Die Stiftung Hof zu Wil steht auf einem soliden Fundament. Bevor die dritte Bauetappe in Angriff genommen werden kann, ist das Projekt „Zwischennutzung“ angelaufen. Beim Museumskonzept wurden in Zusammenarbeit mit der Wiler Ortsgemeinde erste Leitplanken gesetzt.Trotz eines weiteren Hitzetages durfte Susanne Hartmann, Präsidentin des Stiftungsrates Hof zu Wil, zur 27. Versammlung eine stattliche Schar Mitglieder aus dem Kreis der „Freundinnen und Freunde des Hofs zu Wil“ begrüssen. Im Ulrich-Rösch-Saal wurden zwei langjährige Stiftungsratsmitglieder verabschiedet. Im Vordergrund steht derzeit im Rahmen der Phase „Zwischennutzung“ die Vermietung von brachliegenden Räumlichkeiten für verschiedene Anlässe.

St. Galler Architekturbüro machte das Rennen
In ihrem Jahresrückblick ging Dieses gliedert sich in die Bereiche Architektur, Museumskonzept, Betrieb (Hofleitung/Zwischennutzung) und Kommunikation. Für die Planung, Begleitung, Betreuung und Ausführung der dritten Bauetappe waren im Januar von einer Fachjury aus einer Vielzahl von Bewerbungen auf die offene Ausschreibung acht Architekturbüros ausgewählt worden.

Das Rennen machte im April schliesslich das St. Galler Büro Thomas K. Keller Architekten, das als überzeugendes Referenzobjekt unter anderem das Klostermuseum St. Georgen in Stein am Rhein vorweisen konnte. Über diese Wahl zeigte sich nicht zuletzt der Wiler Josef Leo Benz als Architekt der ersten Bauetappe erfreut. Bis derzeit die Baumaschinen im Hof auffahren, wird aber noch einige Zeit verstreichen.

Neues Leben in brachliegende Räume bringen
Priorität geniesst derzeit die Zwischennutzung der noch brachliegenden Räumlichkeiten. Seit März liegt deren Leitung in den Händen des St. Gallers Jacques Erlanger, der sich den Anwesenden persönlich vorstellte. Der aus über vierzig Bewerbungen auserwählte Soziologe und Kulturmanager ist mit seinem 30 %-Pensum angetreten, das volle Potenzial des Hofs auszuloten und das zukünftige Leben in diesem historischen Denkmal experimentell zu entwickeln. Er ist daran, neues Leben und Vielfalt in die der Sanierung harrenden Gebäudeteile zu bringen. „Erste Spuren von Jacques Erlanger sind bereits sicht- und spürbar. Im Hof zu Wil bewegt sich etwas“, erklärt die Stiftungsrat-Präsidentin.

Auch bei der Zwischennutzung kommt der Kommunikation eine hohe Bedeutung zu.
Von der St. Galler Agentur Alltag GmbH, welche die verschiedenen Projekte begleitet, wurden und werden verschiedene Instrumente entwickelt. Bereits aufgeschaltet wurde die Internetseite www.hofzeit.ch.

Geglättete Wogen beim Museumskonzept
Vor einem Jahr hatten erste Ideen im Hinblick auf die Aufwertung des Hofmuseums da und dort für Unruhe gesorgt. Wie von Stadtpräsidentin Hartmann zu erfahren ist, konnten die Wogen konnten inzwischen weitgehend geglättet werden.

In einem konstruktiven Dialog mit der Ortsgemeinde Wil wurde eine gemeinsame Stossrichtung für die zukünftige Ausgestaltung des Museums erarbeitet. Verschiedene Elemente sollen eine spannende Mischung ergeben – so unter anderem ein im Kanton einmaliges Äbtemuseum, ein Stadtmuseum, eine Wunderkammer mit einem Geschichtenpfad im Dachstock und ein Raum, in dem weiterhin Wechselausstellungen präsentiert werden können. Noch steht hier viel Detailarbeit an.

Internet-Auftritt überarbeitet
Zum Thema Kommunikation zählt überdies die neugestaltete Website www.hofzuwil.ch, die im November 2016 aufgeschaltet wurde. Diese präsentiert sich mit umfangreicheren, aktuellen Inhalten mit einem optisch ansprechenden Auftritt.

Erfreuliches Spendenaufkommen
Erstmals präsentierte der neue Finanzchef Marco Gehrig die Rechnung 2016 und das Budget 2017. Zum erfreulichen Jahresabschluss beigetragen haben nicht zuletzt verschiedene Spenden, so etwa von der Wiler Silo AG (4‘000 Fr.). Vom Erlös der vom KTV Wil organisierten Hofchilbi 2016 sind 1‘500 Franken in die Stiftungskasse geflossen. Gleich 60‘000 Franken steuert die Brauerei Schützengarten AG, mit der ein neuer Bierliefervertrag für die Hof-Gastronomie abgeschlossen wurde, an die Weiterentwicklung des Hofs zu Wil bei. Die Hypotheken konnten um weitere 80'000 Franken reduziert werden.

Verabschiedung von Finanzchef Felix ...
Im 13-köpfigen Stiftungsrat sind zwei gewichtigen Mutationen zu verzeichnen. 1999 war Heinz Felix als Vertreter der Evangelischen Kirchgemeinde in den Stiftungsrat gewählt worden. Bis Ende des vergangenen Jahres hatte er das Amt des Finanzchefs mit einem breiten Wissen, grossem Engagement und Weitsicht während 18 Jahren mit Erfolg ausgeübt. In die erste und zweite Bauetappe waren insgesamt 36,16 Millionen Franken investiert wurden. „Die Übergabe des Ressorts an seinen Nachfolger Marco Gehrig erfolgte mit einem Fremdkapital von 2,92 Millionen Franken, das noch marginalen 8,1 Prozent der Investitionen der ersten beiden Bauetappen entspricht“, bemerkte Susanne Hartmann.

... und auch „Mister Hof“ nahm den Hut
Ebenfalls auf Ende der Amtsdauer 2013-2016 hatte Hans Vollmar seinen Rücktritt erklärt. In der Laudatio wurde dieser von seinem Vorstandskollegen Fredy Weber als „Mister Hof“ bezeichnet. Als Vertreter der Ortsgemeinde Wil gewählt, war Vollmar seit 2001 Mitglied des Ressorts Planung/Nutzung. „Kaum ein zweiter Wiler kennt die Geschichte und das Innenleben des Hofs zu Wil besser als Hans Vollmar. Er hat die gesamte zweite Bauetappe intensiv begleitet“, führte Fredy Weber aus.

Hof-Gastronomie als wichtigste Einnahmequelle
Einen besonderen Dank richtete Susanne Hartmann an Heidi und Edgar Bürgler. Das noch immer hoch motivierte Pächter-Ehepaar hat als Gastgeber in der Hof-Gastronomie auch im vergangenen Jahr erfolgreich gearbeitet und dazu beigetragen, dass der Hof ein lebendiger gesellschaftlicher und kulinarischer Treffpunkt bleibt. Die Hof-Gastronomie ist die wichtigste Einnahmequelle der Stiftung. Susanne Hartmann zeigte sich darüber erfreut, dass der Vertrag mit dem Ehepaar Bürgler kürzlich um weitere drei Jahre verlängert werden konnte.

Dank an die Stiftungsmitglieder
Susanne Hartmann bedankte sich abschliessend bei den „Freundinnen und Freundes des Hofs zu Wil“ ausdrücklich für deren Solidarität und Treue. Sie erwähnte, dass nicht nur der finanzielle Zustupf von 30 Franken pro Person und Jahr wichtig sei, sondern auch das Bekenntnis der Mitglieder zum Hof zu Wil.

Ausklang im lauschigen Hof-Garten
Der Abend endete mit einem „Apéro riche“, mit dem auf die zukünftigen Vorhaben des Hofes angestossen werden und bei dem die Geselligkeit gepflegt werden konnte.

Der Stiftungsrat für die Amtsdauer 2017 bis 2020
Susanne Hartmann (Präsidentin)
Thomas Bissegger
Thomas Bühler
Marco Gehrig (neu)
Elisabeth Keller Mächler (neu)
Guido Kohler
Florence Leonetti
Monika Paminger
Bruno Rüegger (neu)
Simon Thalmann
Fredy Weber
Heidi Zimmermann
Joachim Zappe