Nach der Begrüssung von Gemeindepräsident Stefan Frei fand ein interessantes Podiumsgespräch statt, in dem vor allem das heutige Einkaufsgebaren zur Sprache kam. Als Gäste durfte der Gesprächsleiter Ruedi Obrecht und Simon Lumpert begrüssen.

Gäste aus Detail- und Einzelhandel
Ruedi Obrecht ist VR-Präsidenten der Pfister Arco Holding. Unter ihrem Dach befinden sich die eigenständigen Einrichtungshäuser Möbel Egger, Eschenbach, Möbel Svoboda, Schwarzenbach sowie die Möbel Hubacher, Rothrist.  Simon Lumpert ist Präsident der Altstadtvereinigung Wil. Der Vorstand setzt sich für die Anliegen der Bewohnenden, Ladeninhaber, Liegenschaftsbesitzer und Gäste ein. Gemeinsam wollen sie Ideen für die Attraktivität der Altstadt entwickeln und umsetzen. «Die Mischnutzung von wohnen, arbeiten und geniessen macht den Charme der Altstadt aus. Dieser Charme ist einzigartig in der Ostschweiz und zugleich eine grosse Chance für alle Beteiligten», betonte der Präsident.

«Switzerland First»
Unter dieses Schlagwort stellte Stefan Frei die Gesprächsrunde und seine erste Frage: «Welche Gefühle kommen bei diesem Schlagwort auf»? Ruedi Obrecht «tschuderet» es dabei, er meint «thank you» wäre angebracht, denn diese Schlagzeile deute auf Egoismus hin. Ähnlich reagierte Simon Lumpert. Für ihn ist «First» rückwärtsorientiert. Die Realität sei eine europaisierte Welt, Wohlstand, Freiheiten, Export, offene Grenzen usw. Wichtig sei die Pflege der Gemeinschaft, ein erspriessliches Miteinander.

Onlinehandel

Zum grossen Schlagwort «Onlinehandel» äussersten sich die beiden Fachleute sehr ähnlich. Dieser gehöre jetzt einmal in unsere Zeit. Um diesem Trend entgegenzuwirken gelte es, das Sortiment zu optimieren, besser zu sein als die andern, Spezialitäten anzubieten. Zudem zeige sich langsam eine Wende. Ruedi Obrecht erklärte: «3/4 der Kunden schauen im Internet nach den Produkten, kommen dann aber in den Laden, um eine fachgerechte Beratung zu erhalten und das Produkt zu sehen und zu spüren. Simon Lumpert betonte die emotionale Bindung zu den kleineren Läden in der Altstadt. «Die Produkte im Internet sind mit Sicherheit ein Zacken günstiger, dafür aber auch mit Umtrieben (kein genaues Bild der Ware, Rücksendungen etc.) verbunden, was die meisten Kunden nicht schätzen», meinte er. Zum leidigen Dauerthema «Parkplatz in der Altstadt» betonte er, dass sich vorderhand nichts ändere. Das dortige Parkieren sei wichtig für Detailhandel, Gewerbe und Gastronomie.

29 Generationen 
Ruedi Obrecht rechnete aus, dass in den 727 Jahren Eidgenossenschaft nur 29 Generationen das Wohl der Schweiz mit viel persönlichem Engagement und Zusammenhalt geschaffen haben, und dafür könne man nur dankbar sein. Heute würde das gemeinsame Denken ein grosses Stück weit fehlen, die Parteien wollten gewinnen. So sei man noch nicht auf einer gemeinsamen Basis für AHV BVG IV usw. Man müsste nicht von einander weg politisieren, sondern den gemeinsamen Weg suchen und da und dort über seinen eigenen Schatten springen. Heute sei die Schweiz ein Teil von Europa, umso mehr brauche es ein Miteinander. Trotz Online-Handel und Trump-Visionen käme man sich näher. Die Verantwortlichen spürten langsam, dass Alleingänge schaden und nur das Miteinander Lösungen für Hunger, Klima und Flüchtlinge bringen könne. Es war sehr wohltuend, wie positiv die beiden Präsidenten in die Zukunft schauen, nehmen wir uns doch daran ein Beispiel!


Road Chiefs

Nach der gemeinsam gesungenen Landeshymne durften sich alle am grosszügigen Buffet der Road Chiefs bedienen. Die sechs junge Männer sorgen seit Jahren regional für Aufsehen. Der Verein wird durch verschiedene Aktivitäten geprägt, das Schergewicht liegt zweifellos in der kulinarischen Sparte. Mit den Markenzeichen Kreativität, Genuss und einer guten Prise Spass bekochen sie Menschen an Hochzeiten, organisieren Geburtstage oder feiern legendäre Partys. Zum alljährlichen Highlight gehört der Road Trip quer durch Europa, wo neue Köstlichkeiten entdeckt werden. Mit ihrem Lieferdienst werden sie diese weiterverbreiten und die Essenden begeistern.