Haben Sie bereits seit längerem mit dem Amt des Gemeindepräsidenten geliebäugelt – oder kam das erst jetzt?

Bisher hatte ich kein politisches Amt bekleidet – und aus diesem Grund habe ich auch nie mit dem Amt als Gemeindepräsident geliebäugelt. Ich war immer eine politisch interessierte Person, auch in der Zeit, als ich beruflich im Ausland lebte und tätig war. Im Rahmen einer beruflichen Neuorientierung – und auch als Person mit Sirnacher Wurzeln – musste ich diese Chance einfach nutzen. die Vielfältigkeit der Aufgabenstellung hat für mich einen besonderen Reiz und wird mich zu Höchstleistungen bewegen. Ich habe mich auch bereits mit einigen Gemeindepräsidenten ausgetauscht, um mehr über die Rolle des Gemeindepräsidenten zu erfahren. Diese Gespräche haben mich in meinem Entschluss bekräftigt, für das Amt als Gemeindepräsident von Sirnach zu kandidieren.

Weshalb denken Sie, sind Sie die richtige Person?

Mit meinen beruflichen Erfahrungen in einem international tätigen Unternehmen bin ich es gewohnt, mit unterschiedlichen Bereichen, Abteilungen und Menschen gemeinsam nach Lösungen zu suchen und diese auch voranzutreiben. Dabei habe ich auch unterschiedliche Kulturen und Arbeitsweise kennen und schätzen gelernt. Diese Diversität ist äusserst bereichernd. Ich bin überzeugt, dass diese Fähigkeiten und meine Erfahrungen auch für das erfolgreiche Ausüben des Amtes als Gemeindepräsident von Sirnach erforderlich sind. Zusätzlich bin ich auch der Auffassung, dass es von Zeit zu Zeit neue Impulse und eine veränderte Sichtweise braucht, um erfolgreich zu arbeiten. Aus diesem Grund sehe meine Kandidatur als Quereinsteiger auch als Chance für die Gemeinde Sirnach.

Worin sehen Sie das grösste Potenzial, welches Sirnach mit sich bringt?

Sirnach ist eine äusserst attraktive Gemeinde zum Wohnen und zum Arbeiten mit einer hervorragenden Verkehrsanbindung – öffentlich wie privat. Gleichzeitig bietet die Gemeinde sehr gute Möglichkeiten für das Gewerbe (dabei schliesse ich sämtliche Wirtschaftszweige ein), für Vereine und kulturelle Einrichtungen. Zudem liegt die Gemeinde Sirnach im Herzen des Hinterthurgaus und ist somit das Tor zum wunderschönen Naherholungsgebiet «Tannzapfenland».

Im Gegenzug: Wo würden Sie sich am meisten einsetzen, um Verbesserungen einzubringen?

Damit die Gemeine Sirnach das grosse Potential voll ausnutzen kann, muss die Gemeinde für die Einwohner:innen weiterhin einen attraktiven Lebensraum bieten, diesen weiterhin erhöhen und permanent verbessern. Dies kann bedeuten, dass die Verkehrsplanung, die Raumplanung und auch die Gemeindeentwicklung den neuen veränderten Bedingungen angepasst werden müssen. Gleichzeitig möchte ich sicherstellen, dass Sirnach als Tor zum «Tannzapfenland» und somit zu einem wunderbaren Naherholungsgebiet auch ausserhalb der Gemeinde- und Kantonsgrenzen wahrgenommen wird. Nur wenn die Gemeinde weiterhin attraktiv bleibt, kann eine Abwanderung verhindert werden und allenfalls auch neue, nachhaltige und moderate Zuwanderung realisiert werden, damit das heimische Gewerbe kompetitiv bleibt. Im Weiteren möchte ich die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden intensivieren und verstärken.

Als Gemeindepräsident ist man stets im Fokus, und allen Recht machen kann man es bekanntlich nicht. Wie gehen Sie mit Kritik um? Und welche stört Sie mehr: ungerechtfertigte oder gerechtfertigte?

Von Kritiken – positiven, wie auch negativen – kann man immer profitieren. Aus diesem Grund bin ich dankbar, wenn ich für mein Handeln und meine Tätigkeiten eine entsprechende Rückmeldung erhalten kann. Eine ungerechtfertigte Kritik ist absolut nicht störend, ausser wenn sie einen respektlosen und beleidigenden Inhalt enthält. Eine gerechtfertigte Kritik ist sicherlich unangenehm, denn dies könnte ja bedeuten, dass ich falsch gehandelt oder agiert habe. Wie ich aber erwähnt habe, kann ich von einer erhaltenen Kritik nur profitieren und es beim nächsten Mal besser machen.

Wie schätzen Sie Ihre Chancen selber ein, dass Sie gewählt werden?

Wenn es bei zwei Kandidaten bleibt, dann sind meine Wahlchancen statistisch gesehen bei 50 Prozent. Ich werde in den nächsten Wochen mein Möglichstes tun, damit sich dieser Prozentsatz zu meinen Gunsten weiter erhöhen wird.

Wie werden Ihre nächsten Wochen aussehen, wenn Sie auf «Stimmenfang» gehen?

In den nächsten Wochen werde ich nicht auf Stimmenfang gehen, da ich die Stimmbürger:innen nicht «einfangen» möchte. Ich möchte in den nächsten Wochen viel über Sirnach, die Anliegen und Bedürfnisse der Einwohner:innen erfahren. Gleichzeitig möchte ich meine Sichtweise, meine Positionen und meine Absichten darlegen, damit ich letztlich die Stimmbürger:innen für mich gewinnen kann. Wenn mir dies gelingt, dann bin ich überzeugt, dass sich dies auch in Wählerstimmen niederschlagen wird.