geduld und Ausdauer, wie auch handwerkliches Geschick und ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen. Die Lehre dauert vier Jahre und ermöglicht anschliessend diverse Weiterbildungen und Spezialisierungen.

Millimeterarbeit
Dass das Kauwerkzeug des Menschen sehr anspruchsvoll ist und vielen Belastungen standhalten muss, weiss man. Dass eine Zahnspange aus diesem Grund absolut millimetergenau sitzen muss, erklärt sich von selbst. Zuerst wurde ein Gerüst für fünf Zähne gebaut. Mit Modelliermasse arbeitete sie über mehrere Tage an den Zähnen und schickte sie dann der Lehrlingsausbildnerin. Bis zu deren Antwort arbeitete Natascha am 3D-Bild und dem Sockel. Zudem schnitt sie aus Styrofoam das Zahnfleisch- Modell, ebenfalls eine aufwendige Arbeit. Leider war Frau Koch nicht ganz zufrieden mit den Zähnen. Rillen und Formen mussten verbessert werden, also nochmals an die Arbeit.

Eigener Gebissabdruck
Der Zahnarzt der Schülerin hat den Abdruck ihres eigenen Gebisses gemacht und ihr den Bausatz für die Spange bereitgestellt. Zahn für Zahn wurde akribisch genau bearbeitet und die Spange mit Draht und kleinen Gummiringen befestigt. Nach dem Okay von Frau Koch wurden die Zähne gebrannt und vom Papa lackiert. Leider gab es bei 2 Zähnen Risse, das hiess nochmals abschleifen, mit Gyso Polyflex auffüllen und nach 24 Stunden neu lackieren. Auch das Zahnfleisch wure lackiert und nach dem Trocknen nach Rissen abgesucht.

Attraktiv präsentiert
Zur Präsentation fertigte sie einen Sockel aus Metall an, und liess den Schriftzug «Sprochbrugg 2017 und Natascha» hinein lasern, sehr modern und attraktiv. Unter dem Plexiglaswürfel waren die Zähne sehr gut zu sehen, vor allem viele Details. Oben zeigt sich das 3-D-Bild und der Abdruck mit ihrem eigenen Gebiss inkl. Spange. «Ich finde, meine Arbeit ist mir trotz vieler Probleme, die ich bewältigen musste, gute gelungen und ich bin stolz auf mich» schreibt sie in der Zusammenfassung – und das hat die Jury zurecht belohnt.