Cheftrainer Brunello Iacopetta versuchte eine Systemumstellung mit mehreren Wechseln in der Startformation im Vergleich zum Derby am vergangenen Montag. Anstelle des üblichen 4-3-3-Systems starteten die Wiler mit einer 4-4-2-Aufstellung mit einer Raute im Mittelfeld. Captain Muntwiler wurde nicht wie erwartet wieder ins Mittelfeld beordert, sondern blieb in der Innenverteidigung. Auf der linken defensiven Aussenbahn durfte Heule für Brahimi ran. Saho spielte auf der rechten Aussenbahn für Bahloul, der auf die linke Aussenbahn auswich. Im Sturm durfte Toure auflaufen, dafür musste Lukembila auf der Bank platznehmen.

Die Wiler brauchten einige Zeit, um sich an das neue System zu gewöhnen. Das Problem allerding war, dass die Thuner den Hausherren diese Zeit nicht gewährten. Schon in der dritten Minute hatte Schwizer auf der rechten Seite viel Platz vor sich, den er für einen flachen Pass von der Grundlinie aus in den Wiler Strafraum nutzte. Dort stand Gerndt auf Höhe des Elfmeterpunkts vollkommen blank und traf nach bereits 130 Sekunden zur Thuner Führung. Es war dies das schnellste Gegentor, welches die Wiler in der aktuellen Saison kassierten. Obschon die Partie mit diesem Tor früh lanciert war, geschah in der Folge herzlich wenig. Beiden Mannschaften war anzumerken, dass es in diesem Spiel um nicht mehr viel ging. Ausser einigen Abschlüssen aus der Distanz geschah bis zur Pause nichts Erwähnenswertes mehr. Die Wiler brachten keinen einzigen Schuss aufs Thuner Tor zustande, die Gäste gerade einen einzigen, denjenigen zur 1:0-Führung, mit welcher es auch in die Kabine ging.

Wieder ein spätes Gegentor

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste aufgehört hatte, nämlich mit vielen Fehlzuspielen auf beiden Seiten. Zwar versuchten beide Seiten auch weiterhin in der Offensive Akzente zu setzten, was ihnen aber selten gelang. So war es auch bezeichnend, dass es einen stehenden Ball für eine gefährliche Aktion brauchte. So einen konnten die Wiler in Person von Fazliu in der 69. Minute ausführen, als sie einen Eckball zugesprochen bekamen. Der Ligatopscorer brachte den Ball in den Thuner Strafraum, wo Captain Muntwiler am höchsten stieg und den Wiler Ausgleich markierte. Dieses Tor schien beide Mannschaften etwas aus dem Tiefschlaf geholt zu haben.

Sie trugen die Angriffe nun flüssiger und zielstrebiger vor. Weil aber auf beiden Seiten die Sturmreihen jeweils den Ball knapp neben die Tore beförderten blieb es vorerst beim 1:1. Bis dann in der 74. Minute Wyssen das Visier etwas zu genau eingestellt hatte. Nach einem Eckball von Castroman von der rechten Seite köpfte er den Ball an die Lattenunterkante, von wo aus der Ball auf die Torlinie prallte und dann wieder zurück ins Feld ging. Da hatten die Wiler Glück, dass sie nicht erneut in Rückstand gerieten. In der 85. Minute lancierte Fatkic mit einem langen Ball genau in die Schnittstelle der Wiler Abwehr Kyeremateng, der alleine aufs Wiler Tor losziehen konnte. Der Thuner Stürmer hatte keine Probleme den Ball an Keller zur neuerlichen Führung ins Tor zu befördern. Bis zum Ende der Partie blieb es dann beim 1:2 aus Wiler Sicht.

FC Wil – FC Thun 1:2 (0:1)

Bergholz: 810 Zuschauer – Sr: Drmic

Tore: 3. Gerndt 0:1, 69. Muntwiler 1:1, 85. Kyeremateng 1:2.

FC Wil: Keller; Dickenmann, Muntwiler, Sauter, Heule; Saho, Zumberi, Fazliu, Bahloul; Silvio, Toure.

FC Thun: Ziswiler; Dorn, Havenaar, Wyssen, Bürki; Castroman, Roth; Josué, Karlen, Schwizer; Gerndt (25. Kyeremateng).

Bemerkungen: Wil ohne Ndau (gesperrt), Bega, Malinowski, Reichmuth, Rustemoski, Tonbul (alle verletzt) und Abubakar (nicht im Aufgebot). Thun ohne: Ndongo (gesperrt), Dushica, Lekaj, Stucki (alle verletzt), Loosli und Schüpbach (beide nicht im Aufgebot). 74. Lattenkopfball Wyssen.

Verwarnungen: 47. Schwizer (Zeitspiel), 52. Sauter (Foul), 63. Saho (Foul), 92. Dorn (Foul).