Drei Faktoren sind fürs gute Ergebnis verantwortlich: Die Steuereinnahmen über alle Steuerarten waren erstens 1,5 Millionen Franken höher als budgetiert. Zweitens beschloss die Bürgerversammlung im Mai, den Gewinn der Gasversorgung des Rechnungsjahres 2017 von 1,34 Millionen Franken in den Gemeindehaushalt zu überführen. Und drittens trugen tiefere Ausgaben, vor allem im Sozialbereich, ihren Teil zum erfolgreichen Ergebnis bei.

Das Budget 2018 rechnete mit Ausgaben in der Investitionsrechnung von 10,7 Millionen Franken. Ausgegeben wurden lediglich 3,8 Millionen. Das ist weitgehend auf zeitliche Verschiebungen in der Ausführung zurückzuführen. Berücksichtigt im Budget waren beispielsweise 3 Millionen Franken für die Zentrumsgestaltung in Uzwil. Das kantonale Projekt ist noch nicht soweit. Verschoben haben sich beispielsweise auch die Sanierung des Kunststoff-Sportbelags der Schule Schöntalstrasse, das Parkplatz-Provisorium an der Lindenstrasse – abgestimmt auf das Bauvorhaben auf dem Benninger-Areal – und die Umnutzung der Flawilerstrasse 2. Vorgesehene Hochwasser-Sanierungen konnten nicht umgesetzt werden, weil die Planung aufwändiger ist als erwartet. Und schliesslich trugen Minderkosten bei verschiedenen Investitionen – etwa beim Gemeindehaus – zu den tieferen Investitionen bei.

Nur noch 2,7 Millionen Schulden

Die Gemeinde hat sich entschuldet. Die Verschuldung beträgt netto noch 2,716 Millionen Franken. Das sind 211 Franken je Einwohner. Werte von weniger als 1000 Franken je Einwohner werden als tiefe Nettoverschuldung angesehen. Diese positive Entwicklung soll nicht darüber hinwegtäuschen: Grosse Investitionen haben sich zeitlich verzögert. Werden sie realisiert, steigt die Verschuldung deutlich an. Insgesamt soll diese nach der Festlegung des Gemeinderats 30 Millionen Franken nicht übersteigen. Das ist laut Angaben der Gemeinde Uzwil über die Finanzplanperiode betrachtet nach wie vor eine Herausforderung.

Mit dem Gewinn von knapp 3,3 Millionen Franken hat Uzwil im vergangenen Jahr fast doppelt so viel Überschuss gemacht wie die Stadt Wil, die 1,75 Millionen Franken Gewinn ausgewiesen hat für 2018. Die Abweichung zum Budget ist beiden Orts mit rund 3,5 Millionen Franken in etwa gleich hoch.

Steuerausfälle erwartet

Zurück nach Uzwil: Dort lag der Steuerfuss im Jahr 2002 noch bei 157 Prozentpunkten. Seit 2013 lag er bei 145, sank dann zuerst auf 140 und aufs 2018 auf 133 Prozentpunkte. Gemeindepräsident Lucas Keel sagt: «Der Gemeindehaushalt hat diese Senkungen erfreulicherweise gut verkraftet. Das zeigt auch das Rechnungsergebnis 2018. Das ist ein Versprechen für die Zukunft.» Und er betont, mit Respekt in die finanzielle Zukunft zu schauen, etwa wegen der absehbaren Steuerausfälle im 2020 durch das erwartete kantonale Steuerentlastungs-Paket. Keel bleibt trotzdem zuversichtlich. Auch, weil Uzwil wieder wächst. (gk/sdu)

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Uzwils Gemeindepräsident Lucas Keel stellt erfreut fest, dass die Steuerfuss-Senkungen der vergangenen Jahr verkraftet worden sind.