Das Coronavirus hat Thurvita hart getroffen: Seit den ersten Infizierungen im Wiler Alterszentrum Sonnenhof vor vier Wochen hat sich ein Drittel aller Bewohner mit Covid 19 angesteckt. Mittlerweile beklage der Sonnenhof neun Todesfälle wegen Covid-19. «Inzwischen befinden sich nur noch zwei Bewohner in der Isolation», heisst es am Freitag in einer Medienmitteilung der Thurvita AG. Die anderen Bewohner seien wieder wohlauf oder steckten sich erst nie an. Seit einer Woche sind Besuche im Sonnenhof nach Anmeldung und mit Auflagen wieder möglich.

Bislang gab es bei allen Thurvita-Bewohnern insgesamt 72 Covid-19-Infizierungen. Nebst dem Alterszentrum Sonnenhof sind auch das Pflegezentrum Fürstenau und die Pflegewohnung Bergholz betroffen – so gab es noch einen weiteren Todesfall. Thurvita hat nach dem Auftreten der ersten Infizierungen sofort sowohl bei allen Bewohnern als auch bei Mitarbeitern breite Screenings durchgeführt, um ein genaues Bild der Lage zu erhalten. «Die Resultate zeigten, dass sich die Situationen in den verschiedenen Abteilungen voneinander unterscheiden», blickt die Thurvita noch einmal zurück. Zahlreiche Infektionen habe es in den Abteilungen für Demenzbetroffene gegeben. In den anderen Abteilungen seien nur wenige Infektionen aufgetreten.

Geschützte Abteilung mit ersten Lockerungen

«Besonders in Abteilungen für Demenzbetroffene gingen die Ansteckungsketten nach einer Erstinfizierung weiter», erzählt die Thurvita offen in der Mitteilung. Denn aufgrund ihres Bewegungsdrangs halten nur wenige Bewohner mit Demenz eine Zimmerquarantäne konsequent ein. Ausserdem tun sie sich besonders schwer damit, Distanz zu wahren. In einer Demenzabteilung habe sich die Situation so weit verbessert, dass Thurvita die Aufhebung der Isolation auf kommenden Montag vorbereite.

Verantwortung gegenüber den Bewohnenden

Die bedeutendsten Einfallstore für das Virus liegen in Altersheimen beim Personal und bei den Besucher. «Die konsequente Einhaltung der allgemein bekannten Hygiene- und Schutzmassnahmen ist momentan die beste Barriere gegen das Virus», betont die Thurvita. Deshalb dankt die Thurvita insbesondere den Besuchern, dass sie die Regeln jederzeit diszipliniert einhalten. (pd)

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Drei Todesfälle in einer Nacht im Wiler Alterszentrum «Sonnenhof» (6.11.20): 

Es sind keine einfachen Zeiten im Thurvita-Alterszentrum Sonnenhof in Wil. Zwei Corona-Testreihen hatten in den vergangenen Tagen ergeben, dass rund jeder dritte Bewohner mit dem Virus infiziert ist. Das Heim war mehrere Tage unter Quarantäne. Nun sind auch die ersten Todesfälle zu beklagen. Gleich deren drei gab es in der Nacht auf Freitag, wie Thurvita-CEO Alard du Bois-Reymond einen entsprechenden Bericht der Wiler Zeitung bestätigt. Alle drei hatten per Patientenverfügung den Willen ausgedrückt, im «Sonnenhof» bleiben zu wollen und auf das Spital zu verzichten. Es sei nicht auszuschliessen, dass es noch weitere Todesfälle gebe, da die Situation zum Teil kritisch sei, so Alard du Bois-Reymond zu hallowil.ch.

Trotzdem gibt es für die Bewohner auch einen Lichtblick. Denn seit Freitag dürfen einige von ihnen wieder auf der Etage gemeinsam essen. Es sind jene Bewohner, die entweder zweimal negativ getestet wurden, oder nach einem positiven Test am 28. Oktober in den vergangenen 48 Stunden keine Symptome gezeigt haben.

Laut der Wiler Zeitung sind auch im Seniorenzentrum Uzwil zahlreiche Coronafälle zu beklagen. 47 der 137 Personen seien positiv getestet worden, schreibt die Zeitung in ihrer Online-Ausgabe. Betroffen sind demnach die beiden Häuser Sonnmatt und Marienfried. Ein Besuchsverbot wurde angeordnet.

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Anzahl Corona-Patienten nochmals leicht gestiegen (4.11.20)

Insgesamt gibt es im Alterszentrum Sonnenhof nun 32 von insgesamt 100 Bewohnenden mit einer bestätigten Covid-Infizierung. Dies ist die Gesamtzahl der positiven Resultate zweier Screenings sowie von Tests aufgrund von Symptomen. Dazu kommen aktuell 9 Mitarbeitende in der gesamten Thurvita, welche sich in Isolation befinden. Einen Todesfall infolge Corona gab es im «Sonnenhof» bisher nicht.

In der zweiten Testreihe sind bei den Bewohnenden noch drei positive Tests dazugekommen. «Die gebrochenen Ansteckungsketten sind ein Hinweis darauf, dass sich das Alterszentrum Sonnenhof auf dem Weg der Stabilisierung befindet. Mit 32 Corona-Fällen im Heim ist das Risiko für die Bewohnenden immer noch hoch. Nach wie vor braucht es einschneidende Schutzmassnahmen. So sind Besuche weiterhin nur in absoluten Ausnahmesituationen erlaubt», schreibt Thurvita am Mittwochnachmittag in einer Mitteilung.

Ab Freitag teilweise Lockerung

Die Bewohnenden würden viel Verständnis für die Einschränkungen zeigen und diese mit grosser Disziplin beachten. Vor allem für die negativ Getesteten sei es aber eine schwierige Situation. Lockerungen seien nur Schritt für Schritt möglich. Vorerst bleibt die vollständige Quarantäne aufrecht und die Bewohner dürfen das Zimmer nicht verlassen. Ab Freitag werden für jene Bewohnenden, welche zweimal negativ getestet wurden, die Hauptmahlzeiten wieder «im Stübli» auf ihrem jeweiligen Stockwerk serviert. Es gibt dann also eine so genannte Etagen-Isolation.

Die Thurvita-Mitarbeitenden – im Sonnenhof wurde das Personal nach Bekanntwerden der Corona-Fälle um zwölf Personen aufgestockt – würden die betrieblichen Massnahmen gemäss Covid-Schutzkonzept konsequent umsetzen. «Sie gewährleisten auch in dieser anspruchsvollen Situation eine professionelle und feinfühlige Pflege und Betreuung», schreibt Thurvita. (pd/sdu)

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So reagiert Thurvita auf die Corona-Fälle (30.10.20)

Die letzten Tage waren für die Thurvita AG und insbesondere für das Wiler Alterszentrum Sonnenhof alles andere als einfach. Nachdem vergangenes Wochenende bei zwei Bewohnern eine Covid-19-Infektion festgestellt wurde, war die Zahl der Erkrankten am Dienstag bereits auf fünf Personen angestiegen. «Für uns war dann klar, dass wir bei allen Bewohner einen Coronatest durchführen mussten», sagt Alard du Bois-Reymond, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Thurvita AG, gegenüber hallowil.ch, «und das unabhängig davon, ob sie typische Corona-Symptome hatten oder nicht.» Am Mittwoch lagen dem Alterszentrum die Testergebnisse bereits vor und diese zeigten, dass das Virus im Sonnenhof bereits stark verbreitet ist: Denn 27 der 100 Bewohner sind mit dem Coronavirus infiziert. «Uns war sofort klar, dass die Infektionskette unterbrochen werden muss», so du Bois-Reymond.

Sowohl für das Personal als auch für die Bewohner des Sonnenhofs war der flächendeckende Test bedeutend gewesen. Man habe die Unsicherheit gespürt. «Aber jetzt haben wir Klarheit und können dementsprechend reagieren», führt der CEO weiter aus. Als man bei der Thurvita nach den Testergebnissen aller Bewohner klare Gewissheit hatte, wurden umgehend die Massnahmen eingeleitet. «Wir waren auf einen solchen Fall gut vorbereitet», erklärt du Bois-Reymond. So mussten sich alle Bewohner – auch die negativ Getesteten – in Quarantäne begehen. Das ist laut du Bois-Reymond in der aktuellen Situation zwingend. Nur bei tieferen Fallzahlen könne man einfach einzelne Bereiche im Alterszentrum isolieren.

Pflegepersonal wurde aufgestockt

Weil sich nun das ganze Alterszentrum in der Quarantäne befindet, entsteht für das Personal ein grosser Mehraufwand. Eine besondere Herausforderung stellt nach Angaben von Thurvita-CEO die Pflege der Corona-Infizierten dar. Denn das Personal dürfe deren Zimmer nur noch in Schutzanzügen betreten. Ausserdem habe man das Pflegepersonal aufgestockt – und das um zwölf Personen. Die aktuelle Situation mit der Quarantäne für alle Bewohnenden könne nicht ewig aufrecht erhalten werden. 

Das sagt der Thurvita-CEO zur Situation im Sonnenhof: 

 
(Video Magdalena Ceak)