Richtig intensiv ist die Aufgabe eines Amphibienschutzbeauftragten jeweils im Frühling. Sobald die Temperaturen steigen, machen sich die Amphibien auf den Weg zu den Laichgewässern, wobei sie verschiedenste Hindernisse überwinden müssen. Damit möglichst viele von ihnen die naturgegebenen und menschgemachten Gefahren überwinden können, sind zahlreiche Massnahmen nötig. Dazu gehören temporäre Strassensperrungen, feste und mobile Leitwerke sowie das Einsammeln der Amphibien. Zu den Aufgaben des Amphibienschutzbeauftragten gehört aber auch die Beobachtung der zahlenmässigen Entwicklung und die Berichterstattung an den Gemeinderat. «Anfangs Oktober hat Toni Helbling seinen letzten Bericht verfasst», berichtet die Gemeinde Degersheim in ihrem aktuellsten Mitteilungsblatt. In Zukunft wird Simon Witzig, Leiter Werke, die Verantwortung für die Amphibien in Magdenau übernehmen.

«Eine sinnvolle Aufgabe, mit Bewegung in der Natur und das praktisch vor der Haustüre.» Das hat Helbling vor zwölf Jahren unter anderem «gluschtig gmacht», die Aufgabe des Amphibienschutzbeauftragten zu übernehmen. Erlebt hat er in dieser Zeit viel Erfreuliches aber auch Dinge, die ihn nachdenklich gestimmt haben. «Immer wieder musste ich staunen, wieviel Abfall in den Weihern entsorgt werden», sagt er. Herausgefischt habe er so Einiges: «So habe ich selber schon ein Töffli aus dem Weiher gezogen». Aber die positiven Erlebnisse haben überwogen. So konnte er zur Erledigung der vielfältigen Aufgaben immer auf grosse Unterstützung zählen.

In einer Nacht 850 Amphibien eingesammelt

Während der letzten sieben Jahre konnte Helbling auf insgesamt fünf Zweierteams zurückgreifen, die auf den Strassen Amphibien eingesammelt und zum Weiher gebracht haben. Auch erklärten sich immer wieder Einzelpersonen oder Familien bereit mitzuhelfen. «Eine grosse Hilfe war mir auch der ornitologischee Verein, der jedes Jahr die mobilen Leitwerke errichtete und wieder abbaute», sagt Helbling. Die Unterstützung war auch notwendig. So erinnert sich Helbling noch gut, wie er zusammen mit seinen Helfern in einer regnerischen Aprilnacht einmal 850 lebende Tiere auf der Buebentalstrasse eingesammelt hat.

Probleme mit dem Verkehr

Wie fast in jedem Jahr berichtet Helbling auch in seinem diesjährigen Amphibienbericht an den Gemeinderat von Herausforderungen, welche die Tiere zu meistern hatten. In diesem Jahr war es eine Trockenperiode im April, welche die Wasserstände vor allem in den Tümpeln stark sinken liess. Aus diesem Grunde vertrocknete ein grosser Teil des Grasfroschlaichs und zahlreiche Kaulquappen. Auch das Coronavirus war im Bericht Thema, für einmal allerdings positiv. «Helbling kam nämlich zum Schluss, dass der massive Rückgang des Verkehrs während des Lockdowns dazu beigetragen hat, dass weit weniger Tiere überfahren wurden als in anderen Jahren», berichtet die Gemeinde Degersheim. Der Verkehr war ein Thema, das Helbling auch sonst ständig beschäftige. «Die Frage, wann sich eine Sperrung der Buebentalstrasse rechtfertigen lässt und wie man die Verkehrsteilnehmenden dazu bringen kann, während der Laichwanderung die Buebentalstrasse zu umfahren, kann er bis heute nicht schlüssig beantworten», betont die Gemeinde. 

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So sehen die Froschlaiche jeweils im Frühling im Magdenauer Weiher aus. (Bild pd)

«Am 4. November hat nun Helbling sein Amt offiziell an Witzig übergeben, der das Amt im Rahmen seiner Aufgaben als Leiter Werke übernimmt», heisst es weiter. Witzig sei als Umweltingenieur für diese Aufgabe prädestiniert und könne in seiner Doppelfunktion auch die Zusammenarbeit mit dem Bauamt der Gemeinde Degersheim gut koordinieren. «Aber auch er wird weiterhin auf die äusserst wertvolle Hilfe der freiwilligen Helferinnen und Helfer angewiesen sein», so die Gemeinde.