Sie sind traditionell und beliebt, die Weihnachtskonzerte der Stadtharmonie Wil. Dirigent Andreas Signer versteht es, mit seinen Musikerinnen und Musikern immer wieder exklusive Kompositionen einzustudieren, sie zu fordern und zu fördern. Jährlich präsentiert sich auch eine Gastformation. In diesem Jahr war es der Chor der Kantonsschule unter der Leitung von Anja Steinrisser. Die Brassband eröffnete die Musikstunde mit den traditionellen Konzertmarsch «Helios» aus der Feder von Jan van der Roost. Nach einer gelungenen Verbindung von Festlichkeit und Dynamik folgen melodische Triomelodien, passend zum Spätherbst. Mit «Jenseits des Lichts» nimmt der Komponist Armin Kofler die Zuhörenden mit auf eine Reise ins Weltall. Bevor man sich mit Pauken, Trompeten, Trommelwirbel und Knall dem «Schwarzen Loch» nähert, ziehen sphärische Klänge in ihren Bann. Mit «Lux Aurum» (Licht und Gold), von Eric Whitacre ursprünglich für gemischten Chor komponiert, erfüllten ruhige, warme, goldene Farben den Raum.

Lateinisch von jungen Stimmen

Mit Innigkeit sangen die Schülerinnen und Schüler der Wiler Kanti mit Orgelbegleitung «Hosanna» und in «In terra pax», komponiert von der Musikpädagogin Anja Steinrisser, der es gelingt, Jugendlichen für die Sakralmusik zu begeistern, wie sich im weiteren zeigte. Jubelnd oder geheimnisvoll klangen die Stimmen von der Empore herab, dazu gehörte auch ein beeindruckendes Solo von Emely Doving. Dann kam der Chor nach unten und bot beeindruckend gemeinsam mit der Brassband die weltberühmte Komposition «O magnum mysterium» vom Engländer Morten Lauridsen, dirigiert von Anja Steinrisser.

Das schönste Märchen

«Die Schöne und das Biest» - wer kennt es nicht, dieses zauberhafte Märchen und wohl die grösste Liebesgeschichte aller Zeiten. Sie handelt von Tapferkeit und Liebe, von Habgier und Neid. Durch die Liebe der schönen Belle wird das schreckliche Biest wieder zum Prinzen. Die herrlichen Melodien gehen unter die Haut, wecken Gefühle. Sie wurden komponiert für das gleichnamige Musical, im Sommer erfolgreich gespielt auf der Walensee-Bühne. Man spürte, dass die Melodien den Akteuren liegt und sie sich mit ihnen identifizieren können. Die Xylophonklänge gaben dem Werk Leichtigkeit.

Gemeinsam stark

Dann zeigte die Brassband nochmal ihr Einfühlungsvermögen für eher ungewohnte Melodien. Das Gloria und Benedictus aus der «Missa Katharina» von Jacob de Haan, wahre Leckerbissen für Brassband, Chor und Zuhörende. Mit diesem Werk gewann der Komponist einen internationalen Wettbewerb. Chorkomponisten waren Anja Steinrisser und Morten Lauridsen. Die beiden Formationen harmonierten. Wie ein Lob an das Kind in der Krippe erklang das «Gloria» (Ehre sei Gott in der Höhe), verstärkt durch die Solostimme von Noelle Falivera und wie ein Abendgebet «Benedictus qui venit in nomine domini» - Gelobt sei der Name des Herrn. Ihre Begeisterung zeigten die Gäste mit tosendem Applaus und bekamen dafür als Zugabe das bekannte «Hallelujah» von Leonard Cohen.

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Sie waren mitverantwortlich für das Konzert, von links: Anja Steinrisser, Philippe Ellenberger, Walter Rüegsegger und Andreas Signer