Die Nahrungsmittelbranche steht wahrscheinlich so stark im Fokus wie nie – gerade, wenn es um Themen wie Nachhaltigkeit geht. Wie reagieren Sie darauf?

Die BINA ist eine verantwortungsvolle Partnerin für Menschen, Umwelt und Wirtschaft. Sie unterstützt mit hochwertigen und genussvollen Produkten einen bewussten und gesunden Lebensstil. Wir legen viel Wert auf die Verwendung natürlicher Rohstoffe und beachten dabei auch die aktuellen Ernährungsempfehlungen. Wenn immer möglich verwenden wir Rohstoffe aus der Schweiz. Das sensorische Erlebnis steht dabei aber immer an erster Stelle. Der Trend zu möglichst frischen Produkten beschäftigt die Entwicklung ebenfalls und es soll immer ein hoher Convenience-Grad für die Konsument*innen erreicht werden.

Die BINA nutzt nachhaltig erzeugte Rohstoffe und erneuerbare Energien hocheffizient. Um dies zu erreichen, betreibt die BINA ein systematisches Nachhaltigkeitsmanagementsystem und ist auch ISO-zertifiziert. Zudem hat die BINA zahlreiche Initiativen gestartet, welche die gesamte Wertschöpfungskette in Bezug auf die Nachhaltigkeit optimieren.

Wir tätigen laufend Investitionen in den Standort Bischofszell, um die Nachhaltigkeit zu erhöhen. Mit den geplanten Vorhaben im Bereich Kartoffeln können wir den Ausstoss fossiler Energien nochmals um mindestens 20 Prozent senken.

Wie hat sich das Unternehmen – gerade auch hinsichtlich der verschiedenen Angebote – in den vergangenen Jahren entwickelt?

Als Nahrungsmittelherstellerin der Migros, der Nummer eins im Schweizer Detailhandel, ist die BINA nahe am Markt, setzt Trends und überrascht immer wieder mit innovativen Produkten und Dienstleistungen. In der Produktentwicklung wird täglich an neuen Rezepturen geschliffen und getüftelt und es werden bestehende Rezepturen verbessert. In unseren kreativen und hochqualifizierten Teams entstehen ständig neue Kreationen für den Einzelhandel, für unsere Geschäftskunden oder den Gastronomiebedarf. Die Wünsche unserer Kunden stehen dabei im Zentrum.

Der Bereich Convenience wird laufend mit neuen Produkten ausgebaut. Mit unseren Plant-based Produkten bringen wir dazu laufend neue Alternativen zu den herkömmlichen Produkten auf den Esstisch. Das Chips-Sortiment wird laufend weiterentwickelt und es kommen auch regelmässig Limited-Edition-Chips dazu.

Aber auch das traditionelle Sortiment ist wichtig. Der Kult Ice Tea der Migros wird zum Beispiel von der BINA produziert. In Bischofszell werden zudem Fruchtsäfte hergestellt. Dann haben wir ein breites Angebot an Kartoffelprodukten, von Chips über Pommes Frites bis zu Kroketten und Mifloc-Kartoffelstock.

Die vergangenen Jahre waren für viele Unternehmen eine grosse Herausforderung: Pandemie, Lieferengpässe, Fachkräftemangel. Was beschäftigt Sie derzeit am meisten?

Im Moment kann man in den Medien viel über die Energiekrise lesen - es wird von der Strommangellage und Gasmangellage gesprochen. Wir bereiten uns auf verschiedenste Szenarien vor. Auch der Fachkräftemangel beschäftigt uns – an guten Teammitgliedern für den Standort Bischofszell sind wir immer interessiert.

Und wie gehen Sie damit um?

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind wir uns das Krisenmanagement gewohnt in seiner ganzen Kurzfristigkeit. Wir tun alles, um uns auf unterschiedlichste Szenarien möglichst gut vorzubereiten. Oberstes Credo für uns als produzierenden Betrieb in der Lebensmittelbranche ist die Sicherstellung der Landesversorgung. Dafür trainieren wir laufend unser Krisenmanagement. Wie gut man die Krisen übersteht, ist eine Frage der Resilienz des Unternehmens wie auch seiner Mitarbeitenden.

Wie wichtig ist der Wirtschaftsstandort Ostschweiz für Sie?

Der Standort Bischofszell ist für uns einer der wichtigsten Standorte innerhalb unserer Fresh Food & Beverage Group. Wir beschäftigen rund 1000 Mitarbeitende an diesem Standort. Hier werden alle unsere Kartoffelprodukte, von Chips über Pommes Frites bis hin zu Kroketten produziert, das Tiefkühlgemüse, viele Fruchtprodukte von Konfitüren bis zu Fruchtpürees für die Industrie, Getränke wie Orangensaft und Smoothies, und viele Convenience Produkte wie Salate, Müesli oder Sandwiches. Daneben die bekannten Konserven. Und natürlich der Kult Ice Tea der Migros.

Der Standort Bischofszell ist zentral für uns und wir entwickeln ihn laufend weiter. Wir werden über die nächsten Jahre gegen 100 Millionen in den Standort Bischofszell - und somit den Wirtschaftsstandort Ostschweiz - investieren. Dies geschieht mit unserem «Masterplan Kartoffeln». Dies ist ein grossangelegtes Projekt, um die Produktionsanlagen rund um die Herstellung unserer Kartoffelprodukte zu erneuern. Zusätzlich können wir Kundenbedürfnisse wie der Wunsch nach Transparenz und Durchgängigkeit der Informationen auf unseren Produkten besser entsprechen. Zum Beispiel werden wir auf den Verpackungen neu aufdrucken können, von welchem Schweizer Bauernhof die Kartoffeln stammen, die im Produkt verarbeitet wurden.

Nützt es hierbei, mit einem starken, traditionsreichen Namen auftreten zu können?

Herkunft ist Zukunft, wie man so schön sagt. Wir sind uns unserer starken Wurzeln und der engen Verbindung zur Schweizer Landwirtschaft sehr bewusst. Die starken Wurzeln in Bischofszell brauchen wir, um mutig in die Zukunft gehen zu können. Wir sind als Traditionsfirma für die heimische Landwirtschaft eine verlässliche Partnerin.

Im Rahmen der Transformation der Migros und auch der Migros Industrie bereiten wir uns auf einen Zusammenschluss vor. In diesem wächst die Bischofszell Nahrungsmittel AG mit der JOWA AG bis zum 1. Juni 2023 zur Fresh Food & Beverage Group AG zusammen.

Wo sehen Sie künftig das grösste Potenzial?

Wir sehen viel Potenzial im Bereich Convenience. Einerseits mit neuen Produkten, die wir auf den Markt bringen. Auch da wird uns das Thema Nachhaltigkeit begleiten, zum Beispiel bei den Plant-based-Produkten gibt es grosse Wachstumschancen. Dann braucht es Innovationen in den Sortimenten im Sinne von Ergänzungen zu bereits bestehenden Produkten. Daneben ist uns auch unser traditionelles Sortiment wichtig. Wir versuchen mit technologischer Innovation sowie mit Neuheiten unseren Konsumentinnen und Konsumenten immer die höchste Qualität und das beste sensorische Geschmackserlebnis zu bieten. 

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