«Der Bauboom, der den Eigenheimmarkt der Region Wil noch vor ein paar Jahren prägte, hat ein vorläufiges Ende gefunden.» Zu diesem Schluss kommt der Immobilienmarktbericht 2019 der St.Galler Kantonalbank (SGKB). Für 130 Eigentumswohnungen wurden im letzten Jahr Baubewilligungen erteilt – 2017 waren es noch mehr als doppelt so viele. Mit diesem Rückgang einher ging auch eine Reduktion bei den inserierten Objekten. Der Bau von Einfamilienhäusern setzt sich gemäss dem Bericht zwar fort. Dies allerdings auf deutlich tieferem Niveau als in der Vergangenheit.

Die Region Wil verzeichnete 2019 mit einem Plus von 0.9 Prozent das zweitstärkste Bevölkerungswachstum im Kanton. Die tiefen Hypothekenzinsen begünstigten dabei gemäss dem Bericht der SGKB in der Region den Erwerb der eigenen vier Wände. Auffällig in dieser Hinsicht: In der Gemeinde Kirchberg wurden vom 2. Quartal 2019 bis Ende 1. Quartal 2020 mehr Baubewilligungen für Einfamilienhäuser ausgesprochen als in Wil, nämlich 16 (Wil: 14). 

Auch bei den Bewilligungen für Eigentumswohnungen ging in Kirchberg (22) und Jonschwil (21) im gleichen Zeitraum deutlich mehr als in Wil oder Uzwil (beide 6). Bei diesen Zahlen ist zu berücksichtigen, dass sie sich auf einen relativ kurzen Zeitraum beziehen. Gerade nach einer Phase mit intensiver Bautätigkeit wie in den vergangenen Jahren in Wil sei es nicht unüblich, wenn sich der Wohnungsmarkt erstmal konsolidiert, heisst es bei der SGKB auf Nachfrage.

In Lütisburg sind Häuser besonders günstig

Wohneigentum ist in der Region Wil gemäss dem Bericht generell deutlich teurer geworden. Die Verkaufspreise der Einfamilienhäuser legten um 3 Prozent zu, jene der Eigentumswohnungen gar um 3.4 Prozent. Generell ist das Wohneigentum in den städtischen Regionen teurer als auf dem Land. Während der mittlere Transaktionspreis für ein Einfamilienhaus in Wil im ersten Quartal 2020 bei knapp 1.6 Millionen Franken lag, zahlten Hauskäufer in Lütisburg durchschnittlich rund 1 Million.

Eher viel, nämlich im Schnitt mehr als 1.2 Millionen, kosteten die Häuser im ersten Quartal auch in Rickenbach, Zuzwil, Oberuzwil und Oberbüren. Weitere ländliche Gemeinden, in denen Einfamilienhäuser vergleichsweise günstig zu haben waren, sind Braunau, Fischingen und Lommis.

Der Bericht wirft auch einen Blick in die Zukunft: «Da sich der Wiler Eigenheimmarkt strukturell solide präsentiert, wird auf den hiesigen Eigenheimmärkten nur mit geringen Beeinträchtigungen durch die Corona-Krise gerechnet.» Bei Transaktionen im gehobenen Segment müsse allerdings mit «leichten Preiseinbussen» gerechnet werden.