Das Jahr 2018 war mit 216 Einsätzen ein eher einsatzreiches für die Wiler Feuerwehr. Auch wenn es nur wenige grosse Ereignisse gegeben hat: Prägend war der Hitzesommer, als während Wochen kaum Regen fiel. «Die Wetterkapriolen bereiten mir Bauchschmerzehn. Einerseits herrschte vergangenes Jahr lange Waldbrand-Gefahr, andererseits führte der Krebsbach Hochwasser. Beide Phänomene können gleichzeitig auftreten», sagt Tom Widmer, Kommandant des Sicherheitsverbunds Region Wil.

Da mit solchen Wetterextremen aufgrund der Klimaerwärmung künftig vermehrt zu rechnen ist, werden nun Massnahmen ergriffen. «Wir wollen besser vorbereitet sein», sagt Widmer. «Wir machen den Waldbrand im Frühjahr 2019 zum Übungsthema. Es geht dabei darum, das taktische Vorgehen zu schulen», sagt Widmer. Es ist zum Beispiel zu klären, wie der Wasser-Transport in den Wald am effizientesten erfolgt, da es dort ja keine Hydranten hat. Zudem sind teilweise veraltete Gerätschaften zu ersetzen. «Das Thema Waldbrand war bisher kein Kernthema. Zudem gibt es kein eigentliches Lehrbuch», sagt Widmer.

Eine Challenge sorgt für Diskussionen

Nicht nur der Hitzesommer hat das Jahr 2018 bei der Wiler Feuerwehr geprägt. So wurde auch die Schwarz-Weiss-Trennung eingeführt. Die dreckigen Kleider werden nach einem Einsatz noch vor Ort durch saubere ersetzt. Damit soll das Gesundheitsrisiko Feuerkrebs bekämpft werden. «Wir haben eine pragmatische Lösung gefunden», sagt Widmer.

Für einige Diskussionen hat vergangenes Jahr die «Cold-Water-Grill-Challenge» gesorgt. Dabei können sich Feuerwehren gegenseitig zu einem Grillfest auf dem Wasser auffordern, was mittels Youtube-Video festzuhalten ist. Wer ablehnt, muss dem Herausforderer 50 Liter Bier gereichen. Der Sicherheitsverbund Region Wil hat die Challenge angenommen und ein Fest veranstaltet. Das kam nicht überall gut an. «Viele Leute haben das falsch verstanden. Natürlich war es ein lustiger Abend. Es ging uns aber nicht in erster Linie ums Bier. Wir haben ein Kässeli aufgestellt und 636 Franken für die Kinderkrebshilfe gesammelt», sagt Widmer.

Martin Berti nicht mehr im Führungsorgan

Und dann war da im vergangenen Jahr auch noch die Sache mit dem Feuerwehr-Eishockey-Turnier in Herisau. «Wir haben erfolgreich den letzten Platz aus dem Vorjahr verteidigt», sagt Kommandant Widmer mit Schalk. «Und dieses Jahr streben wir das Triple an.» Der Anlass sei aber wichtig, weil man sich für einmal in einem Kontext ausserhalb eines Feuerwehreinsatzes kennenlerne.

Zudem sind personelle Änderungen zu vermelden. Martin Berti wurde aus dem Führungsorgan verabschiedet. Neue Führungsmitglieder sind Claudio Büchel (Chef Lage), Roman Frick (Fachbereich Sicherheit), Philipp Gemperle (Fachbereich Information) und Andreas Gnos (Fachbereich Technische Dienste). Somit konnten bestehende Vakanzen besetzt werden.

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Kommandant Tom Widmer bereitet das Wetter Bauchschmerzen.