Der FC Wil ist wieder zurück aus dem Trainingslager. Hier finden Sie das bebilderte und mit Video-Beiträgen bestückte hallowil.ch-Trainingslager-Tagebuch aus Südspanien zum Nachlesen.

Sonntag, 20. Januar:

Der 2:0-Testspielsieg von Samstag gegen die Chinesen von Wuhan Zall hatte für die FC-Wil-Spieler die positive Begleiterscheinung, dass das Trainerteam die einst geplante letzte Trainings-Einheit von Sonntagmorgen strich. So stand der letzte Tag das Trainingslagers ganz im Zeichen der Heimkehr.

Und es war Zeit, Bilanz zu ziehen über die Tage in Andalusien. hallowil.ch machte das mit Trainer Konrad Fünfstück. Dabei äusserte er sich auch über die beiden brasilianischen Testspieler und seine eigene Zukunft, die noch immer in den Sternen steht.

 
FC-Wil-Trainer Konrad Fünfstück mit dem Resümee nach knapp sieben Tagen Trainingslager in Benahavis.

Samstag, 19. Januar:

Nach einer Aktivierungs-Trainingseinheit am Vormittag stand für den FC Wil am Samstagnachmittag das zweite und letzte Vorbereitungsspiel in Südspanien an. Gegner war der Wuhan Zall FC aus der höchsten chinesischen Liga. Es gab einen 2:0-Sieg. 

Der erste Sieg des Jahres ist somit im Trockenen, nachdem am vergangenen Mittwoch in Marbella gegen die U25-Auswahl Chinas eine 1:3-Niederlage resultiert hatte. Die zweite Partie hatte einen anderen Rahmen als die erste. Im Marbella Football-Center, welches am Mittwoch Austragungsort war, ist jetzt im Januar Hochbetrieb und diverse Mannschaften gehen tagtäglich ein und aus. Ganz anders in Sotogrande, dem Spielort von Samstag. Die Testpartie fand in einem Polo-Klub fernab des Trubels statt. Positiv war die gute Qualität des Rasens, negativ die fehlende Umziehkabine. Zudem hatte das Wetter umgestellt und es musste phasenweise mit Regen und Wind vorliebgenommen werden.

Trotz der speziellen Vorbereitung mit Openair-Umkleide waren die Wiler sofort im Spiel und gingen mit der ersten Chance in Führung. Schon nach fünf Minuten zog Magnus Breitenmoser zentral Richtung Strafraum und lancierte durch die Beine eines Gegners Silvio, der alleine vor dem chinesischen Torhüter auftauchte und mit dem linken Fuss den Führungstreffer erzielte. Nach einer halben Stunde hätten ebendiese Protagonisten für das 2:0 verantwortlich sein sollen. Jedoch zeigte Silvio nach einer Freistoss-Flanke von Breitenmoser Nerven und konnte den Ball nicht richtig kontrollieren. Der entscheidende zweite Treffer fiel dann doch noch. Und auch dieses Tor war fein herauskombiniert. Eine Viertelstunde vor Schluss spielte Hefti von links zur Mitte auf Enis Latifi, der zu Michael Gonçalves weiterleitete. Dieser drosch die Kugel unter die Latte.

Neuzuzug Schmid dieses Mal als Verteidiger

Es war die Entscheidung, weil die Wiler defensiv weniger zuliessen als noch am Mittwoch. Und wenn ein Schuss auf das Tor der Ostschweizer kam, war Goalie Zivko Kostadinovic zur Stelle. Das musste ihm guttun. Denn im ersten Spiel des Jahres war er nach drei Gegentoren von dannen gezogen, ohne einen einzigen nennenswerten Ball gehalten zu haben.

Alles in allem war es ein guter Wiler Auftritt gegen eine kämpferische Mannschaft auf Augenhöhe, welche in die höchste Liga Chinas aufgestiegen ist. Nicht viel war beim FC Wil zu spüren von den intensiven Trainingseinheiten der vergangenen Woche. Torschütze Silvio sagte: «Wir haben defensiv nicht viel zugelassen und es war ein guter Auftritt.» Zum zweiten Mal eine grundsolide Leistung zeigte Neuzugang Dominik Schmid, der am Mittwoch im Mittelfeld eingesetzt waren war und dieses Mal in der Verteidigung. Weniger auffällig als in der ersten Partie war der hochdekorierte Testspieler Ronny mit langjähriger Vergangenheit bei Hertha Berlin. Was aber auch daran lag, dass seine Einsatzzeit nur halb so lang war – nämlich weniger als eine Viertelstunde.

Nächsten Samstag gegen die Young Boys

Was können nun für Schlüsse gezogen werden aus diesen beiden Testspielen in Südspanien gegen die beiden chinesischen Teams? So manches aus der Hinrunde wurde bestätigt. Defensiv scheint der Verbund zu stehen, wenn nicht Eigenfehler begangenen werden wie gegen die U25-Auswahl Chinas. Mittelfeldspieler Schmid scheint auch in der Abwehr eine ernsthafte Option zu sein. Offensiv tun sich die Wiler aber nach wie vor schwer, wirklich gefährlich zu werden. Testspieler Ronny zeigte zwar auf, dass er mit seiner stupenden Technik ein Mehrwert sein kann. Ob es allerdings Sinn macht, einen Spieler mit dieser Vergangenheit und diesen Alters zu verpflichten, steht auf einem anderen Blatt Papier.

Wie weit der FC Wil wirklich ist, wird sich nächsten Samstag zeigen. Dann spielen die Äbtestädter ab 13 Uhr in der Rückrunden-Hauptprobe auswärts gegen den unangefochtenen Super-League-Leader und Champions-League-Teilnehmer Young Boys. Da die Berner an jenem Tag zwei Spiele austragen – unmittelbar nach dem Vergleich mit Wil erscheint auch Lausanne-Sport im Wankdorf – wird man auch dort die Aussagekraft des Spiels abwägen müssen.

 
FC-Wil-Torschütze Silvio äussert sich im hallowil.ch-Interview über die Bedeutung des Testspiel-Erfolgs.

FC Wil 1900 – Wuhan Zall FC (1. Division China) 2:0 (1:0)

Santa Maria Polo Club, Sotogrande: 8 Zuschauer.

Tore: 6. Silvio 1:0. 76. Gonçalves 2:0.

FC Wil 1900: Kostadinovic; Rahimi (87. Herter), von Niederhäusern (89. Sejdija), Schmid (87. Beka); Gonçalves (82. Herrmann), Breitenmoser (67. Latifi), Zé Eduardo (87. Gülünay), Herfti (78. Hoxha); Audinio (78. Ronny); Cortelezzi (72. Gustavo), Silvo (46. Savic).

Bemerkungen: Wil ohne Havenaar, Scholz, Lombardi, Schäppi, Schällibaum (verletzt) und Chande (nicht im Aufgebot), dafür mit den Testspielern Ronny (Brasilien, ehemals Hertha Berlin) und  Gustavo (Brasilien).

Liveticker vom Testspiel FC Wil – Wuhan Zall FC:

Das soll‘s gewesen sein von diesem Liveticker. Wir melden uns am Abend nochmals mit einer Analyse. Den nächsten Fussball-Liveticker gibt es dann am kommenden Samstag (26. Januar) von der Rückrunden-Hauptprobe gegen die Young Boys. Gespielt wird ab 13.00 Uhr im Stade de Suisse in Bern. Ich bedanke mich für das Interesse an diesem Testspiel. Noch ein angenehmes Wochenende aus Südspanien.

Fazit: Ein mehr als ordentlicher Auftritt gegen ein Team auf Augenhöhe. Die Wiler ziehen ihren Plan durch und belohnen sich. Defensiv hat der Verbund gehalten. Offensiv kam in der heissen Zone wieder nicht allzu viel. Aber dieses Mal genug. Somit beenden die Wiler das Trainingslager mit einem Erfolgserlebnis.

Schlusspfiff hier in Sotogrande: Der FC Wil gewinnt das Testspiel gegen Wuhan Zall aus China mit 2:0.

89. Minute: Wil scheint hier das Spiel hinunter-wechseln zu wollen. Sejdija darf noch ein paar Sekunden ran und ersetzt von Niederhäusern.

87. Minute: Eini Dreifach-Wechsel beim FC Wil: Herter kommt für Rahimi. Gülünay ersetzt Zé Eduardo und Beka wird eingewechselt für Schmid.

84. Minute: Ronny schlägt einen Corner. Dieser kann aber geklärt werden.

83. Minute: Die Chinesen geben noch nicht auf: Ein Abschluss von der Strafraumgrenze aus bringt Arbeit für Kostadinovic. Dieser taucht schön ab und krallt sich die Kugel.

82. Minute: Und hier ist der nächste … Wechsel: Mit Gonoçalves ist nun auch der zweite Torschütze raus. Für ihn darf Herrmann noch ein paar Minuten ran.

78. Minute: Doppelwechsel beim FC Wil: Ronny ersetzt Audino. Und Hoxha kommt für Hefti.

76. Minute: TOOOOOOOR FC Wil durch Gonçalves zum 2:0. Hefti über links. Der passt zu Latifi, der im Strafraum steht - und weiter zu Gonçalves leitet. Dieser knallt das Leder unter die Latte. Schön gemacht. 

75. Minute: Noch eine gute Viertelstunde. Hält der erste Wiler Sieg des Jahres oder reichen die Kräfte nach dieser anstrengenden Wochen nicht? Wir gehen in die Schlussphase.

72. Minute: Wil wechselt weiter: Cortelezzi geht raus, der brasilianische Testspieler Gustavo kommt rein.

69. Minute: Schöner Spielzug: Gonçalves lanciert mit einem sehenswerten Steilpass Savic. Dieser spielt zu Cortelezzi, der dann aber die Lücke nicht findet. Wieder ein guter Ansatz ohne Torchance als Folge.

67. Minute: Weiterer Wechsel beim FC Wil. Breitenmoser macht platz für Latifi.

65. Minute: Nach einem gar harten und unnötigen Einsteigen eines Chinesen gibt es Gelb. Es ist schon die zweite Verwarnung an einen Asiaten in diesem Spiel. "Noch einmal so, und du gehst raus", sagt der Schiedsrichter.

63. Minute: Und dann muss Kostadinovic gleich zweimal ran, und das binnen wenigen Sekunden. Beide Male kann er mit den Fäusten klären.

61. Minute: Auch diese Szene versandet: Breitenmoser kann gleich zweimal in guter Position zur Flanke ansetzen, bleibt aber zweimal hängen.

60. Minute: Es tut sich reichlich wenig in der zweiten Halbzeit. Gerne würde ich von Chancen berichten. Aber diese gibt es nicht. Eigentlich ist tote Hose seit der Silvio-Möglichkeit nach einer halben Stunde.

57. Minute: Interessant: Zivko Kostadinovic hat bisher in diesem Trainingslager in beiden Testspielen noch keinen Ball gehalten - und musste trotzdem schon dreimal hinter sich greifen. Dreimal am Mittwoch. Heute wurde er noch nicht ernsthaft geprüft.

52. Minute: An der Spielanlage hat sich zu Beginn der zweiten Halbzeit nicht viel geändert. Es ist weiterhin eine recht ausgeglichene, chancenarme Sache.

50. Minute: Der Regen hat übrigens aufgehört - und die Sonne ist auch verschwunden.

46. Minute: Der Ball rollt wieder. Ein Wechsel bei den Wilern. Savic ersetzt Torschütze Silvio.

Zwischenfazit: Ein guter Test zweier Mannschaften, die sich auf Augenhöhe begegnen. Die Wiler lassen den Ball ansehnlich zirkulieren und führen verdient. Silvio hätte gar ein zweites Tor erzielen können. Eine Grosschance der Chinesen gab es bisher nicht. Mal schauen, wie es hier weitergeht, wenn die Wechselorgie einsetzt. Gleich geht es weiter. Bleiben sie dran.

Pausenpfiff: Das war‘s von Halbzeit eins. Wil führt gegen Wuhan Zall durch den frühen Silvio-Treffer mit 1:0.

43. Minute: Es ist Pfeffer drin. Die beiden Teams gehen ordentlich zur Sache. Von dem her ein guter Test. Geht noch was vor der Pause?

39. Minute: Die Wiler spielen gefällig. Zu berücksichtigen sind dabei die intensiven Trainingseinheiten dieser Woche. Zehn waren es seit Montag. Da sind also schwere Beine dabei.

35. Minute: Ein Freistoss der Chinesen in aussichtsreicher Position bleibt in der Wiler Mauer hängen. Auch so etwas gibt es, werden sich die Chinesen womöglich denken.

30. Minute: Das müsste das 2:0 sein: Freistoss von Breitenmoser in den Strafraum. Silvio löst sich geschickt, kann alleine vor dem Goalie den Ball aber nicht kontrollieren. Schade. Weiter "nur" 1:0.

30. Minute: Strömender Regen und Sonnenschein zugleich. Hochwinter in Andalusien.

24. Minute: Weiter führen die Wiler 1:0. Ein recht ausgeglichenes Spiel mit wenigen klaren Chancen.

6. Minute: TOOOOOR FC Wil durch Silvio zum 1:0. Breitenmoser gibt den Pass. Schön rausgespielt.

1. Minute: Das Spiel ist angepfiffen, der Ball rollt.

Noch ein Wort zum Wetter: Für einmal ist es wolkig an der Costa del Sol. Am Morgen war es gar nass. Und auch jetzt kündigt sich Regen an. Aber dass wir uns richtig verstehen: 15 Grad sind das allemal. Also beste Verhältnisse für diesen Test-Kick. Und den Gesamteindruck einer sonnigen Trainingswoche schmälert das auch nur geringfügig.

Wie schon am Mittwoch verzichte ich auch heute auf die Porträtierung der chinesischen Spieler – und schicke wiederum ein höfliches «Hallo China» zum Gegner.

Die Wiler Aufstellung für das heutige Spiel sieht wie folgt aus. Im Tor steht Kostadinovic; Die 3er-Abwehr bilden von rechts nach links Rahimi, von Niederhäusern und Schmid. Im 4er-Mittelfeld spielen von rechts her gesehen Gonçalves, Breitenmoser, Zé Eduardo und Hefti. Hängende Spitze ist Audino. Die beiden Stürmer sind Cortelezzi (rechts) und Silvio. Das sind nur zwei Änderungen im Vergleich zum Mittwoch-Spiel. Cortelezzi und Breitenmoser sind neu in der Startformation, dafür sitzen Beka und Savic vorerst nur auf der Bank. Wieder nicht von Beginn an mit dabei ist Testspieler Ronny, der ja für viele Schlagzeilen gesorgt hat.

Mal schauen, ob sich die Wiler bei einem chinesischen Verein für eine Niederlage gegen ein anderes Team aus China revanchieren können. Am Mittwoch setzte es ja gegen die U25-Nationalmannschaft von China in Marbella eine 1:3-Pleite ab. Sergio Cortelezzi war in der Nachspielzeit der einzige Wiler Torschütze.

Der FC Wil hat heute Morgen bereits eine kurze Aktivierungs-Trainingseinheit abgehalten.

Das Spiel findet in Sotogrande statt. Das liegt eine knappe Bus-Stunde südwestlich vom Mannschaftshotel in Benahavis. Von hier aus sind es nur noch ein paar Minuten bis nach Gibraltar. Das hier ist eigentlich ein Polo-Klub, wo es auch noch ein paar Fussballplätze hat. Ziemlich idyllisch. Erinnert überhaupt nicht an Profi-Fussball. Eine Umkleidekabine gibt es hier übrigens nicht. Umziehen im Freien war angesagt.

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Gleich geht es los, falls die Sprinkel-Anlage rechtzeitig fertig wird.

Wuhan was? Die chinesische Mannschaft hat vergangene Saison das geschafft, was die Wiler in der laufenden Spielzeit nicht ablehnen würden: den Aufstieg in die höchste Spielklasse des eigenen Landes. Der Verein aus Wuhan, Hubei wurde erst 2009 gegründet – und hat seither schon zweimal den Namen gewechselt. Zum zweiten Mal spielt das Team nun 2019 in der höchsten Liga des Landes. Ein erstes Mal war dies 2013 der Fall. Doch mit nur 3 Siegen aus 30 Spielen war der sofortige Wiederabstieg unabwendbar. Vergangenen Saison wurden nur 3 von 30 Spielen verloren, womit der zweite Aufstieg der Vereinsgeschichte gefeiert werden konnte.

Keine zwei Wochen mehr, bis es für den FC Wil in der Challenge League bereits wieder ernst gilt. Vorerst ist er aber noch im Testspiel-Modus. Herzlich willkommen aus dem südspanischen Sotogrande, wo heute die Vorbereitungspartie gegen Wuhan Zall stattfindet. Simon Dudle tickert für Sie durch diesen Fussball-Nachmittag.

Hier einige Bilder der Aktivierungs-Einheit von Samstagmorgen.


Freitag, 18. Januar:

Ein nächster sonniger Tag in Benahavis. Rund 15 Grad zeigt das Thermometer. Abermals optimale Bedingungen für die Rückrunden-Vorbereitung. Zwei Trainings wurden anberaumt. Am Vormittag waren die FC-Wil-Spieler in zwei Gruppen unterteilt: Die einen trainierten auf dem Platz, die anderen im Kraftraum des Hotels. In der Mitte der Übungseinheit wurde gewechselt. Bevor am späten Nachmittag der Trainingsplatz ein zweites Mal betreten wurde, stand nach dem Mittag die Videoanalyse des ersten Testspiels an, das am Mittwoch gegen Chinas U25-Auswahl mit 1:3 verloren gegangen war.

Gedreht wurde das Video von Jan Breitenmoser. Jan Breitenmoser? Beim FC Wil ist er ein bestens bekanntes Gesicht. Unmittelbar neben dem Stadion Bergholz aufgewachsen, erlernte der Mittelfeldspieler das fussballerische ABC bis zur U15 im Wiler Südquartier. Danach wechselte er, wie Silvano Schäppi, zum damaligen Partnerklub FC Zürich und schon bald zum FC St. Gallen, wo er sich in der U21 das Kreuzband riss. Im St. Galler Fanionteam wurde er einmal eingesetzt – in einem Testspiel gegen … Wil. Da es in St. Gallen sportlich nicht ganz gereicht hat, wechselte der Wiler aufs Bergholz zurück.

«Schliesse langfristig den Sportchef nicht aus»

Als Jan Breitenmoser in Wil auf dem Sprung ins «Eins» war, stand er am Scheideweg. Denn für ihn war immer klar, dass er nicht voll auf die Karte Fussball setzen wollte. Also entschied sich der Cousin von FC-Wil-Spieler Magnus Breitenmoser, Sportmanagement zu studieren. Dazu wanderte er nach Amerika aus, da dort eine Kombination aus aktivem Fussball und Studium gut möglich ist, so man ein Sport-Stipendium bekommt. Ansonsten sind pro Jahr 74'000 Franken aus dem eigenen Sack zu bezahlen. Als dann schliesslich klar war, dass sein Schweizer BMS-Abschluss auch Zulass für eine der grösseren Universitäten ist, ging der Ur-Wiler an die Syracuse University, rund dreieinhalb Stunden nordwestlich von New York gelegen. Dort spielte er in einer Mannschaft, die laut seinen Angaben Challenge-League-Niveau hat. Jedes Jahr wird ein Spieler in die höchste amerikanische Liga MLS gedraftet. An gewisse Auswärtsspiele ging es mit einem gecharterten Flugzeug. An der eigenen Universität kamen jeweils rund 2000 Zuschauer an die Matches – mehr als beim FC Wil.

Doch warum ist Breitenmoser nun im Trainingslager der Wiler und nicht in den USA? Er hat im Dezember sein Studium abgeschlossen. Da es ihm sportlich auch hier nicht ganz an die Spitze reichte und er sich mehrfach die Schulter ausgekugelt hat, entschied sich der nun 23-Jährige für eine Rückkehr in die Schweiz. Denn es gab die Möglichkeit, zum FC Wil zurückzukehren. Nicht als Aktiver, sondern in der Führungsebene. Breitenmoser soll in der Sportkommission hineinwachsen. Das ist jenes Gremium, welches sich um die Transfers kümmert – und in welchem schon seit Vater Ralf Breitenmoser aktiv ist. Kommt für Breitenmoser Junior dereinst gar das Amt des Sportchefs in Frage? Ein solcher wird ja gesucht. «Kurzfristig sicher nicht. Es geht nun erst einmal darum, Erfahrungen zu sammeln und Kontakte zu knüpfen. Langfristig schliesse ich den Sportchef aber nicht aus», sagt Jan Breitenmoser.

Auch Rückkehr nach Amerika möglich

Im Trainingslager in Südspanien ist der Ur-Wiler vorerst mal zur Unterstützung des Trainerstaffs dabei. Er macht Videoanalysen und ersetzt – zusammen mit Jan Wegmann – Teammanager Renato Fusco, der aufgrund der Kurzfristigkeit des Trainingslagers nicht mitreisen konnte.

 
Jan Breitenmoser spricht im hallowil.ch-Interview über Fussball in Amerika und seine Rückkehr zum FC Wil.

Das nächste halbe Jahr will sich Breitenmoser Zeit geben, um beim FC Wil Fuss zu fassen. Wie es danach weiter geht, ist offen. Auch das Thema Aktivfussball und eine Rückkehr nach Amerika schliesst der einstige Schweizer U16-Nationalspieler nicht aus. «Ich könnte von Mai bis August im zweiten Team einer MLS-Mannschaft spielen. Das ist eine Option. Priorität hat aber der FC Wil.» Zudem hat sich Breitenmoser in den vergangenen Jahren ein zweites Standbein aufgebaut und eine Agentur gegründet. Diese unterstützt Spieler, die wie er für den Fussball nach Amerika übersiedeln wollen. «So etwas gibt es in der Schweiz noch nicht und ich selber wurde von einer Deutschen Agentur vermittelt. Es ist ein komplizierter Prozess, in Amerika die Spielberechtigung zu erhalten und an der richtigen Uni zu landen», sagt Breitenmoser.

Am Samstag gegen einen Super-League-Klub

Morgen Samstag steht für den FC Wil das zweite und letzte Testspiel hier an der Costa del Sol an. Ab 16 Uhr treffen die Äbtestädter in Sotogrande auf den chinesischen Klub Wuhan Zall, der im vergangenen Jahr den Aufstieg in die höchste Spielklasse, die chinesische Super League, geschafft hat. Das Spiel kann an dieser Stelle im hallowil.ch Liveticker mitverfolgt werden.

Donnerstag, 17. Januar:

Es ist Halbzeit im FC-Wil-Trainingslager. Nicht zum ersten Mal hatten die Spieler Frühschicht. Dieses Mal wurden sie schon um 7.45 Uhr in den Kraftraum gebeten. Am Vormittag stand dann ein ordentliches Training auf dem Platz direkt neben der Hotelanlage an. Für den Nachmittag hiess es: Zeit zur freien Verfügung. Einige Spieler fuhren nach dem Mittagessen ins nahe Marbella, andere entschieden sich für den Verbleib im Hotel. Alles in allem ein eher ruhiger Tag, um nach zuletzt intensiven Einheiten auch regenerieren zu können.

Nicht wirklich ruhig war es am Vormittag auf dem Trainingsplatz. Einer ist dabei immer wieder zu hören: Goalietrainer Stephan Lehmann. Er gibt seinen drei Schützlingen Zivko Kostadinovic, Gion Fadri Chande und Luka Djordjevic lautstark Anweisungen, zeigt Übungen vor oder unterbricht sie, um einzuwirken. Er gestikuliert, motiviert, stichelt. «Nicht solche Frauenschüsse, Luka», ist zum Beispiel zu hören, als Djordjevic bei einem Ball auf Chande zu wenig Kraft in den Abschluss legt.

Lehmann hat schon viel erlebt. Der 14-fache Schweizer Nationalgoalie war beim FC Wil im vergangenen Jahrzehnt dabei, als die Wirren um Investor Igor Belanov ihren Höhepunkt erreicht hatten, die Wiler aber auch Cupsieger wurden. Mit einer flammenden Rede kurz vor dem Cupfinal gegen die Grasshoppers trug Lehmann an jenem Ostermontag 2004 dazu bei, die Spieler so richtig zu motivieren. Bald schon nach dem bis heute grössten Erfolg der Vereinsgeschichte war Lehmann aber weg – und kam vor knapp zwei Jahren zurück, als mit Mehmet Nazif Günal ein nächster Investor einen Scherbenhaufen angerichtet hatte.

Vier Wiler nominiert

Das Erreichte in dieser Saison liest sich, in Zahlen ausgedrückt, so: 17 Gegentore in 18 Spielen, in sieben Partien ohne Gegentreffer geblieben, die zweitbeste Abwehr der Liga. Alle vier Spieler des FC Wil, die an den Football Awards am 28. Januar für das Challenge-League-Dreamteam nominiert sind, gehören dem Abwehrverbund an oder sind zumindest defensiv einsetzbar. Namentlich sind es Nikki Havenaar, Michael Gonçalves, Nick von Niederhäusern – und Goalie Zivko Kostadinovic. «Zivko hat 2018 äusserst konstant gespielt und uns viele Punkte gerettet. Er ist zurecht unter den drei Nominierten für den besten Torhüter des Jahres», sagt Lehmann.

 
Stephan Lehmann im hallowil.ch-Interview: "Als guter Goalie muss man mental enorm stark sein."

Auch den Wiler Stammgoalie versucht Lehmann mit Emotionen zu pushen, mit Gesten und kernigen Sprüchen. «Das ist meine Art. Ich bin leidenschaftlich und temperamentvoll. So habe ich schon während meiner Aktivzeit gespielt. Man kann nicht Feuer verlangen und selber keines geben», sagt Lehmann. Positive Emotionen gehören aus seiner Sicht dazu. «Ich versuche das vorzuleben. Da ich jede Situation als Spieler selber schon einmal erlebt habe, kann ich mich gut in die Goalies hineinversetzen und ihnen dadurch Tipps geben.»

Offensiv noch viel Luft nach oben

In der tagtäglichen Arbeit baut Lehmann auf die mentale Stärke der Torhüter. «Alles Technische und Physische kann man trainieren. Über die Zeit ist viel zu erlernen. Am Schluss muss man es aber auf den Platz bringen. Mental ist man also gefordert. Die Konzentrationsfähigkeit muss enorm hoch sein. Gelingt das, ist man ein überdurchschnittlicher Torhüter», sagt Lehmann.

Und was sind die Zielsetzungen des Goalietrainers für die bevorstehende Challenge-League-Rückrunde? «Wenn wir auch Ende Saison unter den besten zwei Verteidigungen der Liga sind, dann war es eine Top-Saison», sagt Lehmann. Auch ihm ist aber bewusst, dass das Spielfeld nach der Abwehrreihe nicht aufhört. «Ich wünsche mir natürlich, dass wir mehr Tore erzielen.» Denn Fakt ist eben auch: Mit nur gerade 21 erzielten Treffern stellt der FC Wil den harmlosesten Angriff der ganzen Liga. Selbst Schlusslicht Chiasso hat zwei Tore mehr erzielt.


Mittwoch, 16. Januar:

Nachdem am Morgen in Benahavis eine Trainingseinheit stattgefunden hatte, war am Nachmittag in Marbella das erste Testspiel anberaumt. Gegen die U25-Auswahl vo China verlor der FC Wil mit 1:3, obwohl er spielerisch mindestens ebenbürtig war (siehe Liveticker etwas weiter unten). "Wir hatten viel Ballbesitz, konnten in der letzten Zone aber nur wenig Gefährlichkeit ausstrahlen", sagte FC-Wil-Trainer Konrad Fünfstück. Die Effektivität habe den Unterschied gemacht. Tatsächlich: Den Chinesen genügten drei Abschlüsse, um drei Tore zu erzielen.

Die Wiler mussten ohne mehrere Stammkräfte auskommen, die derzeit angeschlagen oder verletzt sind. Auch Captain Sandro Lombardi konnte nicht mittun. Er hat sich im letzten Hinrundenspiel gegen Lausanne einen Rippenbruch zugezogen, den er noch immer spürt. "Ich gehe davon aus, dass Sandro Lombardi bis zum ersten Rückrunenspiel am 1. Februar in Aarau wieder fit wird", sagte Fünfstück. Gegen die Chinesen ebenfalls nur als Zuschauer mit dabei waren Nikki Havenaar, Kenzo Schällibaum, Silvano Schäppi und Etienne Scholz. Werden sie bis zum Rückrundenstart wieder fit? "Es ist noch zu früh, um dies zu beurteilen", sagte Fünfstück.

Apropos Fünfstück: Dessen Zukunft ist immer noch offen. Der FC Wil möchte den im Sommer auslaufenden Vertrag mit ihm vorzeitig verlängern, aber eine Unterschrift gibt es nicht. Präsident Maurice Weber lässt verlauten, dass man "auf gutem Weg" sei. Fünfstück selber gibt zu diesem Thema "keinen Kommentar" ab - und somit auch kein Bekenntnis zum Verein.

 
Die Tore des ersten Testspiels und Stimmen dazu. (Quelle: www.fcwil.ch)

Im Fokus des öffentlichen Interesses steht derzeit aber ein anderer, nämlich der brasilianische Testspieler Ronny. Der 32-Jährige hat eine langjährige Vergangenheit bei Hertha Berlin und schoss die Hauptstädter in der Saison 2012/2013 fast im Alleingang zurück in die Bundesliga. Seit Montag trainiert er mit dem FC Wil, obwohl er seine Karriere vor rund einem Jahr beende hatte. Im Testspiel gegen China kam der Bruder von Ex-FC-Zürich-Spieler Raffael zu einem rund 25-minütigen Einsatz - und war trotz fehlender Fitness ein Aktivposten. Nachdem Ronny drei Chancen vergeben hatte, bereitete er in der letzten Aktion des Spiels den einzigen Wiler Treffer von Sergio Cortelezzi mit einem feinen Pass vor. Da Ronny mit 210,9 km/h nach wie vor den schärfsten Schuss auf der Welt hat, herrscht derzeit ein Hype um ihn. "Blick" und "Bild" reisten extra an - und auch hallowil.ch bat ihn zum Interview.

 
Ronny sagt im hallowil.ch-Interview: "Ich bin noch nicht fit. Aber in rund zwei Wochen schon."

FC Wil 1900 – China U25 1:3 (0:1)

Marbella Football-Center: 50 Zuschauer.

Tore: 14. 0:1. 64. 0:2. 71. 0:3. 91. Cortelezzi 1:3.

FC Wil 1900: Kostadinovic (74. Chande); Rahimi, von Niederhäusern, Beka (78. Herter); Gonçalves (46. Herrmann), Schmid (54. Gustavo), Zé Eduardo (63. Latifi), Hefti (83. Sejdija); Audino (46. Breitenmoser); Savic (46. Cortelezzi), Silvio (64. Ronny).

Bemerkungen: Wil ohne Havenaar, Scholz, Lombardi, Schäppi, Schällibaum (verletzt) und Djordjevic (nicht im Aufgebot), dafür mit den Testspielern Ronny (Brasilien, ehemals Hertha Berlin) und Gustavo (Brasilien).

Hier die Bilder vom Testspiel FC Wil - China U25:

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Am Vormittag hatte auf dem Trainingsplatz vor dem Hotel in Benahavis eine Trainingseinheit stattgefunden.

Liveticker vom Spiel FC Wil - China U25:

So, das soll es gewesen sein vom Liveticker dieses Testspiels. Das nächste ist dann am Samstag geplant. Auch davon berichtet hallowil.ch mittels Liveticker. Vorerst einen schönen Nachmittag aus dem sonnigen Südspanien.

Und das Ronny-Kurzfazit: Er muss gewiss noch an seiner Fitness arbeiten. Aber der 32-jährige Brasilianer hat angedeutet, dass er ein Mehrwert sein kann für diese Mannschaft. Zwei Chancen vergeben, das einzige Tor vorbereitet. Für einen Teileinsatz eine gute Ausbeute.

Wir schlussfazitieren: Gegen effiziente Chinesen muss der FC Wil im ersten Spiel des Jahres als Verlierer vom Feld. Einerseits war die Kaltschnäuzigkeit des Gegners - drei Chancen, drei Tore - ausschlaggebend. Andererseits war in der heissen Zone zu wenig heiss, was die Wiler gemacht haben. Den Ehrentreffer mit dem Schlusspfiff haben sie sich aber verdient. Denn Wil war die spielbestimmende Mannschaft.

Schlusspfiff hier in Marbella: Der FC Wil verliert das Testspiel gegen die U25-Auswahl von China mit 1:3.

91. Minute: TOOOOOR FC Wil durch Cortelezzi zum 1:3. War noch abgefälscht. Und von wem kam der Pass? Von Ronny. Mit Gefühl.

88. Minute: Und siehe da: Auf Aufforderung von Trainer Fünfstück nimmt Ronny Anlauf. Der Ball ist aber weder scharf noch platziert und fliegt über das Tor. Gefühlt: 84,7 km/h.

86. Minute: Und hier ist der Freistoss für Wil aus 20 Metern, zentral vor dem Tor.

83. Minute: Noch ein Wechsel beim FC Wil: Hefti, der ein Aktivposten war, geht raus und wird durch Sejdija ersetzt.

83. Minute: Dann legt Ronny eine Schippe drauf. Sein Knaller ist zwar immer noch weit von 210,9 km/h weg - und auch weit weg von einem Tor.

82. Minute: Eine leichte Brise weht über den Platz. Ansonsten ist die Luft hier draussen.

78: Minute: Wil wechselt munter weiter. Nun kommt Herter für Beka ins Spiel.

78. Minute: Aber das eine oder andere Pfund zu viel ist da schon noch auf der Wage bei Ronny, wenn man den Ansatz für einen Spitzensportler nimmt.

76. Minute: Und was tut Ronny? Bisher ein Aktivposten. Mal schauen, ob es noch einen Freistoss in Strafraumnähe gibt.

74. Minute: Fast wie im Eishockey: Nach ein paar Gegentoren geht der Goalie raus. Das hier war aber geplant. Chande ersetzt Kostadinovic.

71. Minute: TOOOOR China U25 zum 0:3. So einfach kann es gehen. Ein Freistoss von halbrechts segelt in den Wiler Strafraum. Dort fällt per Kopf das 0:3. So alleine darf man den Torschützen aber auch nicht zum Abschluss kommen lassen.

70. Minute: Eigentlich eine Farce, dass Wil hier mit 0:2 zurück liegt. Die Äbtestädter machen das Spiel. Aber die Chinesen nehmen es mit der Effizienz deutlich ernster.

67. Minute: Und da ist schon der erste Ronny-Abschluss. Nicht mit Brachial-Gewalt, sondern mit Gefühl. Doch der Schlenzer bringt schliesslich kein Tor ein. Das wäre ein Einstand gewesen.

64. Minute: Und hier ist Ronny. Er ersetzt Silvio.

64. Minute: TOOOOR China U25 zum 0:2. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld klingelt es. Das war ein schöner Hockeck-Schuss.

64. Minute: Gleich kommt Ronny ...

63. Minute: Nächster Wechsel beim FC Wil: Zé Eduardo geht raus und wird durch Latifi ersetzt.

61. Minute: Im Strafraum ist zu kompliziert, was die Wiler fabrizieren.

58. Minute: Wil drückt nun. Hefti mit halb Flanke halb Schlenzer von links. Doch der chinesische Goalie kann vor Gustavo klären.

55. Minute: Auch das sah vielversprechend aus, zumindest im Ansatz. Doch die Flanke von Breitenmoser segelt schliesslich hinter das Tor.

54. Minute: Weiter Wechsel bei Wil: Schmid hat seinen ersten Einsatz hinter sich gebracht. Ersetzt wird er durch den brasilianischen Testspieler Gustavo.

53. Minute: Das war schön durchgespielt von den Wilern: Ein öffnender Paus von Breitenmoser aus dem Halbfeld auf die rechte Seite zu Herrmann. Dessen scharfe Flanke kommt gut zur Mitte. Dort steht Silvio bereit, doch ein Chinese ist knapp zuvor am Ball. Das wäre das 1:1 gewesen. Wäre.

51. Minute: Ronny hat sich schon mal das Einlauf-Leibchen übergestreift. Immerhin.

48. Minute: Die Wiler starten aufsässig in die zweite Halbzeit. Hefti setzt sich über links schön durch. Der Ball kommt dann im Strafraum zu Silvio. Doch der Abschluss des Brasilianers wird geblockt. Der Corner bringt dann nichts ein.

46. Minute: Und weiter geht's: Zweite Halbzeit dieses Testspiels. Die Partie ist wieder freigegeben.

Die Mannschaften sind zurück und gleich geht es weiter. Wil wechselt dreimal. Herrmann kommt für Gonçalves, Cortelezzi ersetzt Savic und Breitenmoser übernimmt für Audino.

Es wird in der zweiten Halbzeit zu vielen Wechseln kommen bei den Wilern - in mehreren Tranchen. Bei Ronny ist geplant, ihn die letzten 20 Minuten zu bringen. Hoffentlich gibt es dann einen Freistoss in Strafraumnähe der Chinesen.

Wir zwischenfazitieren: Wil verkauft sich ordentlich, liegt aber doch zurück. Die Chinesen haben ihren einzigen Torschuss zur Pausenführung genutzt. Wil hat stark begonnen und kam zu Beginn zu einigen Abschlüssen. Je länger das Spiel dauerte, desto harmloser wurde das Wiler Offensivspiel. Oder aus anderer Optik: Die Chinesen hatten sich mit zunehmender Spieldauer immer besser auf die Wiler eingestellt.

Pausenpfiff: Der FC Wil liegt zur Pause gegen die U25-Auswahl von China mit 0:1 im Hintertreffen.

44. Minute: Der nächste Chinese liegt am Boden. Geht aber auch hier weiter.

42. Minute: Geht noch was vor der Pause? Viel deutet nicht darauf hin. Es plätschert weiter.

40. Minute: Aber bei Sonne und 15 Grad ist das gut auszuhalten.

39. Minute: In den letzten Minuten plätschert das Spiel vor sich hin.

35. Minute: Die Wiler gehen hier ganz schön zur Sache für ein Testspiel. Das schmeckt den Chinesen maximal süss-sauer.

31. Minute: Das sieht ganz nett aus, was die Wiler machen. Da sind einige schöne Passfolgen mit dabei. Aber wirklich zwingend war es bisher erst einmal. Auch diese Aktion hier verpufft. Eine Flanke von rechts segelt durch den chinesischen Strafraum. Hinten nimmt Hefti volles Risiko und versucht es direkt. Aber der Ball geht doch deutlich am rechten Pfosten vorbei.

29. Minute: Wil versucht's mal wieder. Schmid gewinnt im Mittelfeld den Ball, spielt auf rechts zu Audino. Dessen Hereingabe kann vom chinesischen Goalie abgefangen werden. Hinten wäre Savic einschussbereit zur Stelle gewesen. Wäre.

25. Minute: Im ersten Viertel des Spiels hatten die Wiler mehr den Ball und waren keineswegs die schlechtere Mannschaft. Der Lohn fehlt aber gänzlich.

23. Minute: Bei den Wilern geht viel über die rechte Seite.

20. Minute: Ein Ansatz einer Reaktion: Nach schönem Durchspiel versucht es Zé Eduardo aus der zweiten Reihe. Der Ball rauscht aber doch rund zwei Meter am linken Pfosten vorbei.

18. Minute: Das ist natürlich eine kalte Dusche. Wie reagieren die Wiler?

14. Minute: TOOOOR für China U25 zum 0:1. Das ist mal effizient. Den ersten Abschluss nützen die Asiaten mit einem Flachschuss zum Führungstor. 

12. Minute: Eine Doppelchance für den FC Wil. Zuerst zwingt Audino den chinesischen Goalie zu einer schönen Parade, dann verpasst auch Savic das Führungstor. Schade.

10. Minute: Der erste Corner des Spiels bringt den zweiten Wiler Abschluss. Nach der Flanke von rechts kommt von Niederhäusern zum Abschluss. Bei dessen Kopfball-Versuch fehlt aber doch ein gutes Stück.

8. Minute: Der fällige Freistoss aus dem Halbfeld bringt dann nichts ein.

7. Minute: Der nächste Chinese liegt am Boden, nächster Unterbruch.

5. Minute: Nach genau fünf Minuten der erste Abschluss. Er kommt von einem Wiler. Heftis Versuch ist aber harmlos. Der Goalie kann den Ball problemlos auffangen.

3. Minute: Noch vor der ersten Torchance ist das Spiel unterbrochen. Ein Chinese liegt am Boden. Es geht aber weiter für ihn.

1. Minute: Der Ball rollt. Das Fussball-Jahr 2019 des FC Wil ist somit eröffnet.

So, der Rasen ist nochmals gewässert worden und die Mannschaften sind da. In wenigen Augenblicken geht es los mit FC Wil gegen China U25. Hoffen wir auf viele Tore.

Ohne unhöflich sein zu wollen, verzichte ich an dieser Stelle auf die chinesische Aufstellung. Aber natürlich: Hallo China.

Zu Beginn des Testspiels muss auf die Künste von Ronny verzichtet werden. Denn die Wiler Aufstellung, in einem 3-4-1-2-System gehalten, sieht zu Beginn so aus: Im Tor steht Kostadinovic. Die Verteidigung bilden von rechts nach links Rahimi, von Niederhäusern und Beka. Im Mittelfeld spielen von rechts nach links Gonçalves, Neuzuzug Schmid, Zé Eduardo und Hefti. Hängende Spitze ist Audino. Das Sturmduo bliden Savic (rechts) und Sivio. Auf der Bank sitzen neben Goalie Chande die Ersatzspieler Herrmann, Testspieler Gustavo, Cortelezzi, Sejdija, Herter, Gülünay, Hoxha, Latifi, Breitenmoser – und eben Ronny.

Vom Wetter zum Fussball. Noch immer ist der brasilianische Testspieler Ronny, der mit 210,9 km/h den härtesten Schuss der Welt hat, mehrere Jahre für Hertha Berlin aktiv war und seit Montag mit den Wilern trainiert, das grosse Thema. Am Vormittag war die Deutsche Boulevard-Zeitung «Bild» beim Training dabei, am Nachmittag hat sich der «Blick» für dieses Testspiel angesagt. Ein Vertrag mit Ronny ist laut FC-Wil-Präsident Weber nicht unterschrieben worden. Reicht die Fitness des Bruders von Ex-FC-Zürich-Spieler Raffael? Immerhin hat er vor rund einem Jahr seine Profi-Karriere beendet, will es nun aber nochmals wissen.

Gespielt wird im Marbella Football Center, keine halbe Stunde vom Wiler Hotel in Benahavis entfernt. Hier trainiert dieser Tage auch der FC Basel. Eine schöne, mit Palmen bestückte Anlage. Das Wetter spielt, wie bisher die ganze Woche, wieder mit. Zwar türmen sich über dem Hügelland einige Wolken, es dominiert aber der Sonnenschein. Rund 15 Grad zeigt das Thermometer. Das muss hier im Januar übrigens nicht zwangsläufig so sein. Vor zwei Jahren hat es mal fast geschneit in der Trainingslagerzeit. 

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Auf dieser schönen Anlage in Marbella spielt gleich der FC Wil gegen Chinas U25.

China U25? Tönt ungewohnt. Es handelt sich um jene Mannschaft, die in den vergangenen Jahren aufgebaut wurde und dem Land zu fussballerischen Ruhm verhelfen soll. Dieses U25-Team hat hier im Trainingslager gegen den russischen Spitzenklub Krassnodar gespielt – und nur mit 0:2 verloren. Krassnodar ist derzeit Zweiter in der höchsten russischen Liga – mit nur einem Punkt Rückstand auf Leader Zenit St. Petersburg. Das dürfte für Wil also eine echte Challenge werden.

Nach eineinhalb Wochen mit diversen Trainingseinheiten in der Schweiz und hier an der Costa del Sol steht heute für den FC Wil das erste Spiel des Jahres auf dem Programm. In Marbella kommt es zum Kräftemessen mit der U25-Auswahl Chinas. Ein herzliches Hola» übermittelt Simon Dudle, der für sie durch dieses Spiel und diesen Nachmittag tickert.

Dienstag, 15. Januar:

Der Dienstag hatte es in sich im FC-Wil-Trainingslager in Benahavis. Gleich drei Trainingseinheiten standen auf dem Programm. Auch der brasilianische Testspieler Ronny, der mehrere Jahre bei Hertha Berlin in der Bundesliga gespielt hat und mit 210,9 km/h den schärften Schuss auf der Welt hat (siehe Tagebuch-Eintrag von Montag, 14. Januar), stand auf dem Platz. Los ging's, als es morgens noch dunkel war. Unter Scheinwerferlicht stand eine Laufeinheit an. Unter "normalen" Bedingungen folgten dann am Vormittag und Nachmittag zwei weitere Einheiten.

Am Abend lud dann Präsident Maurice Weber zum Teamabend am Meer in Marbella. Zuerst wurde gemütlich in der Hafenregion gebummelt, ehe ein gemeinsames Nachtessen auf dem Programm stand.

Zudem wurde die erste Transfermeldung in dieser Winterperiode publik. Und nein: Es ist nicht der Zuzug Ronnys. Vom FC Basel wird der offensive Mittelfeldspieler Dominik Schmid bis zu Saisonende ausgeliehen. Der 20-jährige hat die erste Saisonhälfte beim Liga-Konkurrenten Lausanne-Sport gespielt. Schmid hat ab Stufe U18 alle Schweizer U-Nationalmannschaften durchlaufen und ist auch schon zu drei Einsätzen in der U21-Nati gekommen. Schmid ist im Trainingslager bereits dabei.

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Dominik Schmid zieht sich künftig das Leibchen des FC Wil über.

Hier die Impressionen vom zweiten Tag in Benahavis und Marbella:

Am Mittwoch findet in Marbella das erste Trainingsspiel statt. Gegner ist die U25-Auswahl Chinas. Der Ankick erfolgt um 15.00 Uhr, also eine Stunde früher als ursprünglich geplant. Das Spiel kann im hallowil.ch-Liveticker mitverfolgt werden.

Montag, 14. Januar:

Die Stimmung ist gelöst, als Trainer Konrad Fünfstück, Assistent Marco Grimm und Präsident Maurice Weber um 23 Uhr abends auf den ersten Tag des Trainingslagers zurückblicken. Sie scheinen schon einiges an spanischer Sonne aufgesogen zu haben. Diese schien am ersten Trainingslager-Tag bei angenehmen 20 Grad vom Himmel. Begonnen hatte dieser noch in der wolkigen, kalten Schweiz. Das Flugzeug hob mit rund 30 Minuten Verspätung ab und landete ohne Komplikationen in Malaga. Mit an Bord war der gesamte Kader, mal abgesehen des verletzten Cédric Gasser, der in der Schweiz ein Rehatraining bestreitet.

Zusätzlich mit dabei sind drei Testspieler: Dominik Schmid vom FC Basel sowie die beiden Brasilianer Gustavo Reinert und Ronny Heberson. Ronny? Da war doch mal was. Genau. Ronny ging in die Geschichtsbücher ein, weil er den schärfsten Schuss auf der Welt hat. Ganze 210,9 km/h wurden gemessen, als er 2006 für Sporting Lissabon einen Freistoss unter die Latte hämmerte. Der Schuss war so scharf, dass die vom portugiesischen Fernsehen gemessene Geschwindigkeit angezweifelt wurde. Scheinbar soll es mit einer speziellen Schusstechnik aber möglich sein, einen Ball auf über 200 Stundenkilometer zu beschleunigen.

Dass Ronny diese Woche mit dem FC Wil trainiert, kommt aus zwei Gründen überraschend. Einerseits hatte der ehemalige U20-Nationalspieler Brasiliens laut Medienberichten vor rund einem Jahr seinen Rücktritt vom Spitzensport erklärt. Doch nun will es der Bruder von Ex-FC-Zürich-Spieler Raffael nochmals wissen. Andererseits scheint man ihn in der 7. Liga Deutschlands testen zu wollen. Wie die Zeitung «Bild» am Montag berichtete, soll Ronny bei Berlin United ein Thema sein. Dort wurde ein Projekt mit dem ehemaligen Deutschen Nationalspieler Thomas Hässler lanciert, welches in den Profifussball führen soll. Laut «Bild» wird Ronny am Dienstag zum ersten Training in Berlin erwartet. In Tat und Wahrheit absolviert er aber an diesem Tag drei Trainings mit dem FC Wil in Andalusien: ab 7.45 Uhr eine Laufeinheit bei Sonnenaufgang, um 10.30 Uhr und 15.00 Uhr je ein Training auf Platz direkt neben dem Hotel in Benahavis. Wie es nach dieser Woche mit Ronny weiter geht, ist offen und hängt auch von dessen Fitnesszustand ab. In Deutschland ist Ronny ein grosser Name, spielte er doch zwischen 2010 und 2016 für Hertha Berlin und schoss die Hauptstädter in der Saison 2012/2013 mit 18 Treffern fast im Alleingang zum Bundesliga-Aufstieg.

Und nein: Freistösse wurden am ersten Trainingslager-Tag des FC Wil keine trainiert. Nach einem kurzen Einlaufen gab es während der 90-minütigen Einheit Übungen am Ball. Und wie fällt das erste Fazit aus? «Ein gelungener Auftakt auf einem hervorragenden Trainingsplatz», sagt Trainer Fünfstück.

Während des sechstägigen Wiler Aufenthalts in Südwest-Spanien sind auch zwei Testspiele geplant. Ein erstes am Mittwoch um 16 Uhr gegen die U25-Nationalmannschaft von China. Ob da jemand freiwillig in die Mauer steht? Das Spiel kann im hallowil.ch-Liveticker mitverfolgt werden. Das zweite Spiel soll am Samstagnachmittag stattfinden.