Zu Beginn des Auftritts von Gabriel Vetter im überfüllten Chällertheater gab es eine kleine Störung: Aus feuerpolizeilichen Gründen mussten sich Lehrer zu erkennen geben. Der Schnösel auf der Bühne war dann aber bereits Gabriel Vetter, der sich in der Künstlergarderobe zuvor erfolglos schön gemacht hatte.

Der grüsige Thurgauer Dialekt

Glücklicherweise gab es von Gabriel Vetter eine Einführung zu seinem neuen Programm: Was er im Thurgauer Dialekt bringt, sei Comedy, und das im Schaffhauser Dialekt sei Polit-Satire, wobei – der spricht ja nie schaffhauserisch, nur den grüsigen Thurgauer Dialekt. Und dann beleidigt er uns, wir Wiler würden auch so tönen wie er. Da er mit seiner skandinavischen Freundin und dem vierjährigen Sohn zwischen norwegisch, schwedisch, dänisch, hochdeutsch und thurgauerisch sich hin und her bewegt, sind die Erkenntnisse aus dem Sprachendschungel ein dankbares Thema, quasi eine Vetter Sprachkomödie. Und es gab auch tatsächlich einen dänischen Dialog zwischen Bühne und Besucher im Dunkel des Chällers.


Absurde Geschichten mit Sinn

Die Geschichten über Kinderberufe und die Swiss-Lounge, die aus ihm im Handumdrehen einen arroganten Schnösel machte, tönen auf den ersten Blick völlig absurd. Gewisse Geschichten machen erst mit einer kurzen Erklärung Sinn. Es sind Parabeln, die alltägliche Absurditäten aufzeigen.

Die Pause nutzen zahlreiche Theaterbesucher, das Chällertheater zu verlassen und dem Wahnsinn von Gabriel Vetter zu entfliehen. Nach der Rauchpause waren sie aber alle wieder da. Es konnte also alles gar nicht so schlimm gewesen sein, wie es während Vetters Auftritt den Anschein machte? Nein, tatsächlich nicht, denn einem absurdes aus dem Alltag aufzuzeigen, ist nicht nur anstrengend und unbequem. Nein, es macht nachdenklich, aber das geht ja zum Glück wieder schnell vorbei.

So ging ein anstrengender Comedy-Abend zu Ende, mit Witz und Blödeln, mit viel Applaus und wenig Zugaben, und zurück bleibt ein Gefühl, es heil überstanden zu haben.